text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Bossing - wenn der Chef mobbt Strategien gegen den Psychokrieg von Fuchs, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2010
  • Verlag: Kreuz
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Bossing - wenn der Chef mobbt

Mobbing: Wen es trifft, der ist existenziell bedroht, oft mit lebenslangen Folgen. 15 bis 25 Milliarden Euro kostet es Deutschland im Jahr, so der geschätzte volkswirtschaftliche Schaden. Mobbing ist in aller Regel keine 'Angelegenheit unter Kollegen', sondern Bossing. Denn in mindestens jedem zweiten Fall agiert der Vorgesetzte als Mobber. Die beiden profilierten Autoren legen den Finger in die Wunde: Warum sind ausgerechnet die Verantwortlichen im Unternehmen die Hauptakteure im Psychokrieg? Die vielfältigen Fallbeispiele verdeutlichen, wie Bossing funktioniert. Krieger und Opfer erhalten praktische Hilfen an die Hand - zur Vorbeugung, um schädliche Handlungsroutinen zu durchbrechen und um Frieden und Fairness im Arbeitsalltag wieder herzustellen.

Dr. Andreas Huber ist Psychologe, Trainer und Publizist. Langjährige Tätigkeit als Redakteur bei 'Psychologie heute', sowie in der Weiterbildung. Heute arbeitet er als Berater und Coach. Er ist seit 2001 Trainer und wissenschaftlicher Leiter der EATD. Dr. Helmut Fuchs ist Wirtschaftspsychologe, Psychotherapeut und Diplompädagoge und zählt zu den Top-Managementtrainern in Deutschland. Er ist Inhaber und Cheftrainer der Trainer Akademie München (TAM) und ist Gründungspräsident der European Academy for Training and Development (EATD).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 174
    Erscheinungsdatum: 01.10.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783783180831
    Verlag: Kreuz
    Größe: 1902 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Bossing - wenn der Chef mobbt

II. Einleitung:
Kapital und
Humankapital

Bossing ist ein Phänomen unserer Arbeitswelt. Es wird zwar kaum als solches bezeichnet, tritt jedoch relativ häufig auf. Wie alles im Wirtschafts- und Sozialleben ist auch Bossing nur in Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen zu verstehen.

Bossing bedeutet einen Umgang mit Menschen, der an die Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts erinnert: Das Kapital und seine industrielle Verwertung regierten, Karl Marx erkannte die entstandene Entfremdung der Arbeiter und Arbeiterinnen. Sie waren in doppelter Hinsicht entfremdet, von den Produkten ihrer Arbeit einerseits, der von ihnen produzierte Mehrwert nährte nur das Konto des Kapitalisten, und von ihren Arbeitsverhältnissen. Sie wurden kaum als Menschen wahrgenommen, sondern als entmenschlichte Anhängsel der Maschinen, die sie bedienten.

Im heutigen Mobbing und Bossing werden Menschen wie überalterte, nutzlos gewordene Maschinen behandelt, die man wegwirft, die nicht einmal mehr als Restmüll einen Wert haben. Die Härte dieser Aussage trifft die Wirklichkeit; in den folgenden Kapiteln wird dies näher ausgeführt werden.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich die Wirtschaftswelt grundlegend gewandelt. Die Wissensgesellschaft ist viel stärker vom Humankapital bestimmt, Gegenwart und Zukunft werden dem Wissen und der Persönlichkeitsbildung gehören, dem modernen Dienst-Leisten. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr die Maschinen und maschinelle Strukturen, sondern die Menschen mit ihren kommunikativen Prozessen. Die Marktdynamik moderner Dienstleistungen und ihre Wertschöpfungskette bestimmen Humanressourcen und Kompetenzen wie Beraten und Fördern, Informieren und Verkaufen, Entwickeln und Produzieren, Gestalten und Kreieren, Kommunizieren und Kooperieren.

Geld alleine schafft auch in der globalisierten Welt kein Geld – das geht nur über real produzierte Waren und geleistete menschliche Dienste. Dies gilt für alle Akteure – auch für den Mikrokosmos der Firmen und ihre Führungskräfte. In den Unternehmen ist Mobbing und besonders Bossing allerdings weiterhin eine Art betrieblicher Massensport: Jahr für Jahr wird in kleinen und großen Unternehmen gegen unzählige Menschen Psychokrieg geführt. In Deutschland sollen 1 Million Menschen betroffen sein, in Österreich 200 000 bis 300 000, in der Schweiz etwa 100 000. Die meisten Mobbingopfer, etwa drei Viertel, sind weiblich. Experten schätzen das volkswirtschaftliche Minus durch Fehlzeiten, Krankheit und Behandlungskosten, Produktionsausfälle und Frühpension in Deutschland auf mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nennt 25 Milliarden, andere Analytiker 50 Milliarden. In Österreich geht man von einem Schaden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr aus; in der Schweiz von 20 Milliarden Franken.

Warum ist das so?

Wie können Opfer und Täter aus ihren desaströsen Handlungsroutinen und Rollen ausbrechen?

Wie verfallen sie gar nicht erst in kriegerische Machtspiele?

Dieses Buch versucht eine Analyse und gibt einen Ausblick im Sinne einer speziellen Anti-Bossing-Strategie: Wir entwickeln unter dem Label Motivationale Umwertung einen Coaching-Ansatz für Frieden und Fairness, durch den beiden Parteien geholfen werden kann, von dem beide profitieren können. Als übergeordnete, gemeinsame Chefsache. Zur Stärkung und zum nachhaltigen Wachstum unseres wichtigsten Wirtschaftsgutes – des Humankapitals und unserer Human Resources. Zudem erhalten Bosser und Gebosste Anregungen zum Eigencoaching bzw. zu Schritten, die vorbeugend oder in akuten Fällen gegen das Bossing hilfreich sein können.

Noch ist weitgehend unklar, welche Dynamik die Entwicklung nehmen wird. Eines ist jedoch

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen