text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Voodoo Thriller von Stone, Nick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Voodoo

Schwarze Magie und verschwundene Kinder vor der Kulisse des geheimnisvollen Haiti Es ist ein Auftrag, den Privatdetektiv Max Mingus nicht ablehnen kann: Zehn Millionen Dollar bietet ihm der Milliardär Allain Carver, wenn Max dessen Sohn findet. Von dem kleinen Charlie fehlt seit über drei Jahren jede Spur, und er ist nicht das einzige Kind, das auf Haiti verschwunden ist. In dem Land des Voodoo und der schwarzen Magie kursieren zahllose Geschichten über die mythische Figur des Mr. Clarinet, der seit dem 18. Jahrhundert Kinder auf der Insel stehlen soll. Doch die Wahrheit ist weit schockierender als die Legende - und die Gefahr zu kennen, heißt nicht, dass man den Morgen erleben wird ... Nick Stone wurde 1966 im englischen Cambridge geboren. Sein Vater ist der renommierte Historiker Norman Stone, seine Mutter entstammt einer der ältesten Familien Haitis, den Aubreys. Nick Stone verbrachte seine frühe Kindheit in Haiti, bevor er 1971 nach England zurückkehrte. Ein späterer einjähriger Aufenthalt in Haiti inspirierte ihn schließlich zu seinem Debütroman 'Voodoo', der als bester Thriller des Jahres mit dem Steel Dagger sowie dem Debut Thriller Award ausgezeichnet wurde und den Macavity Award für das beste Romandebüt erhielt. Der Autor ist verheiratet und lebt in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641206550
    Verlag: Goldmann
    Größe: 3131 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Voodoo

1

Ehrlichkeit und Offenheit waren nicht immer das Mittel der Wahl, aber wenn es ging, zog Max sie dem Reden um den heißen Brei vor.

"Ich kann nicht", verkündete er Carver.

"Sie können nicht, oder Sie wollen nicht?"

"Ich will es nicht, weil ich nicht kann. Es hat keinen Sinn. Sie erwarten von mir, ein Kind zu finden, das seit zwei Jahren vermisst wird, und das in einem Land, das ungefähr zur selben Zeit in die Steinzeit zurückgefallen ist."

Carver rang sich ein winziges Lächeln ab, das Max zu verstehen gab, für wie unkultiviert man ihn hielt. Außerdem verriet es, mit welcher Kategorie Reichtum er es hier zu tun hatte. Es war nicht einfach Geld, sondern altes Geld - die schlimmste Sorte, mit den besten Verbindungen in alle Richtungen: mehrgeschossige Banktresore, riesige Aktienvermögen, hochverzinsliche Offshore-Konten, per du mit allen, die irgendwo irgendwas zu sagen hatten, und genug Macht, einen zu zerquetschen wie eine Fliege. Solchen Leuten schlug man keine Bitte ab.

"Sie haben schon sehr viel schwierigere Aufgaben gemeistert. Sie haben ... Wunder vollbracht", sagte Carver.

"Ich habe noch keinen Toten zum Leben erweckt, Mr. Carver. Ich hab sie nur ausgegraben."

"Ich bin auf das Schlimmste gefasst."

"Wenn dem so wäre, würden Sie jetzt nicht mit mir reden", sagte Max. Und bereute seine Unverblümtheit. Sein einstiges Taktgefühl war im Knast durch Ruppigkeit ersetzt worden. "In gewisser Weise haben Sie recht. Ich habe in meinem Leben einige Höllenlöcher durchkämmt, aber es waren amerikanische Höllenlöcher, und es gab immer einen Bus zurück nach draußen. Aber Ihr Land kenne ich nicht. Ich bin nie da gewesen, und - mit allem Respekt - ich wollte nie hin. Herrgott, die sprechen nicht mal Englisch da."

Woraufhin Carver ihm von dem Geld erzählte.

Max hatte als Privatdetektiv nicht gerade ein Vermögen gemacht, aber er hatte sich ganz gut geschlagen - hatte genug verdient, um über die Runden zu kommen und sich das eine oder andere Extra leisten zu können. Die finanziellen Dinge des Lebens hatte seine Frau geregelt, die Wirtschaftsprüferin war. Einen ansehnlichen Teil des Geldes hatte sie für schlechte Zeiten auf drei Sparkonten deponiert. Außerdem besaßen sie Anteile an der L-Bar, einem gut laufenden Yuppie-Schuppen in der Innenstadt von Miami, der von Frank Nunez geführt wurde, einem ehemaligen Polizisten und Freund von Max. Das Haus und die beiden Autos gehörten ihnen, sie waren dreimal im Jahr in Urlaub gefahren und einmal im Monat schick essen gegangen.

Max brauchte nur wenig Geld für sich. Seine Kleider - für die Arbeit und besondere Gelegenheiten Anzüge, ansonsten Freizeithose und T-Shirt - waren immer geschmackvoll, aber selten teuer. Sein zweiter Fall war ihm da eine Lehre gewesen: Sein 500-Dollar-Anzug hatte Blutflecken abbekommen, und er hatte ihn der Kriminaltechnik übergeben müssen. Die wiederum hatte ihn an den Staatsanwalt weitergereicht, der ihn dann vor Gericht als Beweismittel D präsentierte.

Max schickte seiner Frau jede Woche Blumen, überschüttete sie zum Geburtstag, zu Weihnachten und zum Hochzeitstag mit Geschenken und war auch seinen besten Freunden und seinem Patenkind gegenüber großzügig. Süchte hatte er keine. Mit dem Rauchen und Kiffen hatte er aufgehört, als er den Polizeidienst an den Nagel gehängt hatte. Nur mit dem Alkohol hatte es etwas länger gedauert. Der einzige Luxus, den er sich gönnte, war Musik. Er besaß fünftausend CDs, Schallplatten und Singles - Jazz, Swing, Doowop, Rock'n'Roll, Soul, Funk und Disco -, und er kannte jede einzelne Note und jeden Text auswendig. Die größte Summe, die er für sein Hobby jemals ausgegeben hatte, waren die vierhundert Dollar gewesen, die er bei einer Auktion für ein handsigniertes Doppelalbum von Frank Sinatras In The Wee Small Hours Of The Morning hingebl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen