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Die eigene Freude wiederfinden von Grün, Anselm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2017
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Die eigene Freude wiederfinden

Freude kann man nicht machen, man kann sie sich nicht befehlen. Aber in jedem von uns ist neben den Gefühlen von Traurigkeit und Ärger, von Angst und Depression auch ein Raum der Freude. Womöglich ist der Zugang verschüttet, womöglich sind wir nicht immer in Berührung damit. Der bekannte Mönch, spirituelle Begleiter und Bestsellerautor Anselm Grün lädt ein, nach Spuren der Freude im eigenen Leben zu suchen. Jeder weiß, wie Freude sich anfühlt und wie gut sie tut. Sich an diese Erfahrungen von Freude zu erinnern, ruft sie wieder in uns hervor und kann ihre Kraft von neuem wirksam werden lassen. Mit der Freude in Berührung zu kommen, ist heilsam für Leib und Seele. Anselm Grün OSB, Dr. theol., geboren 1945, trat mit 19 Jahren in den Benediktinerorden ein. Seither lebt und arbeitet er in der großen Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Anselm Grün wirkt als geistlicher Begleiter und erteilt Kurse in Meditation, Fasten, Kontemplation und tiefenpsychologischer Auslegung von Träumen. Er ist der weltweit populärste christliche Autor unserer Tage. Seine Bücher zur Spiritualität und Lebenskunst, zu den Themen Glück, innere Balance und positives Lebensgefühlerreichen seit Jahrzehnten eine breite Leserschaft. Pater Anselms Texte machen auf wunderbar einfühlsame Weisespirituelle Themen, Meditation, Kontemplation und Fastenverständlich. Das Positive in den einfachen Dingen wahrzunehmen und spürbar zu machen, das ist benediktinische Lebensweisheit. Anselm Grüns Botschaft: Der Mensch ist geboren glücklich zu sein. Es gibt Quellen der Kraft, die in jedem stecken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 17.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451810602
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3493 kBytes
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Die eigene Freude wiederfinden

Annährung an die Freude

Als ich mich mit dem Thema Freude zu beschäftigen begann, las ich zuerst bei den Philosophen und Psychologen, was sie bereits an wichtigen Einsichten formuliert haben. Und ich sah in theologischen Lexika und in Bibelwerken nach, was denn die Bibel und die Theologie zum Thema Freude denken. Ich möchte den Leser nicht mit allen Richtigkeiten über die Freude langweilen, die ich da gefunden habe. Denn je mehr ich versuchte, das Wesen der Freude von der Philosophie oder Psychologie her zu beschreiben oder die biblischen Verse von der Freude zu zitieren, desto weniger Lust hatte ich am Schreiben, so dass ich das Buch erst einmal liegen lassen musste. Es wollte einfach nicht fließen. Und ich wollte nicht lustlos an das Thema Freude herangehen. Da könnte ich zwar sicher Richtiges über die Freude schreiben, aber vermutlich würde da keine Freude auf den Leser überspringen. Ich spürte, dass ich einen anderen Zugang brauchte. Dennoch sind mir einige Gedanken der Philosophen für mein eigenes Nachdenken wichtig geworden. Da ist vor allem die Einsicht, dass Freude Ausdruck des Seins ist, Ausdruck von intensivem Leben und Kreativität. Wir können die Freude nicht direkt erstreben. Wir können nur versuchen, intensiv und schöpferisch zu leben. Dann wird sich auch die Freude als Ausdruck von Lebendigkeit und Kreativität einstellen.
Freude und Lust

Was mir beim Studium der griechischen Philosophie auffiel, war einmal die Trennung von Freude und Lust, an der wir Christen wohl heute noch leiden. Wenn Theologen von Freude sprechen, dann meinen sie die Freude über die Erlösung und über die Liebe Gottes. Die Lust als sinnliche Freude an den genüsslichen Dingen des Lebens, am Essen und Trinken und an der Sexualität, wurde eher abgewertet. Wir haben die Trennung der Stoa zwischen Geist und Trieb so sehr verinnerlicht,

Wir können versuchen,

intensiv und schöpferisch zu leben.

dass auch unser Reden über die Freude so unsinnlich und letztlich "sinn"-los geworden ist, dass davon keine Freude ausgeht. Dennoch hat auch die Stoa einige bedenkenswerte Gedanken über die Freude entwickelt. Da wird die Freude eine eupatheia genannt, ein guter Seelenzustand, eine gute Leidenschaft. Freude ist also nicht leidenschaftslos, sondern leidenschaftlich. Aber sie ist keine zerstörerische Leidenschaft, sondern eine aufbauende und heilende, eine Leidenschaft, die voller Leben ist, die vor Energie und Lust am Leben sprüht. Epiktet, ein wichtiger Vertreter der Stoa, der einen großen Einfluss auf die Kirchenväter ausgeübt hat, versteht die Freude als Ausdruck des gesunden Menschen, des Menschen, der voller Selbstvertrauen und zugleich im Einklang mit Gott ist. Für ihn ist das Ziel des Reifungsweges, dass der Mensch "die ungefährdete Freude in allen Widrigkeiten des Daseins bewahren kann" 2 . Es geht ihm also darum, wie wir auch mitten in unserer Angst und Traurigkeit in Unglück und Not, bei Misserfolg und Enttäuschungen froh sein können. Es geht um die beständige Freude, die tiefer ist als Euphorie und Begeisterung.
Freude als Ausdruck erfüllten Lebens

Ein anderes Konzept für das Verständnis der Freude hat Aristoteles entwickelt. Bei ihm hat mich fasziniert, dass er die Freude als Ausdruck eines erfüllten Lebens versteht. Die intensivste Freude empfindet der, der seine Fähigkeiten verwirklicht und dessen Aktivität durch keine inneren oder äußeren Blockaden behindert wird. Sie strömt vor allem aus der richtigen Betätigung der Vernunft und aus schöpferischem Handeln. Freude ist für Aristoteles zugleich eine Energie, die den Menschen antreibt, die in ihm Leben weckt. Die Energie der Freude kann auch heilend wirken auf uns, wenn Verletzungen und Kränkungen unser Leben beeinträchtigt haben. Hier ist für mich ein wichtiger Ansatz, den ich gerne weiter bedenken möchte. Freude bringt in uns etwas in Bewegung. Sie ist eine heilende und anregen

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