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Wie du mir So ich dir - Thriller von Gentry, Amy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2019
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Wie du mir

Zwei Frauen im Rachefieber ... Die junge Comedian Dana Diaz begegnet nach einem missglückten Auftritt der IT-Spezialistin Amanda. Als Frauen in typischen Männerberufen klagen sie sich ihr Leid, denn beide sahen sich in der Vergangenheit häufig mit sexuellen Belästigungen oder Übergriffen konfrontiert. Lange haben sie dies einfach erduldet, jetzt wollen sie selbst für Gerechtigkeit sorgen. Sie schließen einen Pakt: Jede soll sich an den Gewalttätern der anderen rächen. Nach kurzer Zeit übertrumpfen sich die beiden Frauen in ihren Rachespielen, geraten in eine Spirale aus Gewalt, Betrug und Täuschung. Bis sich Dana irgendwann fragt, ob sie ihrer neuen Freundin eigentlich wirklich blind vertrauen kann. Und was, wenn nicht? Wäre es dann für einen Absprung aus dem teuflischen Spiel nicht schon viel zu spät...? Amy Gentry ist freie Literaturkritikerin und unterrichtet in Austin, Texas, englische Literatur an einer High School. Außerdem engagierte sie sich mehrere Jahre lang als Ehrenamtliche in einer Organisation für Opfer sexueller Gewalt. Ihr Debüt 'Good as Gone' wurde zu einem internationalen Bestseller und erschien in über 20 Ländern. Ihr zweiter Thriller 'Wie du mir' erschien Anfang 2019 und erhielt ebenfalls international große Beachtung. Amy Gentry lebt mit ihrer Familie in Austin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 28.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641236267
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Last Woman Standing
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Wie du mir

1

"Und jetzt: Bühne frei für Daaaaana Diaz!"

Ein paar Leute klatschten, während ich die hölzerne Bühne bestieg und dabei den Lautsprechern auswich. Im Scheinwerferlicht zupfte ich ein letztes Mal den T-Shirt-Saum vom Bund meiner Jeans, strich mir eine dunkelbraune Strähne vom Lipgloss-Lächeln, umfasste das Mikrofon mit einer Hand und löste sorgsam das Kabel vom Ständer. Es war Quatsch, zwei Minuten mit dem Runterschrauben auf meine Körpergröße zu verlieren: 1,65 m auf Zehn-Zentimeter-Absätzen, ohne die ich mich so gut wie nie auf die Bretter stelle.

"Hallo zusammen", sagte ich. "Ich bin Dana und heute Abend eure Quoten-Latina."

Ich wartete auf das betretene Gekicher, doch alles, was kam, war die dumpfe, beleidigte Schweigepause eines Kneipenpublikums, dem die Musik abgedreht worden war, gefolgt von einem bellenden Husten. Weiter im Text.

"Und sag mir ja keiner, ich soll dahin zurückgehen, wo ich herkomme. Amarillo liegt am Arsch der Welt." Wieder Schweigen. Ich nestelte am Mikroständer herum. "Irgendwer aus Amarillo im Publikum? Nein?" Kein Gejohle. "Schon okay, ich würd's auch nicht zugeben, wenn es nicht mein Job wäre. Na ja, Hobby."

Ich war seit etwas über einem Jahr wieder in Austin, absolvierte so viele Open Mics, Gastauftritte und Newcomer-Sets wie möglich und hatte mir meinen Slot auf der Third-Thursday-Bühne im Nomad redlich verdient. Aber in letzter Zeit wollte der Funke einfach nicht überspringen, und ich wusste nicht, woran es lag.

Ich fuhr fort. "In Amarillo ist wenig los. Na ja, der zweitgrößte Arbeitgeber ist ein Heliumwerk. Als ich zur Highschool ging, hingen wir immer hinter dem Seven-Eleven rum ...", ich tat so, als saugte ich an einem Heliumballon, und sagte mit hoher Piepsstimme: "Hey, Alter, reich Mickymaus mal weiter."

Ausdruckslose Mienen. Mein Schnüffler-Gag klang wenig überzeugend, weil meine Wochenenden in der Highschool-Zeit tatsächlich eher clean gewesen waren. Jason und ich hatten gesehen, was Drogen mit seinem großen Bruder angerichtet hatten, und wollten nichts damit zu tun haben. Ich nahm mir fest vor, an meiner komischen Stimme zu arbeiten, und preschte voran. "Als ich klein war, hat meine Mom in der Heliumfabrik gearbeitet. Ich dachte immer, sie wär Kindergeburtstagsclown." Kurze Pause. "Der Tag, an dem sie mich mal mit zur Arbeit nahm, war eine herbe Enttäuschung für mich."

Ich suchte auf den bühnennächsten Plätzen nach einem freundlichen Gesicht, sah aber nur dumpfäugige Trinker und verkorkste Tinder-Dates. In Gedanken driftete ich in die grellen Untiefen der Scheinwerfer ab. Jason, mein Co-Autor und bester Freund, seit wir vierzehn waren, hatte mir vor vielen Jahren den Tipp gegeben, mir das freundlichste Gesicht in der Menge auszugucken, wenn ich floppte, und mir vorzustellen, dass ich nur diesem Menschen alle meine Witze erzählte. Zwar hatte ich mit Jasons Trick nur selten das Publikum zurückgewonnen, war mittlerweile aber oft genug gefloppt, um zu wissen, dass es gar nicht so sehr darauf ankam. Sondern darauf, dem Publikum zu zeigen, dass es einem da oben bestens ging, danke der Nachfrage. Es gibt kein schlimmeres Fremdschämen als zuzusehen, wie jemand auf der Bühne hilflos herumzappelt. Ich hatte dieser Regel einen geheimen Namen gegeben: Kein Blut im Wasser .

Ich merkte, dass ich fahrig herumfuchtelte, mit angespannter Stimme, um mich größer zu machen. Nach vier Jahren in Los Angeles fiel es mir schwer, mich in dieser etwas zu lockeren Stadt zu entspannen. Mir fehlte die Plackerei. Das Publikum in L. A. war hart gewesen, hatte mich aber abgehärtet; hier in Austin hingegen setzte einem die Gleichgültigkeit zu. Als ich aus L.A. abgehauen war, hatte Jason kaum noch mit mir geredet, und da hatte ich es mir geschenkt, ihm die gleiche Leier zu erzählen wie allen anderen: Ich würde eine Auszeit brauchen, nur kurz, und dann wiederkommen. Doch das war leichter gesagt als getan. Beim letzten Umzug w

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