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Alles auf Anfang Porträts von Menschen mit Schädelhirntrauma von Battke, Andrea (eBook)

  • Verlag: BALANCE buch + medien verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Alles auf Anfang

Aufgeben gibt's nicht! Einfühlsame Porträts von Menschen mit Schädelhirntrauma in einer außergewöhnlichen Reha-Tagesstätte fügen sich hier zu einem einmaligen Mutmachbuch zusammen. Die zahlreichen Fotos von Christine Höfelmeyer vermitteln eindrucksvoll, welche Herausforderungen Menschen mit Schädelhirntrauma und deren Angehörige bewältigen. Mehr als 300.000 Menschen sind jährlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz von einer Schädelhirnverletzung betroffen - durch Arbeits- und Verkehrsunfälle oder Erkrankungen wie z. B. einen Schlaganfall oder eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns nach einem Herzinfarkt. Viele leiden danach dauerhaft unter schwerwiegenden geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Binnen Sekunden werden alle Lebensträume zerstört. Dieses Buch macht Mut und zeigt, wie es nach einem solchen Schicksalsschlag weitergehen kann.

Andrea Battke ist freie Autorin, sie hat Kulturwissenschaft und Soziologie studiert und beschäftigt sich mit verschiedenen sozialen Themen. Christine Höfelmeyer studierte Medizin und Kulturwissenschaften und arbeitet seit 2005 in der Reha-Tagesstätte der Diakonischen Behindertenhilfe Lilienthal in der fachlichen Begleitung und der Hilfeplanung. Nebenberuflich ist sie als freie Fotografin tätig und hat dafür auch schon diverse Auszeichnungen erhalten. Herausgegeben von der Diakonischen Behindertenhilfe gGmbH Lilienthal

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 184
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867398503
    Verlag: BALANCE buch + medien verlag
    Größe: 7433kBytes
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Alles auf Anfang

"Für mich bin ich eigentlich erst jetzt geboren worden"

Olaf (50),
Ehemann von Regina, Vater von zwei Kindern, Herzstillstand im Alter von 44 Jahren
Diagnose: hypoxischer Hirnschaden

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Im Hier und Jetzt leben! Den Moment spüren, bewusst wahrnehmen und genießen. Solche Momente des Glücks kann dir keiner nehmen. So dachte ich, bis ich Olaf kennenlernte. Denn ob Olaf vor dem 14. Mai 2004 schon einmal glücklich war, weiß er nicht. Alle, restlos alle Momente, die er bis dahin erlebt hat, sind aus seinem Leben verschwunden.

Es ist ein ganz normaler Tag, bis Regina am späten Nachmittag einen Anruf von einem von Olafs Sportfreunden erhält und erfährt, dass ihr Mann auf dem Fußballplatz während eines Spiels zusammengebrochen ist.

Regina bleibt erst einmal ruhig, denn vor knapp einem Jahr war Olaf schon mal beim Sport umgekippt. Damals hatten Untersuchungen keine organischen Auffälligkeiten ergeben und die Ärzte schoben den Vorfall auf eine Unterzuckerung. So wird es heute sicher auch sein, denkt sie, als sie sich zusammen mit ihrem 16-jährigen Sohn Sebastian auf den Weg zum Sportplatz macht.

Auf dem Platz wird jedoch sehr schnell klar, dass diesmal alles anders ist. Olaf ist bewusstlos und atmet nicht. Die Mund-zu-Mund-Beatmung und die Herzmassage durch einen Sportkollegen blieben erfolglos. Jetzt ist der Notarzt vor Ort, versucht, mit einem Luftröhrenschnitt dem Bewusstlosen das Atmen zu ermöglichen, und übernimmt die Reanimation mit professionellem Gerät. Sechzehn Mal setzt er den Defibrillator an, bis das Herz endlich wieder zu schlagen beginnt. Mit dem Rettu n gswagen wird Olaf in die nächste Klinik gebracht.

Reginas Gelassenheit schwindet. Was ist los mit Olaf, was geschieht mit ihm, wird er wieder gesund? Was passiert eigentlich bei einem Herzstillstand? Welche Folgen kann das haben? Wie lange wird das dauern? Fragen, auf die niemand eine Antwort gibt.

Olafs Herz schlägt wieder regelmäßig, doch er wacht nicht auf. Zwei lange Monate liegt er im Koma. Jeden Tag sind Regina und seine Mutter abwechselnd bei ihm, waschen ihn, rasieren ihn, erzählen ihm, was im Alltag so passiert, bringen ihm "seine" Musik mit, schieben ihn im Rollstuhl spazieren. Und manchmal legt Regina sich einfach zu ihm ins Bett und hält ihren Mann ganz fest.

Auch die beiden Söhne Sebastian und René kommen zu Besuch. Für die Jungs ist es schwierig, den geliebten Vater zu sehen und doch das Gefühl zu haben, dass dieser gar nicht wirklich da ist. Sie können nichts tun, sich nicht mit ihm unterhalten, ihm nicht helfen. Sie wissen nicht einmal, ob er sie überhaupt wahrnimmt. René ist gerade einmal 13 Jahre alt, er kann das alles nicht begreifen, sein Vater fehlt ihm. Sebastian, der ältere Bruder, zeigt nicht so deutlich, wie sehr ihn die Situation belastet. Er ist schon in dem Alter, in dem er sich langsam von der Familie abnabelt, er konzentriert sich stärker auf sein eigenes Leben und findet so für sich einen Weg, mit der schmerzlichen Situation umzugehen.

Ganz allmählich verändert sich Olafs Zustand. Er wacht nicht einfach auf, wie nach einem langen Schlaf, sondern wird zunächst nur sehr unruhig. Sein ganzer Körper ist in ständiger Bewegung, mehrfach fällt er aus seinem Bett und schlägt sich den Kopf auf. Bis die Ärzte entscheiden, Matratzen und Schaumstoffkeile auf den Boden zu legen, damit Olaf sich dort verletzungsfrei bewegen kann. Trotz aller Routine, die die Familie nun schon mit dem Klinikalltag hat, ist es schrecklich, untätig zuzusehen, wie Olafs Körper sich windet. Er scheint zu zeigen, dass er rauswill, raus aus dieser Ohnmacht.

Dann lässt die Un

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