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Wie Blut auf Schnee Kriminalroman von Malik, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Wie Blut auf Schnee

Hinter jeder Fassade lauert der Abgrund, und manchmal sogar der Tod ...
Der heruntergekommene Wohnwagen ist Roland Degens schon lange ein Dorn im Auge. Jeden Morgen denkt er sich, dass man ihn entsorgen müsste. Aber heute ist etwas anders. Als der Wind den Vorhang vorm Fenster hochweht, kommt ein lebloser Frauenarm zum Vorschein. Franka Janhsen und Simon Ackermann von der Rerricker Kriminalpolizei werden an den Tatort gerufen und sind schockiert von der grausam zugerichteten Frauenleiche. Und es bleibt nicht bei dieser einen Toten. Als bei einem Wohnungsbrand ähnliche Verletzungen an einem weiblichen Opfer festgestellt werden, müssen sich die Ermittler einer beängstigenden Frage stellen: Treibt sich ein Sadist auf den Straßen der sonst so beschaulichen Stadt herum, einer, dessen Appetit gerade erst geweckt worden ist?

Nina Malik ist das Pseudonym einer erfolgreichen Romanautorin. Mit ihrer neuen Krimireihe um die Ermittlerin Franka Janhsen widmet sie sich einer spannenden neuen Erzählwelt rund um die Abgründe unserer Gesellschaft. Nina Malik lebt mit ihrer Familie in Norddeutschland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 25.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218102
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1084 kBytes
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Wie Blut auf Schnee

2

Franka Janhsen von der Mordkommission Rerrick starrte die Tote schon viel zu lang an. Sie wusste es - und ihr Partner, Hauptkommissar Simon Ackermann, wusste es auch. Das verriet die Art, wie der groß gewachsene Mann sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagerte. Jede Sekunde in dem heruntergekommenen Wohnwagen war eine zu viel, nicht nur wegen des Leichengeruchs, der trotz des zerbrochenen Fensters in der Luft hing.

"Sollen wir starten?" Simon wechselte das Standbein.

"Gib mir noch eine Sekunde."

Die Worte kamen Franka kaum über die Lippen. Warum, konnte sie nicht genau sagen. Nur, dass die junge Tote, die zwischen einer Sitzbank und einem an die Wand montierten Tisch eingekeilt war, etwas in ihr auslöste. Genauer gesagt, ihr auf der Tischplatte liegender Unterarm, um dessen Handgelenk sich ein Stück Plastikschnur wand. Dort, wo sich die Schnur tief ins Fleisch gegraben hatte, steckte sie immer noch in der blutverkrusteten Wunde. Anscheinend hatte die Frau, nachdem sie die Fessel gewaltsam aufbekommen hatte, keine Zeit mehr gehabt, sie abzustreifen. Die andere Hand hatte sie befreien können. Was ihr allerdings nichts gebracht hatte, wie ihr schlaff zum Fenster heraushängender Arm bewies. Vielleicht war sogar ihr Befreiungsakt Auslöser für die Stiche in ihren Bauchraum gewesen, die sie allem Anschein nach umgebracht hatten. Oder vielmehr erlöst, wenn man die zahlreichen Verletzungen, die der Frau beigebracht worden waren, bedachte.

Simon räusperte sich.

Eine Sekunde noch!

Offenbar erreichte Frankas stummes Flehen ihren Partner, denn er atmete ergeben aus.

Nach einer Weile sagte Simon in einem Ton, als ständen sie beide am Kaffeeautomaten im Präsidium und nicht in einem nach altem Blut, Leichengasen und Unrat stinkenden Wohnwagen: "Ich habe, bevor du gekommen ist, ähnlich paralysiert rumgestanden. Man weiß vor lauter Wunden nicht, wohin man als Erstes sehen soll. Aber die Plastikschnur ist am schlimmsten. Wie verzweifelt muss man sein, um sich so heftig gegen seine Fesseln zu wehren, dass man sich dabei das Fleisch von den Knochen schabt?"

"Wenn die Schmerzen, die einem zugefügt werden, so stark sind, dass man die einschneidende Plastikschnur vergisst."

"Sie hat eine Menge aushalten müssen, bevor sie erlöst wurde", stimmte Simon zu. "Allein die Verletzungen im Gesicht ... die Nase ist kaum noch als solche zu erkennen. Und die Würgemale an ihrem Hals sehen aus, als hätte jemand nicht bloß zugepackt, sondern regelrecht seine Klauen in ihr Fleisch geschlagen. Die eingebluteten Stellen stammen bestimmt von Fingernägeln. Mal sehen, was die Gerichtsmedizin zutage fördert. Mit ein wenig Glück hat der Täter ein Souvenir in den Wunden hinterlassen."

"Der Täter? Sie sieht aus, als wäre ein ganzer Trupp Sadisten mit verschiedenen Vorlieben über sie hergefallen." Frankas Magen erinnerte sie daran, dass sie noch nichts gegessen hatte. Ob das nun gut oder schlecht war, würde sich noch herausstellen.

Sie war vor rund zwei Stunden zum Einsatzort gerufen worden. Ein noch nicht identifiziertes weibliches Opfer, zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt, das an einem Autobahnzubringer in einem verlassenen Wohnwagen gefunden worden war. Todesursache? Vermutlich erstochen. "Könnten aber noch ein paar andere Sachen gewesen sein", hatte die Kollegin von der Telefonzentrale gesagt. "Sieht wohl ganz schön schlimm aus. Besser, Sie beeilen sich, Frau Janhsen."

Und genau das hatte Franka dann auch getan. Trotzdem war sie erst vor einer halben Stunde eingetroffen. Der Anruf hatte sie auf dem Rückweg von der ostfriesischen Küste erreicht, wo sie ein paar Tage verbracht hatte. Statt erholt aus ihrem Kurzurlaub zurückzukehren, zeichneten sich Schatten unter ihren Augen ab. Die Fahrt nach Rerrick mit durchgetretenem Gaspedal durch den Märzregen hatte nicht gerade zu ihrer Entspannung beigetragen. Davon musste jedoch niemand etwas mitbekomm

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