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Zwischen Wahrheit und Lüge Justizthriller Neuerscheinung 2018 von Grippando, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Zwischen Wahrheit und Lüge

Die Handschellen schließen sich noch am Flughafen um Isabelle Bornellis Handgelenke. "Mordverdacht" lautet der Haftgrund. Jack Swyteck, Miamis Strafverteidiger für die besonders schwerwiegenden Fälle und Highschoolfreund von Isas Ehemann Keith, übernimmt den Fall. Zwar beteuert Keith ihm gegenüber Isas Unschuld - doch was weiß der alte Freund eigentlich über die Vergangenheit seiner Frau? Warum verließ sie die USA damals so kurzfristig? Jack sieht sich einer Mandantin gegenüber, die stetig auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge wandelt. Bis zuletzt ist ihm nicht klar, ob sie Täter oder Opfer ist. Oder beides.

"Eines seiner besten Bücher. Grippando beginnt mit einem Knall und lässt nicht nach."
Kirkus Review

James Grippando ist Autor diverser New York Times-Bestseller. Er arbeitete zwölf Jahre als Strafverteidiger bevor sein erstes Buch Im Namen des Gesetzes 1994 veröffentlicht wurde und ist weiterhin als Berater für eine Kanzlei tätig. Er lebt im Süden Floridas mit seiner Frau, drei Kindern und einem Golden Retriever namens Max, der nicht weiß, dass er ein Hund ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 04.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677783
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: The Most Dangerous Place
    Größe: 2269 kBytes
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Zwischen Wahrheit und Lüge

KAPITEL 1

"Unsere Kleine hat eindeutig deine Haare", sagte Keith.

Isabelle Bornelli schenkte ihrem Ehemann ein erschöpftes Lächeln. Sie saßen seit zweiundzwanzig Stunden in einem Flugzeug von Hongkong nach Miami. Die Sitze der ersten Klasse einer Boeing 777 sind in einer 1-2-1-Formation aufgereiht. Isa und Keith wurden durch einen Gang getrennt. Links von Isa saß ihre gemeinsame fünfjährige Tochter Melany, in tiefen Schlaf versunken, den Kopf auf Isas Schoß, das Gesicht hinter Wellen aus seidigem, kastanienbraunem Haar verborgen.

"Es ist ein starkes Gen", antwortete Isa.

Isa war eine wunderschöne Brünette, die ungern auf die Schönheitswettbewerbe ihrer Kindheit zurückblickte; doch im Alter von sechs Jahren von einer der erfolgreichsten Schönheitsakademien in Caracas entdeckt zu werden, hatte den Eifer in ihrer Mutter entfacht, Isa zu einem der begehrten "Miss"-Titel zu führen. In einem Land, dessen unvergleichliche Anzahl von "Miss Universe"-Gewinnerinnen eine Quelle seines Nationalstolzes war, waren Schönheitswettbewerbe nicht nur das Ticket armer Mädchen raus aus dem Barrio: Sie waren eine Chance auf ein besseres Leben für die ganze Familie. Doch nicht für die Bornellis. Isas Vater verabscheute Schönheitswettbewerbe und unterstützte die revolutionäre Meinung - wie der damalige Präsident Hugo Chávez es ausdrückte -, dass Schönheitsoperationen "monströs" waren. Am Ende war es Felipe Bornellis treue Unterstützung des Chávez-Regimes, mit der er die Familie aus einem zerbröckelnden Apartment in den kargen Hügeln westlich von Caracas herausholte. Isa war elf, als ihr Vater einen Diplomatenposten beim Generalkonsul der Bolivarischen Republik Venezuela in Miami zugesprochen bekam. Isa erhielt eine erstklassige Ausbildung an Miamis renommiertester International Middleschool. Und was noch besser war: Es gelang ihr, den Po-Implantaten mit zwölf, der chirurgischen Darmverkürzung mit sechzehn, einem auf die Zunge genähten Netz, welches Essen so schmerzvoll machte, dass es zur Tortur wurde, und all den anderen extremen Maßnahmen auszuweichen, mit denen die "Miss-Fabriken" die Mädchen ermunterten, ihre Jagd auf das aufrechtzuerhalten, was andere Leute als "perfekt" definierten.

Isa schob eine Locke zur Seite, die über Melanys Gesicht gefallen war, und ein Hauch von Traurigkeit legte sich auf das Lächeln einer Mutter. Dieses wunderschöne Haar verbarg außerdem die Hightech-Gerätschaft, die es Melany ermöglichte, zu hören.

"Zeit aufzuwachen, Schätzchen", sagte Isa.

Melany hatte sich seit ihrem kurzen und einzigen Stopp in San Francisco kaum gerührt, wodurch Isa niemanden zum Sprechen gehabt hatte. Keith war Leiter der Vermögensverwaltung der Hongkonger Filiale der International Bank of Switzerland, IBS, und er hatte den gesamten Flug an seinem Laptop verbracht, es sei denn, er hatte etwas gegessen oder gedöst. Isa hatte überhaupt nicht geschlafen; das hier war kein Familienausflug.

Melany war nicht hörgeschädigt auf die Welt gekommen. Als die IBS Keith den Posten in Hongkong angeboten hatte, war Melany wie die meisten anderen zweiundzwanzig Monate alten Züricher Mädchen gewesen - was bedeutete, dass sie noch nicht ihre ganze Batterie an Impfungen gegen die Haemophilus influenzae Typ B erhalten hatte. "Hib" war allerdings nicht in Hongkongs Kinder-Immunisierungsprogramm enthalten. Zwei Monate vor ihrem dritten Geburtstag bekam Melany eine bakterielle Meningitis, ausgelöst durch Hib. Die Ärzte gaben ihr eine Überlebenschance von neunzig Prozent, was in der Theorie gut klang, bis Isa an die letzten zehn Personen dachte, denen sie Hallo gesagt hatte, und sich vorstellte, einer von ihnen wäre tot. Wochen später, als Melanys Zustand sich zu bessern begann, warnten die Ärzte vor einem Risiko von zwanzig Prozent, dass Langzeitschäden zurückbleiben könnten - alles Mögliche, von einem Hirnschaden bis zu einer Lebererkrankung, von Hörverlust bis zur Amputation ei

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