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Volkseigentum trifft Marktwirtschaft, aus Liebe? Kein Plan? Kein Markt? Mittendrin? Mache weiter! von Hiller, Timea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.03.2017
  • Verlag: epubli
eBook (ePUB)
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Volkseigentum trifft Marktwirtschaft, aus Liebe?

MITTENDRIN-sein! Grenzenlos lieben und außergewöhnlich studieren! Tina trifft die Wahl ihres Lebens zwischen zwei Männern. Sie bekommt noch eine weitere Chance. Die ist WELTWEIT einzigartig. Sie studiert Planwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie Berlin (HfÖ) in Berlin-Karlshorst UND Marktwirtschaft, ohne dieses Institut zu wechseln. Alles wird möglich durch den FALL DER BERLINER MAUER 1989. Tina wächst heran, begreifend, dass sie ihr Kinderzimmer im Plattenbau dem Volkswirtschaftsplan und der Braunkohle verdankt. Sie erlebt Staatsbürgerkundeunterricht in der Schule, sozialistischen Wettbewerb im Betrieb. Sie trifft den erregenden Westberliner Theaterstudenten, Marius, während sie Abitur macht und im Textilkombinat Cottbus lernt. Tina muss ihm heimlich begegnen. In ihrer Familie sind Kontakte in den Westen offiziell verboten. Sie hat eine Tante in Westdeutschland. Weil sie es nicht selbst erfahren kann, erträumt sie sich ein Leben der Tante, welches diese keinesfalls führt. Sie erfährt wie staatliche Organisation Kader aussucht, um einen Bedarf zu befriedigen. Sie will etwas verändern im System und stößt immer wieder an Grenzen. Die deutsche Wiedervereinigung bricht an. In Berlin verliebt sie sich in Otti, den attraktiven Kommilitonen. Doch da ist auch die Sehnsucht nach Marius, die Affäre, geprägt von einem emotionalen Briefwechsel. Sie durchlebt eine erstaunliche Studienzeit, weil im Institut eine beeindruckende Entwicklung vonstatten geht. 1991 wird die Hochschule abgewickelt. Zur selben Zeit erhält sie ihr Diplom. Mit der Freiheit trifft sie eine Entscheidung ... Liebe Leser, das Buch ist NICHT lektoriert. Ich entschied mich bewusst dafür. Ich wollte, dass die Geschichte ursprünglich bleibt. So wird sie sich manchmal nicht lesen, wie ein spannender Krimi oder ein anregender Thriller! Ich schrieb zunächst für meine Tochter, Familie und Freunde. Ich lade Sie ein. Werfen Sie einen Blick in diese Welt, fühlen und entspannen Sie! Ihre Timea Hiller

Als Frau, Freundin, Kollegin und vor allem als Mensch nutzt sie ihre unterschiedlichen Rollen für die Erzählung. Sie lässt ihrer Fantasie freien Lauf, ordnet Gedanken, erfindet Geschichten. So fließen fiktionale Details in bestehende Welten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 25.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745042290
    Verlag: epubli
    Größe: 2965 kBytes
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Volkseigentum trifft Marktwirtschaft, aus Liebe?

Cottbus

Am Montagmorgen erwachte Tina voller Tatendrang, so dass sie schnell aufsprang, um sich in eben diesem Tempo fertigzumachen, zu frühstücken und mit dem Gefühl, der Welt überlegen zu sein, aus dem Haus zu gehen. Hoch motiviert durch das ereignisreiche Wochenende stieg sie in den Bus. Ihre Ausbildung verlief derzeit in zwei Teilen, was bedeutete, dass sich ihre Woche in drei Tage Theorie und zwei Tage praktische Ausbildung zum Facharbeiter für Textiltechnik spaltete. Die praktische Etappe absolvierte sie im VEB 4 Textil- und Konfektionsbetrieb Cottbus, in dem es galt, alle Abteilungen zu durchlaufen. Angefangen beim automatisierten Aufspulen von unbehandelten Garnen bis hin zur Qualitätsprüfung maschinell gestrickter Stoffe, gab es jede Menge zu lernen, einschließlich der kleinen Besorgungen und Hilfsdienste, die eben von einem Lehrling verlangt werden.

