text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Rhetorikfalle Warum Rhetoriktipps in die Irre führen und wie Sie wirklich überzeugen von Zapke, Dorothee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2015
  • Verlag: GABAL
eBook (PDF)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Rhetorikfalle

Niemals die Arme verschränken! Immer lächeln! Bauch rein, Brust raus! - Täglich werden in Charisma- und Rhetorikseminaren solch stereotype Haltungen als rhetorische Patentrezepte propagiert, die angeblich Souveränität und hohe Präsenz ausdrücken sollen. Vergessen Sie's! Wer andere Menschen überzeugen will, tut sich mit antrainierten Standardgesten keinen Gefallen. Dorothee Zapke arbeitet seit 20 Jahren mit Menschen, die ihre persönliche Präsenz verbessern wollen. Im vorliegenden Buch stellt sie jeder der 12 Rhetorikfallen einen wirksamen Übungsansatz gegenüber. Mithilfe dieser Übungen können Sie Ihre ganz persönlichen und authentischen Ausdruckspotenziale wiederfinden. Das erste Buch, das oberflächliche Rhetorik-Tipps entlarvt und anhand von authentischen Fallbeispielen zeigt, worauf es wirklich ankommt. Dorothee Zapke ist Stimm- und Sprechtrainerin, Management-Coach und Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen. Seit zwanzig Jahren zeigt die Stimm- und Körperspracheexpertin deutschlandweit innovative Wege zur effektiven Kommunikation auf. Zu ihren Kunden zählen Vorstände, Manager und Unternehmen wie die Deutsche Telekom, AOK Niedersachsen, Hannover Rück, Kabel Deutschland, Sennheiser, TUI Deutschland, Volkswagen AG, aber auch Institutionen wie das Landeskriminalamt Niedersachsen oder verschiedene Ministerien.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 150
    Erscheinungsdatum: 24.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956232503
    Verlag: GABAL
    Serie: Whitebooks
    Größe: 918 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Rhetorikfalle

Rhetorikfalle 2

"Brust raus, Bauch rein!"

... und schon wirken Sie arrogant

Altbekannt und in jedem Ratgeber nachzulesen, ist dieser Tipp: Wenn ich wirken und mich durchsetzen will, dann gilt: Brust raus, Bauch rein! Das ist der am häufigsten gegebene Tipp, wenn es heißt: "Augen zu und durch!" Dieser Kniff gilt als die Lösung für unangenehme Gespräche, Präsentationen, Vorträge, Konferenzen und Meetings; er gilt für Vorstellungsgespräche, Frontalunterricht und Scheidungsankündigungen. Dazu gehört neben der Empfehlung, den Blickkontakt zu halten und zu lächeln auch der Hinweis, die Unterarme unbedingt angewinkelt mit den Handflächen nach oben zu halten.

"Standing like a duck"

Auf dem Internetportal "jobs.de" finden sich auf der Seite "Karriere-Knigge" zum Beispiel folgende Worte: "Im Job gibt es kaum eine Situation, in der Sie sich nicht nach außen präsentieren. Sie stehen ständig unter Beobachtung der Mitarbeiter, Vorgesetzten und Kunden. Deshalb: Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein! Eine aufrechte Haltung und ein dynamischer Gang verraten viel über Ihre Persönlichkeit. So signalisieren Sie Selbstsicherheit und Standfestigkeit - gepaart mit ruhigen Bewegungen wirken Sie überzeugend und kompetent." Im Englischen wird diese Bezeichnung allerdings im körpersprachlichen Fachjargon mit "standing like a duck" übersetzt. Wie eine Ente.

Fallbeispiel: Der Designer, der es hasste, zu präsentieren

Ein beruflich sehr erfolgreicher Modedesigner kam zu mir zum Coaching. Ziemlich verzweifelt erzählte er mir, dass er ja eigentlich seinen Beruf heiß und innig liebe, wenn nur die ewigen Präsentationen auf Messen und bei den Kunden nicht wären. Er war ein eher zurückhaltender, stiller Typ und konzentrierte sich lieber auf das Gestalten und Entwerfen seiner Mode. Eine Zeit lang hatte er versucht, das Vorstellen der neuen Modestrecken einer Assistentin zu überlassen. Das ging aber nicht, es wurde von ihm erwartet, höchstpersönlich vor Ort in Erscheinung zu treten. Und jedes Mal starb er fast vor Angst. Konnte es nicht ertragen, von allen angestarrt zu werden. Hatte furchtbare Sorge, dass ihm die Stimme wegblieb und ihm die richtigen Worte nicht einfielen.

Das Präsenzlämpchen anknipsen

In seiner Not besuchte er mehrere Präsentationsseminare und erfuhr auch von dem Tipp, sein Präsenzlämpchen anzuknipsen. Das heißt, er sollte sich auf die Mitte seines Brustbeins fokussieren, diesen Punkt zunächst mit zwei Fingern fixieren, dann nach vorne strecken und dabei tief einatmen. Das Kinn streckte sich so automatisch ein wenig nach oben.

Er probierte es. Knipste sein Präsenzlämpchen an. Und präsentierte seine neue Kollektion mit geschwellter Brust, in einer automatisch einsetzenden Hochatmung, die seine Stimme schriller und schneller werden ließ. Sein Kinn war nach vorn geschoben. Es wurde eiskalt im Showroom. Der Designer wurde hinterher von niemandem mehr angesprochen.

Die richtige Haltung finden

Schnell kann eine stereotyp ausgeführte Haltung dazu führen, wie eine aufgeplusterte schnatternde Ente dazustehen. Pfau würde vielleicht noch besser passen. Das ist vielleicht ein wenig überspitzt ausgedrückt, aber im Ernst: Begeben Sie sich mal in diese Haltung und schauen Sie in den Spiegel. Besser noch: Lassen Sie sich ein Feedback von einem anderen Menschen geben. Diese Haltung lässt Sie arrogant, unnahbar, distanziert, hölzern und unecht wirken.

Die Gefahr liegt darin, dass die meisten Menschen, die diesen Tipp beherzigen, sich nicht einfach nur ein wenig aufrichten, sondern sich tatsächlich aufplustern und vor allem dabei in die Brust atmen. Das hilft vielleicht tatsächlich für einen Moment, sich selbstsicherer zu fühlen. Aber stellen Sie sich doch mal vor, jemand praktiziert "Brust raus, Bauch rein" für eine längere Zeit als nur für einige Sekunden. Das wird zur Kampfansage und schafft Gräben zwischen den Menschen.

Stereotyp gesetzte Haltung h

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen