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Weißt du, warum ich tot bin? Roman von Lock, Kim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Weißt du, warum ich tot bin?

Fairlie Winter erhält einen Brief von ihrer besten Freundin Jenna. Doch Jenna ist seit einigen Tagen tot. Den Brief hat sie abgeschickt, bevor sie starb. Jennas kleine Familie schien perfekt, aber jetzt wird Fairlie klar, dass ihre Freundin Geheimnisse vor ihr hatte. Geheimnisse, die sie das Leben gekostet haben. Fairlie muss die Wahrheit herausfinden. Eine Wahrheit, für die sie möglicherweise nicht bereit ist.

Kim Lock wurde 1981 in Australien geboren. Sie arbeitet als Grafikdesignerin und als Stillberaterin. Außerdem schreibt sie für verschiedene Zeitschriften, darunter The Guardian und Daily Life. Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Barossa Valley in Süd-Australien. "Weißt du, warum ich tot bin" ist ihr erster Roman im Diana Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188801
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher .35983
    Originaltitel: Like I Can Love
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Weißt du, warum ich tot bin?

I.

Er war blass. Selbst im schummrigen Licht des proppenvollen Pubs wirkte seine Haut weiß wie Schnee. Er trug eine Jeans mit breitem Gürtel, hatte den Hemdkragen hochgeschlagen und strahlte ein geradezu unbändiges Selbstbewusstsein aus, vor allem, wenn er den Kopf zurückwarf und sein siegessicheres Lachen erklang. Im Licht der Bar hinter ihm schimmerten seine abstehenden Haare rotgolden, doch aus der Nähe betrachtet stellte Jenna fest, dass sie in einem tiefen Kastanienbraun leuchteten.

Zuerst hatte sie den Blick des Fremden gar nicht bemerkt, als sie ein wenig zögernd hinter Fairlie den Pub betrat. Fairlie hakte sich bei Jenna ein und zog sie sanft an ihren üppigen Körper.

"Nur ein, zwei Drinks", sagte sie und zerrte sie zur Bar. "Damit du auf andere Gedanken kommst."

Als Jenna nach rechts gesehen hatte, war er ihr aufgefallen. Er beobachtete sie. Der Typ, der einen halben Kopf größer war als die Kerle um ihn herum, hatte eindeutig ein Auge auf sie geworfen. Er starrte sie an, doch es war kein Glotzen; er wirkte eher neugierig. Als Jenna seinen Blick erwiderte, hob er unmerklich das Kinn und lächelte. Zwischen ihnen taumelten, johlten, drängten sich einige mehr oder minder betrunkene Gäste wie eine Horde Pinguine auf einer Eisscholle, doch einen Moment lang bekam sie von alldem nichts mit.

Fairlie, der ihr kurzer, wortloser Austausch nicht entgangen war, musterte Jenna mit hochgezogener Augenbraue, worauf diese aus ihrer Trance erwachte.

"Das ging aber schnell", bemerkte sie.

"Wir sind ja wohl nicht extra nach Mount Gambier gefahren, um bloß ein paar Drinks zu kippen", gab Jenna zurück.

"Tu dir keinen Zwang an", sagte Fairlie. "Ich genehmige mir ein paar Drinks, und du schaust dich ein bisschen um."

Ein paar andere Gesichter, den einen oder anderen Cocktail und ein bisschen Partystimmung, genau das brauche Jenna jetzt, hatte Fairlie beharrlich erklärt. Und obwohl Jenna wusste, dass es sinnlos war, mit ihr zu diskutieren, hatte sie ihr während der vierzigminütigen Fahrt von Penola nach Mount Gambier deutlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht in Feierlaune war. Starr hatte sie aus dem Fenster geblickt, ohne die weißgrauen Stämme der vorbeihuschenden Eukalyptusbäume wahrzunehmen. Unablässig sah sie das Gesicht ihrer Mutter vor ihrem inneren Auge. Und während Fairlie alle möglichen Tricks und Kniffe angewendet hatte, um Jenna aufzumuntern, waren ihr die Worte ihrer Mutter nicht aus dem Sinn gegangen.

Der Mann lächelte sie breit an und nickte ihr über die Köpfe der Umstehenden hinweg zu.

An der Bar herrschte Hochbetrieb, doch es gelang ihnen, zum Barkeeper vorzudringen, einem jungen Typen mit tätowierten Unterarmen. Fairlie grinste ihn an, klimperte mit ihren dick getuschten Wimpern und presste die Ellbogen in die Seiten, um ihr Dekolleté zur Geltung zu bringen, aber seine Miene blieb ausdruckslos, als er ihnen die Drinks herüberschob und zwölf Dollar verlangte.

"Verdammt, Jen, das kann doch alles nicht so schlimm ...", begann Fairlie.

Plötzlich stand er neben ihnen. Im selben Moment fielen sich zwei Frauen hinter ihm mit einer derart penetranten Hysterie in die Arme, dass alle Umstehenden zurückwichen wie bei einer Explosion und Ark jäh gegen Jenna gedrückt wurde.

"Oh, tut mir leid", sagte er.

Jenna errötete. Er stand so dicht neben ihr, dass sie den Kopf heben musste, und einen Moment lang strich sein feuchter Atem über ihren Hals. Sie bekam eine Gänsehaut.

Er beugte sich zu ihr und griff über ihre Schulter. Jenna hielt die Luft an, als er den Kragen ihrer Bluse zwischen zwei Finger nahm. Er beugte sich noch ein Stück weiter vor, und nun spürte sie seinen Atem an ihrem Ohr, während er das Etikett in Augenschein nahm. Ihre Muskeln spannten sich an, und sie ballte die Hände unwillkürlich zu Fäusten.

"Kann ich Ihnen irgendwie helfen?" Hätte sie seine unmittelbare Nähe nicht völlig gefangen g

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