Heute fuhr das gutgelaunte Mädchen mit dem Bus zum theoretischen Unterricht in der Berufsschule und verließ diesen an der Bushaltestelle direkt gegenüber von der Schule nach einer vierzigminütigen Fahrt. Beschwingt öffnete sie die Tür eines architektonisch DDR-typisch gestalteten Schulgebäudes, über dessen Eingang in riesigen Buchstaben sein Namensgeber prangte: M. I. Kalinin 5 .

Aus der Raucherecke im Foyer kamen ihre Klassenkameradinnen Elke und Ines herbeigeeilt, um zu einem lautstarken Hallo hinzuzufügen, dass sie nicht eingebildet werden soll, da jeder Mensch automatisch erwachsen werde und dies keine Kunst sei, wonach sich alle fröhlich umarmten.

Tina lachte dankend und wandte sich an die gerade eintreffende Anne, die im Gehen ihre Jacke auszog. "Du hast ja schon wieder so'n heißes T-Shirt an, wen willst du heute damit beeindrucken?" Worauf diese grinsend meinte: "Wer hat, der kann eben! Meine Cousine war schon wieder bei uns, du weißt schon, die ihre Sachen immer von drüben bekommt und mir davon wieder was dagelassen hat." Dann war Anne schon wieder beim nächsten Thema, welches in ihrer eigenen Art gleich ohne Punkt und Komma fortgesetzt wurde, eben typisch Anne.

Aber Tina hörte auch gar nicht mehr hin und versuchte lieber an den bevorstehenden Unterricht zu denken, als neidisch auf die Schulfreundin zu sein, die immer die super Klamotten von ihrer Cousine trug, wobei die Sachen dann auch schon ziemlich abgetragen waren. Außerdem wechselte Anne ständig ihre Freunde, obwohl das eine nichts mit dem anderen zu tun hatte.

Sah Tina vielleicht langweilig aus? Nein ganz sicher nicht, denn ihre grün-weiß-gestreifte Bluse und Ihre Jeans passten doch gut zusammen! Sollte Anne ruhig die alte Mode ihrer Cousine abtragen. Dauernd gebrauchte Hosen und T-Shirts tragen zu müssen, befand sie, kann auch nicht so toll sein. Ihre eigenen Klamotten entsprachen eher einem sportlichen Stil, Röcke oder Kleider waren verhasst.

Lieber trug sie sehr stolz ihre Jeans, zu denen sie durch einen Tipp in ihrer Clique gekommen war. "Die Fidschis", sagte ein Freund und meinte die Vietnamesen, die so zahlreich in Cottbus lebten. "Die machen das, die nähen ganze Jeans-Anzüge." Geduldig hatte er der staunenden Tina, die das genau wissen wollte, auch erklärt, wie da ranzukommen wäre.

Etwas beklommen stand diese kurz darauf gemeinsam mit Heidi an dem Neubau, der einem Würfelhaus glich und deshalb auch so genannt wurde. Ein Vietnamese öffnete ihnen die Tür und bat die Besucherinnen ganz freundlich herein, während er auch schon das Maßband zückte und ganz freundlich sowie gewohnt routinemäßig alle nötigen Maße nahm und Stoffe und Muster zeigte. Da das Ganze sehr gut organisiert war, durften die Mädchen schon eine Woche später ihre Jeans-Anzüge wieder abholen, für die immerhin jeweils fünfzig DDR-Mark zu berappen waren. Aber dafür gab es schließlich exklusiv eine ordentliche Blue-Jeans plus Jacke und eben nicht die Kleidungsstücke von der Stange, der man so oft ostdeutsche

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