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Vom selben Blut von Smedberg, Åke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Vom selben Blut

Was ist nur geschehen? Wer ist das? Auf der Beerdigung ihres Mannes bittet Gisela Henning den Journalisten John Nielsen herauszufinden, was eine junge Frau mit ihrem verstorbenen Mann zu tun hatte. Hinweise auf eine Verbindung der beiden gibt ein Foto, dass Gisela Henning dem Journalisten übergibt. Lasse Nielsens Recherchen jedoch laufen zunächst ins Leere. Niemand will die junge Frau kennen oder gar gesehen haben. Sie scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein bzw. nie gelebt zu haben. Doch dann erhielt John Nielsen einen entscheidenden Hinweis, der ihn auf die Spur einen schrecklichen Verbrechens führt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 18.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711475423
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1624 kBytes
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Vom selben Blut

Ende März, der Himmel war bleigrau und hing tief. Ein trostloser Nieselregen trieb über die aufgeweichten Lehmböden, die hinter der Friedhofsmauer begannen.

John Nielsen blieb auf dem Weg vom Parkplatz stehen, fischte eine Zigarette aus der Schachtel. Er kam bereits zu spät, trotzdem blieb er stehen, zündete die Zigarette an, sog den Rauch gierig ein und ließ ihn die Lungen füllen. Er hustete, als er spürte, wie sich die alte, wohlbekannte Mischung aus kitzelnder Atemnot und Wohlbefinden im Körper ausbreitete. Er hatte vor fast einem halben Jahr aufgehört und wusste nicht mehr, zum wievielten Mal.

Und nun bot sich die Möglichkeit, das ein weiteres Mal zu tun, dachte er, während er auf den Rauch starrte, der in den Regenböen verschwand.

Der Regen war stärker geworden und peitschte in sein Gesicht. Aber er blieb stehen, rauchte weiter, starrte auf die vorbeiziehenden Regenböen, spürte, wie die Nässe unter den Hemdkragen kroch. Er spielte einen Augenblick mit dem Gedanken umzukehren, zurückzugehen, sich ins Auto zu setzen und davonzufahren. Sich zu drücken.

Dann zuckte er die Schultern, warf die Kippe auf den Weg und trat sie im Kies aus. Er ging auf die Kapelle zu, holte tief Luft, öffnete die Tür und trat ein.

Eva und die beiden Söhne saßen ganz vorn, einen knappen Meter hinter dem Sarg. Er hatte sie und Eva seit Jahren nicht mehr gesehen. Der ältere der Jungen, Erik, hatte anscheinend Lasses Körperbau geerbt. Stiernacken und breite Schultern, einen halben Kopf größer als alle, die in seiner Nähe saßen. Als er den Kopf umwandte, sah Nielsen, dass auch die Gesichtszüge die seines Vaters waren.

Auch Eva drehte den Kopf und sah ihn an. Einen Augenblick lang schien es, als würde sie ihn nicht wiedererkennen, dann nickte sie. Er nickte zurück und musterte die Frau rechts neben ihr. Das war Gisela. Sie saßen Seite an Seite.

Einen Moment blieb er in der Tür stehen, dann setzte er sich auf eine der hinteren Bänke. Er erkannte Lindståhls Rücken, während seiner Zeit bei der Polizei in Söderort war er Lasses Chef gewesen. Jetzt war er über siebzig. Neben ihm saß jemand, den er nicht zuordnen konnte, der aber wahrscheinlich ebenfalls ein alter Kollege von Lasse war.

Er zählte durch. Sieben Personen, inklusive seiner selbst. Nicht gerade eine beeindruckende Versammlung. Als hätte Lasse kaum Freunde gehabt, dachte er.

Der Priester, der kurz innegehalten hatte, als er durch die Tür getreten war, fuhr mit seiner Predigt fort. Nielsen hörte zu Anfang nur mit halbem Ohr zu, bis eine Formulierung ihn aufhorchen ließ.

"Lasse und ich ..."

Er betrachtete die breitschultrige, etwas untersetzte Gestalt vorne am Altar, hörte nun aufmerksam zu. Nach einer Weile begriff er, dass dieser Mann und Lasse Freunde aus Kindertagen waren, beide waren hier an der Küste aufgewachsen und anscheinend während der Schulzeit und in ihrer Jugend unzertrennlich gewesen.

In seiner Erzählung ging es darum, wie sie heimlich einen alten Motorkahn ausgeliehen hatten, den auf Grund fuhren und an Land zurückschwammen, halbtot vor Erschöpfung und Kälte retteten sie sich schließlich auf eine Brücke. Dann erzählte er von einem Einbruch in einem Ferienhaus, bei dem der Besitzer sie ertappt hatte. Es war im Spätherbst und schon dunkel gewesen, und sie waren davongekommen, weil sie in den Wald hineingelaufen waren, von den wenigen Schlucken Likör und Branntwein war ihnen so schwindelig, dass sie keine Ahnung von der Gegend oder der Himmelsrichtung hatten. Sie verbrachten die Nacht im Wald, wo sie herumirrten, orientierungslos über Windbruch und Baumstümpfe stolperten, immer mehr blaue Flecken bekamen und sich zerschlagen fühlten. Und immer nüchterner wurden.

Dann schwieg er, sah sich die kleine Versammlung an und schüttelte leicht den Kopf.

"Ja, Sie fragen sich wohl, warum ich diese alten Geschichten ausgrabe, die eigentlich keine richtige Pointe haben? Außer vielleicht, dass wi

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