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Witwe Meier und die toten Männer Kriminalroman von Johnsberg, Jette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Witwe Meier und die toten Männer

Frau Meiers Leben bewegt sich farblich im Spektrum zwischen sahara-beige und schlammfarben. Sie ist in den Sechzigern, verbittert, ein wenig böse und kugelrund. Das macht das Leben weder für sie noch für die anderen locker, luftig und leicht. Ihr Dasein wird jedoch bunt und schillernd, als einige unerwartete und mehr oder weniger bedauerliche Todesfälle in ihrem Umfeld geschehen. Doch obwohl nicht alles Mord ist, was den einen oder anderen umbringt, erwacht Frau Meier mit jeder Leiche zu neuem Leben.

Jette Johnsberg wurde 1969 in Coburg geboren und verbrachte schon als Kind viel Zeit damit, sich Geschichten auszudenken und zu erzählen. Neben ihrer Fotografenlehre schrieb sie schon als Teenager regelmäßig für eine Tageszeitung. Danach lebte sie lange in Bamberg, dort arbeitete sie sowohl für eine Zeitung als auch im Bereich Sprachen und Tourismus. Heute wohnt Jette Johnsberg mit ihrem Mann und zwei pubertierenden Jungs in einem kleinen Dorf in Oberbayern, wo sie eine Praxis als Heilpraktikerin führt, Bücher und Geschichten schreibt und das Frankenland und seine Menschen tagtäglich vermisst. Besuchen Sie die Autorin auf ihrer Homepage unter www.jettejohnsberg.com.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839248706
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2564kBytes
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Witwe Meier und die toten Männer

7. Grabbeigabe

Als Marie klingelte, schnellte Frau Meiers Blutdruck auf ungemütliche 240 zu irgendwas.

"Hilf mir mal, die Koffer hochzutragen! Ich kann die Sachen nicht im Auto lassen, mir ist neulich eine ganze Kollektion geklaut worden!", schrie es von unten.

"Ich kann nicht, ich darf nicht heben!"

"Stell dich nicht so an, ein Spitzenstring wiegt auch in Größe 56 nicht mehr als 25 Gramm!"

In diesem Moment kam Herr Krause, der Nachbar von schräg oben, die Treppe herunter. Herr Krause war der rüstige Ehemann einer langweiligen und einsilbigen Frau Krause, die sehr gerne Lockenwickler trug. Herr Krause schien schon immer ein wenig von seiner Frau vernachlässigt worden zu sein, und somit schaute er schon seit Jahren allem, was keinen Vollbart hatte, hinterher.

"Oh, die Frau Schwester ist zu Besuch, bitte warten Sie doch, ich helfe gerne."

Herr Krause schnappte sich die beiden zartrosa Koffer und schien mit ihnen die Treppe förmlich nach oben zu schweben.

"Ich darf doch?", hauchte er und trat mit Elan in Frau Meiers heiliges Dreizimmer-Reich.

Herr Krause war noch nie in Frau Meiers Wohnung gewesen. Nicht in den 35 Jahren, in denen sie nun schon gemeinsam im selben Mietshaus wohnten.

Noch immer stand Marie unten und rief erneut: "Hallooo, kann mir noch mal jeeeeemand heeeelfeeeen?"

Herr Krause stürzte, an der fassungslosen Frau Meier vorbei, erneut die Treppe hinunter. Marie schien seine Tonlage absolut getroffen zu haben. Seiner Frau schien das in der Regel eher selten zu gelingen.

Nun dauerte es länger, denn Herr Krause schleppte die schweren Koffer mit Maries kleiner Reiseausstattung. Allein die Aussicht jedoch, einen Blick in die verheißungsvollen rosafarbenen Koffer werfen zu können, veranlasste ihn, die betonschweren Teile nach oben zu wuchten. Dort angekommen war er puterrot und erklomm nur mit Mühe die letzte Stufe.

Marie war nun auch im ersten Stock angelangt. Sie zog die rechte Augenbraue nach oben und ging an Frau Meier vorbei in die Wohnung.

"Der hat ja nicht mal 'nen vernünftigen Hintern in der Hose", zischte sie ihrer Schwester dabei verschwörerisch anstelle einer Begrüßung zu. Und dann zwinkerte sie auch noch. Keck wie ein Teenager. Frau Meier mochte Derartiges überhaupt nicht.

"Tja", sagte Herr Krause.

"Tja", sagte Frau Meier.

"Ganz herzlichen Dank, lieber Herr Krause", flötete Marie.

Weil sie im vergangenen Monat eine neue Zahnprothese eingesetzt bekommen hatte, hörte sich das "herzlich" eher wie "herrsslich" an, aber das gab Herrn Krauses Ohren erst den richtigen Kick.

"Sagen Sie, werte Frau Marie, was verstecken Sie denn da in den rosa Köfferchen?", fragte er neckisch, und man konnte hören und sehen, dass sein Speichelfluss sich auf mindestens das Doppelte gesteigert hatte.

"Unterwäsche, lieber Krause, Unterwäsche", zwitscherte sie und es hörte sich dabei ganz reizend an. Unterwässe ...

"Soso, ich habe schon davon gehört, dass Sie das Besondere lieben und verkaufen."

"Ja, eine Frau sollte für sich immer nur das Beste wollen, Herr Krause, nur so kann sie auch das Beste bekommen, verstehen Sie?"

"Hört, hört", räusperte sich Krause und verstand natürlich nicht.

In Gedanken war er jedoch schon einen Schritt weiter und fragte sich, wie er wohl einen Blick in die Koffer werfen könnte.

"Herr Krause", Marie hatte ihn natürlich sofort durchschaut und witterte ein verlockendes Klingeln in der Kasse, "wollen Sie Ihrer Frau denn nicht ein nettes Ostergeschenk machen? Immer nur olle Schokoladenhasen vom Discounter, das ist doch langweilig. Und ich verspreche Ihnen, Sie selbst brauchen dann eh nichts mehr Anderes, das Sie anbeißen möchten!"

Frau Meier stockte bei diesem Geplänkel der Atem. Herr Krause, nach 35 Jahren erstmals in ihrem Wohnzimmer, ließ sich Höschen und Push-ups vorführen! Eigentlic

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