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Wer ist Michael Swann? Thriller von Reardon, Bryan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Wer ist Michael Swann?

In der Penn Station in New York explodiert eine Bombe. Daher ist Julia Swann erleichtert, als ihr Mann Michael, der zu der Zeit im Bahnhof war, eine SMS schickt. Aber dann statten Beamte der Terrorabwehr Julia einen Besuch ab und zeigen ihr ein Überwachungsvideo, in dem Michael vom Tatort flüchtet. Offenbar hat er die Bombe gezündet. Julia glaubt jedoch nicht, dass ihr Mann ein Terrorist ist. Sie ist entschlossen, Michael vor der Polizei zu finden und ihm zu helfen. Ein gnadenloser Wettlauf beginnt ... Bryan Reardon studierte Psychologie und arbeitete danach jahrelang für den Gouverneur des US-Bundesstaates Delaware. Anschließend machte er sich als Autor selbständig. Sein erster Roman Finding Jake wurde in den USA ein großer Bestseller. Wer ist Michael Swann? ist der erste Roman von ihm, der auf Deutsch erscheint. Bryan Reardon lebt mit seiner Familie in West Chester, Pennsylvania.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 381
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732560912
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Terrorist and Mrs. Swann
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Wer ist Michael Swann?

1

Ich kann sie jeden Tag sehen. Ich schließe die Augen, und sie tritt aus der Dunkelheit hervor, eine strahlende Erscheinung, die ich einfach nicht verdiene. Noch immer habe ich sie an diesem Tag vor Augen. Sie hatte ein weißes Trägershirt und eine Caprihose an, auch wenn es Monate dauerte, bis mir wieder einfiel, dass das die richtigen Bezeichnungen dafür waren. Sie stand in der Sonne, deren Strahlen die weiche Haut ihrer Wangen streiften und die atemberaubende Intensität ihres Blicks verstärkten. Die dunklen Haare hatte sie nach hinten zusammengebunden, wodurch ihr markantes Gesicht und ihr langer, eleganter Hals betont wurden. Sie sah aus wie eine Läuferin und eine Anführerin, eine Mutter und eine zeitlose Schönheit, zumindest in meinen Augen. Und ich sah den Ring an ihrem Finger, silbern, schlicht. Ihr Name war Julia. Julia Swann.

An dem Tag, als es passierte, saß sie mit Evelyn und Tara, zwei Nachbarinnen, auf der Veranda hinter dem Haus. Ihre Kinder spielten im Garten mit großen, teuren Wasserpistolen. Ihre wilden Schreie hallten durch das engmaschige Straßennetz der Nachbarschaft, die sich außerhalb von Philadelphia auf dem Land erstreckte.

"Diese Aufstände gestern Abend, kaum zu glauben, oder?", sagte Julia.

"Richtig verrückt, nicht wahr? Ich verstehe das einfach nicht."

"Ich auch nicht", sagte Evelyn. "Diese Proteste erinnern an das Wrestling, das sich mein Bruder als Kind immer anschaute."

Julia lachte. "Stimmt, nur war da alles vorgetäuscht. Das hier ist real."

"Ich finde, sie sollten einfach alle miteinander festnehmen", sagte Tara in einem schärferen Tonfall als die anderen. "Nichts als dummes Gerede. Verkünden großartig irgendwelche Versprechen und reden von dieser verfluchten Mauer! Kein Einziger scheint sich darum zu sorgen, dass so viele Menschen ihre Jobs verlieren."

Evelyn und Julia schwiegen einen Moment lang. Sie wussten nur zu gut, wie heikel dieses Thema werden konnte, insbesondere für Tara. Doch Julia wusste auch, wie besorgt ihre Freundin war. Und sie wollte ihr eine Gelegenheit geben, sich alles von der Seele zu reden. Vielleicht half ihr das ja.

"Über tausend Entlassungen?", fragte sie mit gerunzelter Stirn und schwenkte das Glas Chardonnay, das sie in der rechten Hand hielt. Tara nickte. Ihre Augen röteten sich, als sie zur Seite sah. Die meisten Nachbarn wussten, dass sie und ihre Familie vermutlich von hier wegziehen mussten, wenn ihr Mann keinen neuen Job an Land zog.

"Das ist alles so verkorkst", sagte Tara. "Ich dachte, er würde sein ganzes Leben lang hier arbeiten. So war das bei meinem Vater."

"Heutzutage ist alles so anders", sagte da die dritte Mutter, Evelyn Chase. Sie hatte kurze dunkle Haare und trug aufeinander abgestimmte Laufkleidung von Athleta.

Julia lehnte sich zurück und beobachtete die Kinder. Ihre Jungs, Evan, zwölf Jahre alt, und Thomas, acht Jahre, waren sehr gut mit Brady, Evelyns ältestem Sohn, befreundet. Gerade eben steckten die drei die Köpfe zusammen, es sah so aus, als würden sie eine perfekt koordinierte Attacke auf die anderen Kinder planen.

"Ist es denn endgültig?", fragte Julia.

"Ich denke schon, aber sie haben noch nicht verkündet, wer gefeuert wird. Heute hat wohl irgendein wichtiges Meeting stattgefunden, aber ich habe bislang noch nichts gehört."

"Kann er nicht hier etwas anderes finden?"

Tara schüttelte den Kopf und lachte müde. "Das bezweifle ich. Er ist Pflanzengenetiker. Wenn es da überhaupt irgendwelche Jobs gibt, dann im Mittleren Westen." Wieder lachte sie, aber dieses Mal kullerte eine Träne über ihre Wange. "Könnt ihr euch das vorstellen? Ich in Iowa?"

"Da ist es ganz schön", sagte Evelyn. "Das habe ich zumindest gehört. Frannie Goode ist vor ein paar Jahren dorthin gezogen, und ihr gefällt es richtig gut."

"Ach wirklich?", sagte Tara.

"Na komm", sagte Evelyn. "Das wird schon. Am Anfang wirst du dich s

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