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Richtig argumentieren oder wie man in Diskussionen Recht behält von Alt, Jürgen A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Richtig argumentieren

Daß Diskussionen schiefgehen, ist eine beinahe alltägliche Erfahrung. In diesem Buch steht, wie man es richtig macht. Man lernt praxisnah und mit vielen Beispielen nicht nur die Grundelemente vernünftiger Argumentation kennen, sondern auch geeignete Verfahren, um faule Tricks, falsche Schlüsse und rhetorische Fallen abzuwehren. Damit die eigenen Argumente gut ankommen, erklärt Jürgen August Alt darüber hinaus, wie man argumentatives Können und rhetorische Technik wirkungsvoll verknüpft.

Dr. phil. Jürgen August Alt gibt Rhetorikkurse und Seminare in Kommunikationstraining. Er hat zu diesen Themen auch mehrere Bücher verfaßt und außerdem eine Einführung in die Kunst des Zauberns vorgelegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 167
    Erscheinungsdatum: 28.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406689048
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3123 kBytes
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Richtig argumentieren

5. Aussagen, Hypothesen, Theorien - was wir auf jeden Fall darüber wissen sollten

Beispiele für Aussagen haben wir bereits kennen gelernt - denken Sie nur an die Wegbeschreibung für unseren Touristen. Eine solche Beschreibung sagt etwas über die Wirklichkeit, sie ist informativ . Genau dieses Merkmal haben folgende Aussagen gemeinsam:

"Mozart starb 1791 in Wien."

"Grippe wird durch Viren verursacht."

"100 n. Chr. gelang es Dionysos von Alexandria, ein kleines Schnellfeuer-Katapult zu entwickeln, eine Art frühes Maschinengewehr." (James/Thorpe 1998, S. 181)

"Alle Planetenbahnen sind Ellipsen."

"Je höher der Schulabschluss, desto größer die Zahl der Zahnarztbesuche." (Diekmann 1995, S. 112)

"Zur Auffrischung unseres Selbstvertrauens suchen wir Schwierigkeiten, nur um uns dann in ihnen bewähren zu können." (Dörner 1999, S. 395)

"Wenn Lebewesen Zyankali essen, dann sterben sie."

"Es gibt knapp 15.000 Arten von Plattwürmern, die im Meer, im Süßwasser und in feuchten Landbiotopen vorkommen." (Campbell 1997, S. 655)

Sätze (Aussagen) dieser Sorte können sich auf ein bestimmtes Ereignis beziehen, auf eine Regelmäßigkeit in der Wirklichkeit und auf Zusammenhänge zwischen Ereignissen und Prozessen (ja sogar auf Zufälle). Aber immer behaupten sie etwas über die Realität - über vergangene, aktuelle und zukünftige Wirklichkeiten. Diese Art von Aussagen nennen wir deshalb informative Aussagen. Häufig stellt man Behauptungen auf, die - wie sich früher oder später herausstellt - nicht stimmen. Informative Aussagen können wahr oder falsch sein . Wir alle vertreten Aussagen, von denen wir mehr, und Aussagen, von denen wir weniger überzeugt sind. Der Grad unseres Glaubens an Aussagen steht aber nicht zur Diskussion, sondern die Aussagen selbst . Gerade Aussagen, an die ein Mensch mit großer Inbrunst glaubt, stellen sich nicht selten als falsch heraus. Eine informative Aussage bleibt eine informative Aussage, auch wenn sie nicht stimmt. "Der Mond besteht aus Käse", ist also eine falsche informative Aussage. Falsche Aussagen bevölkern unsere Diskussionen und auch in der Geschichte der Wissenschaften tauchen sie oft auf. Wenn es gut geht, gelingt es rasch, die falschen Aussagen über die Welt zu identifizieren. Das Scheitern informativer Aussagen gehört zu den unverzichtbaren Bestandteilen von Erkenntnisprozessen . Es zeigt, dass wir uns oft irren. Die meisten zeitgenössischen Philosophen - und viele praktizierende Wissenschaftler - vertreten aus diesem und anderen Gründen die folgende Auffassung: Alle unsere Behauptungen über Gott und die Welt, also alle informativen Aussagen, sind Hypothesen . Allerdings gibt es einfache beschreibende Aussagen, die praktisch sicher sind, an denen kein vernünftiger Mensch zweifelt, wie: "In diesem Zimmer befindet sich kein Rhinozeros" (ein Beispiel von Bertrand Russell). Und dank der wissenschaftlichen Erforschung der Welt können wir davon ausgehen, dass viele Hypothesen niemals wiederkehren. "Die Erde ist eine Scheibe" ist falsch und wird falsch bleiben. Solche Hypothesen spielen in unseren Diskussionen keine Rolle - sofern wir nicht gerade über die Geschichte der Wissenschaft debattieren. In Diskussionen setzen wir uns meistens mit kühneren Aussagen auseinander, mit Aussagen, die umstritten sind. Nun gut, aber was haben wir uns unter einer Theorie vorzustellen? "Die Erde ist eine Scheibe" ist doch eine alte ehrwürdige Theorie über den Ort, den wir bewohnen. Tatsächlich verwenden manche Autoren "Theorie" und "Hypothese" als (nahezu) bedeutungsgleiche Begriffe. So wird beispielsweise behauptet: Auch die großen naturwissenschaftlichen Theorien, wie die von Einstein, sind Hypothesen - Hypothesen, die sich bisher bewährt haben, die vielleicht auch wirklich stimmen. Übrigens würde Einstein, wenn er noch lebte, diese Auffassung teile

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