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Die Chance der Unvollkommenheit Warum unsere Schattenseiten der Schlüssel zu unserem Potenzial sind - - von Hahnzog, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.05.2016
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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Die Chance der Unvollkommenheit

Jeder von uns kennt sie und hat viele davon: ungeliebte Persönlichkeitsanteile, die man lieber verschweigt, unterdrückt oder ignoriert. Aber man wird sie nicht los - gleich ob es sich um Neid, Aggressivität, Eitelkeit oder Angst handelt. Simon Hahnzog zeigt, welch enorme Schätze der dunkle "Keller" unseres Ichs birgt: Wenn wir ihn gründlich erforschen und all unsere Persönlichkeitsanteile mithilfe unseres inneren Chefs zu einem Team zusammenschweißen, können gerade unsere Schattenseiten bedeutsame Ressourcen darstellen, um Herausforderungen im Leben souverän zu meistern. Simon Hahnzog studierte Psychologie, Pädagogik und Mathematik in München und promovierte später über das Thema Persönlichkeitsentwicklung. Nach Stationen als Lehrer, Schulpsychologe, Castingredakteur und Familientherapeut unterstützt er heute Unternehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung und lehrt als Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 16.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641170554
    Verlag: Kailash
    Größe: 1696 kBytes
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Die Chance der Unvollkommenheit

3.

Grundsteinlegung

Bevor wir das Wesen unserer Persönlichkeit beschreiben und entwickeln können, musste diese zuerst einmal entstehen.

Und schon tauchen die ersten Fragen auf: Haben wir darauf einen Einfluss? Werden wir am Ende - oder besser: am Anfang - mit unserer Persönlichkeit geboren, und das war's dann fürs Leben? In diesem Falle würde ein Buch zur Persönlichkeitsentwicklung ja nun wenig Sinn machen.

Wir können sie verändern. Allerdings ist das nicht immer so einfach, wie wir es manchmal gern hätten. Oder würden Sie nicht ab und an Ihre kleinen Makel und ungeliebten Eigenschaften am liebsten fortzaubern?

Bei mir ist das beispielsweise meine ewige Klugscheißerei. Zugegeben, ich mache das durchaus auf einem gehobenen Niveau. Ich habe schließlich auch einen Job, bei dem es eine vertragliche Voraussetzung ist, an der richtigen Stelle ordentlich viele schlaue Sachen rauszulassen. Aber ab und an bringt das mein Gegenüber eher auf Abstand als in einen Zustand der verzückten Bewunderung. Ich denke da vor allem an Gespräche mit meiner Frau. Oder an die Momente, in denen ich vor lauter Gewohnheit nicht mehr aus meiner Haut kann und über Sachen schlau daherrede, von denen ich jetzt nicht so wahnsinnig viel Ahnung habe. Auch wenn mir mein Gegenüber meistens trotzdem interessiert lauscht, ist mir das im Nachhinein schon des Öfteren peinlich. Dann denke ich mir, dass ich das nächste Mal lieber den Mund halten sollte - schließlich ist Schweigen Gold und so weiter. Aber kaum kommt es zur nächsten Gelegenheit dieser Art, drängelt sich mein innerer Erklärbär in den Vordergrund, und es geht wieder los ...

Kennen Sie solche Situationen auch von sich selbst?

Das muss jetzt nicht unbedingt Klugscheißerei, sondern kann auch Nasebohren oder Schokoladeessen sein oder etwas, was Ihnen an sich selbst eben nicht so ganz gefällt.

Das Gemeine daran ist, dass wir diese Eigenschaften oder Verhaltensweisen nicht einfach ablegen können.

Das Schöne daran ist, dass diese ungeliebten Seiten irgendeinen Sinn haben müssen. Sonst hätten wir sie nicht.

Zurück zur Ausgangsfrage: Wie entsteht unsere Persönlichkeit?

Dabei gibt es durchaus genetische und biologische Einflüsse - schließlich entsteht jeder von uns zunächst einmal aus zwei Zellen, die sich glücklicherweise im richtigen Moment treffen und sich dann erst mal fleißig teilen. Allerdings konnte in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich gezeigt werden, dass im Prozess der Persönlichkeitsentstehung der Einfluss unserer Umwelt durch Erziehung, Kultur und Lernen im Verhältnis deutlich stärker ist als unsere genetische Veranlagung. Es trifft also beides zu: Wir können nie ganz aus unserer Haut, und zugleich haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu gestalten.

Am deutlichsten wird dieses Wechselspiel von gegenseitiger Beeinflussung in einem spannenden Vorgang, den man als "Sozialisation" bezeichnet. Das ist der Prozess, in dem zwischen dem einzelnen Menschen und der ihn umgebenden Umwelt ein wechselseitiger Einfluss ausgeübt wird.

Die Umwelt besteht sowohl aus den anderen Menschen als auch aus der Gesellschaft, Kultur, Umgebung oder Arbeit, um nur einige Beispiele zu nennen. Wechselseitig bedeutet, dass sowohl der Einzelne die Welt um sich herum verändert als auch die Persönlichkeit des Individuums durch seine Umwelt beeinflusst wird.

Diese gegenseitige Beeinflussung ist möglich, weil wir soziale Wesen sind, also eine Lebensform, die auf den Austausch mit anderen angewiesen ist - wir können nicht ohne die Artgenossen um uns herum sein.

Auch wenn wir das ab und an vielleicht gern wollten.

Der Erziehungswissenschaftler Herrmann Veith beschreibt diesen Austausch als " Zusammenwirken von sehr unterschiedlichen konstitutionellen, genetischen, physiologischen, psychischen, ökologischen,

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