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W.E.L.T von Pitsch, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.10.2013
  • Verlag: Brighton
eBook (ePUB)
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W.E.L.T

Wahnsinn, Einsamkeit, Leidenschaft, Todesangst - WELT. Die Machenschaften omnipotenter Ärzte durchleuchtend, legt Pitsch eine grausige Wahrheit frei. Kraft unvorhersehbarer Szenarien bricht sein Thriller mit den Stereotypen des Genres. WELT ist ein bizarrer Trip durch die zerklüfteten Schluchten unserer Seele und gleichsam eine Allegorie auf die Verlorenheit des modernen Menschen. Über das Buch: Mitten in Kopenhagen erwacht ein Mann, verwahrlost und ohne Erinnerung. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit nimmt eine irre Geisterbahnfahrt ihren Anfang. Hinabstoßend in die entlegensten Bereiche der menschlichen Existenz, legt er Stück für Stück eine grausige Wahrheit frei. Gefährlich und düster ist die Welt, Lügen, Korruption und sexuelle Abartigkeiten zeichnen das Bild von einer dekadenten Gesellschaft. WELT. Ein Krimi aus Skandinavien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 17.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942200790
    Verlag: Brighton
    Größe: 2009 kBytes
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W.E.L.T

Nähe distanziert

Taumelnd zwischen den glitzernden Palästen des Konsums, streckte er demütig bettelnd die Hand aus.

Sie werden entschuldigen, hätten Sie vielleicht etwas Kleingeld für mich?

Von Mac Donald über Magazin bis hin zu Saturn , das Raumschiff war gelandet, ein krasser Schritt für den verirrten Menschen, ein gigantischer Sprung für die Seele, unheimliche Begegnung der dritten Art.

Darf ich Sie um ein paar Münzen bitten?

Grelles Geläut der Kassenapparate, die Stimme eines Toten aus dem Fahrstuhlschacht: "Imagine all the people ..." Kreditkarten, Computerprogramme und Überwachungskameras, Telefonjunkies, abertausend substanzlose Nachrichten, der Äther schwirrend vor leeren Worthülsen. Zurschaustellung, Spiegelkabinett, Spekulanten, Fassaden auf Hochglanz poliert. Kultivierte Oberflächlichkeit, pervertierter Sensationshunger, bizarrer Voyeurismus! Hunderte Erdbebentote! Baby im Tiefkühlfach! Behinderter von Dogge zerfleischt! Models ohne Make-up! Opa auf Rastplatz vergessen! Gedächtnis verloren!

Gedächtnis verloren ...

Könnten Sie mir bitte aus einer misslichen Lage helfen? Nur ein paar Kronen.

Mangelware Mangelware, Auswurf der Gesellschaft, namenloser Abschaum, Obdachloser, im Arm ein Leib Brot, ein Stück Gouda und 0,33 L. Apfelsaft.

"He, hier kannst du nicht liegen bleiben!" Der Ton des Ordnungshüters gestattete keine Widerrede. "Such dir einen anderen Platz zum Pennen!"

Das Kaufhaus hatte ihn ausgespuckt, auf den hölzernen Rippen einer Bank war er niedergesunken, hatte Bissen für Bissen die rettende Nahrung verschlungen und sein Überleben gesichert. Unter dem Ansturm der Geschehnisse konnte er die Gegenwart nicht länger aufrechterhalten; sein Oberkörper war zeitlupenträge zur Seite geglitten, die altbekannte Dunkelheit hatte erneut seinen Geist in sich aufgesogen.

Wörter lösten sich von seinen Lippen, ganz ohne sein Zutun: "I orden, jeg skal nok gå." In Ordnung, ich gehe ja schon.

Niedrig stand die Sonnenscheibe am Kopenhagener Himmel, rotorange glomm sie über den Hausdächern und färbte Wolkenbänder mit filigranen Schleiern. Sein willkürlicher Weg führte über die lichte Fläche des Axel Torvs hin zur Mündung der Vesterbro Gade. Erstarrte Masken der Großstädter warben für Distanziertheit, die Rinnsteine sollten Unrat in ihre Schranken weisen, Ratten huschten durch die Labyrinthe der Kanalisation.

Am Tresen einer Drogerie vergrub seine freie Hand eine Schere und einen Nassrasierer in die Jackentasche, derweil er für den Luxus einer Zahnbürste 20 Kronen bezahlte. Eine öffentliche Toilettenanstalt war die nächste Anlaufstation, wo er sein Gesicht von dem wuchernden Haarwuchs und dem Bartgeflecht befreite. Um Jahre verjüngt durchmaß er im Nachtfall die Absolonsgade. Von Osten her verströmte das Firmament den letzten Widerschein des Tages.

Heerscharen von Nutten, bewaffnet mit Stilettos und ledernen Miniröcken, schlängelten ihre Leiber um seine Einsamkeit, stimmten den Ruf der Lüsternheit an. Aus geschminkten Mündern stießen glitschige Zungen hervor und umgarnten ihn mit der Anziehungskraft fleischfressender Pflanzen. Verzerrte Sinnbilder männlicher Vulgarität lösten sich aus den Nischen. Er währte ihren Angriffen und strauchelte in einen schummrigen, von Rauchschwaden und Bierdunst erfüllten Pub. Im Halbdunkel der rustikal möblierten Kneipe hingen etwa zehn, zwölf trinkfreudige Existenzen in unterschiedlichen Stadien des Verfalls; träge drehten sie ihre Brummschädel zur Seite und starrten ihn an. Der Wirt sorgte hinter der Theke für einen regen Fluss der Spirituosen, und aus einer altmodischen Jukebox schepperte ein vertraut anmutender Singsang: " ... gimme, gimme, gimme your love after midnight. "

Die Visage des Barkeepers spiegelte das harsche Milieu wider. "Was darf s denn sein, Kumpel?"

Neben den Flaschenreihen war eine Preisl

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