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Vollnarkose Killer, Chirurgen und verdammt scharfe Schwestern - Kriminalroman von Bateman, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Vollnarkose

Sag niemals Nein zu Dr. Yes! Eine schief operierte Nase geht vielleicht noch als Kunstfehler durch. Aber dass in Dr. Yeschenkovs Schönheitsklinik ganze Patienten verschwinden, geht zu weit. Das findet zumindest der namenlose Besitzer der Krimibuchhandlung "Kein Alibi" und beginnt zu ermitteln. Noch ahnt er nicht, dass er damit seinen Kollegen, seine Freundin, deren ungeborenes Baby und - noch viel schlimmer! - sich selbst in Gefahr bringt. Colin Bateman, geboren 1962, arbeitete als Journalist und Kolumnist und Drehbuchautor. Inzwischen hat er eine Reihe Romane für Erwachsene, aber auch einige Kinderbücher geschrieben und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Bangor, Nordirland. Sein Roman Divorcing Jack wurde 1998 verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 11.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641086749
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Dr. Yes
    Größe: 512 kBytes
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Vollnarkose

1

Es waren üble und elende Zeiten.

Frühling lag in der Luft, was an sich schon deprimierend genug war wegen der Pollen, Bienen und Fledermäuse; zusätzlich aber vermieste mir meine Gelegenheitsfreundin das Leben mit ihrer Schwangerschaft, für die sie mich beharrlich verantwortlich machte, obwohl sie immer noch keinen amtlichen DNA -Test dafür hatte beibringen können. Sie jammerte und klagte und kritisierte mich - alles Teil ihres bizarren Versuchs, einen besseren Menschen aus mir zu machen. Gleichzeitig störte es sie offensichtlich wenig, dass sie beständig an Gewicht zulegte. Sie hatte jetzt ein kleines Doppelkinn, was sie auf ihren Zustand schob, ich hingegen auf Maltesers Schokokugeln. Es gab eindeutig keine Zukunft mehr für uns. Weitere schlechte Nachrichten waren, dass Belfasts Leserschaft bei Buchkäufen immer noch das Internet dem Kein Alibi vorzog, dem besten Krimibuchladen der Stadt, während meine Teilzeitbeschäftigung als Privatermittler, die mir ein paar Nebeneinnahmen hätte bescheren können, kürzlich einen herben Rückschlag erlitten hatte, wovon mir ein schlechter Nachgeschmack geblieben war, der sich möglicherweise aber auch einer Fünf-Minuten-Terrine verdankte.

Ich will Sie hier nicht weiter mit den Details des Falls der verführerischen Süßigkeiten langweilen, nur so viel soll gesagt sein: Selbst wenn die Umstände für die betroffene Familie höchstwahrscheinlich belastend waren, begann alles recht harmlos. Bis ich mich einschaltete. Der Besuch einer hiesigen Mittelschule war für den dreizehnjährigen Mark zur Tortur geworden, weil jemand auf eine Toilettenwand folgenden Graffitispruch geschrieben hatte:

Mark Bruce zieht für eine Tüte

Dolly-Lakritzmischung die Hose runter

Die Schule hatte die Schmiererei sofort entfernen lassen, aber sie tauchte immer wieder an verschiedenen Orten auf. Schulen sind dafür berüchtigt, dass sie solche Vorfälle entweder vertuschen oder nach internen Lösungen suchen, doch ein hiesiger Süßwarengroßhändler kam dem zuvor. Dem Mann war aufgefallen, dass immer mehr Kinder in seinen Läden ein "Päckchen Bruce" verlangten statt eine Dolly-Mischung, und da er eine Art Monopolstellung für dieses Produkt besaß, befürchtete er, sein Geschäft könne dauerhaften Schaden nehmen. Zweifellos hatte der Mann von meinen jüngsten Erfolgen bei der Jagd auf Graffitikünstler gehört, etwa im Fall des Schwanzköpfigen Mannes oder im Fall der Schwuchtel auf der Überführung , daher wurde ich angeheuert, den Schuldigen ausfindig zu machen. Was nicht weiter schwer war. Kinder sind bekanntermaßen kleine Petzen. Ich brauchte nur die richtige Menge Druck anzuwenden, schon deuteten sie mit ihren schmutzigen kleinen Fingern auf einen weiteren dreizehnjährigen Jungen, der, wie sich herausstellte, diese hinterhältige Kampagne nicht nur aus Spaß am Quälen von anderen oder aus angeborener Bösartigkeit gestartet hatte, sondern aus Eifersucht und aus Rache. Er war kürzlich in den Stimmbruch gekommen, woraufhin sich die Zuneigung eines seiner Lehrer schnell auf einen Klassenkameraden mit hellerer Stimme verlagert hatte. In der Folge stellte ich einen fünfunddreißigjährigen Geografielehrer bloß - natürlich nur bildlich gesprochen. Ich bin mir sicher, dass er in dieser Stadt nie wieder eine Anstellung bekommen wird. Offenkundig hat er mittlerweile einen Posten südlich der Grenze angenommen. Wie auch immer, der Süßwarengroßhändler war keineswegs erfreut über meine Enthüllungen; er fürchtete, im Falle eines Prozesses könnte die Geschichte überall in den Zeitungen und im Internet Wellen schlagen und damit seine Süßwaren weiter ins Lächerliche ziehen, weswegen er sich schlankweg weigerte, mich zu entlohnen. Ja, ich habe sogar den Verdacht, dass er dem Lehrer dabei half, seiner gerechten Strafe zu entgehen.

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