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Die Königin, die unter dem Tisch saß und weinte Die Ur-Kraft heilender Geschichten von Boldizsár, Ildikó (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Arkana
eBook (ePUB)
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Die Königin, die unter dem Tisch saß und weinte

Geschichten sind großartige Heiler. Ildikó Boldizsár, ungarische Bestsellerautorin, hat die wundervolle Gabe, therapeutisch heilsame Märchen, Fabeln, Parabeln und Volksmärchen zu erzählen. Sie weiß, welche Geschichten in schwierigen Lebenssituationen genau die richtigen sind, um unser Potenzial zur Selbstheilung zu aktivieren. Sei es bei Verlust und Trauer, bei Krankheit, Familienstreitigkeiten, Partnerschaftsproblemen oder aller Art von Ängsten - Geschichten dienen uns als Kompass. Sie erklären uns auf eindringliche, klare und zugleich zauberhafte Weise die innere und die äußere Welt und zeigen das Problem und die Lösung.

Ildikó Boldizsár ist Märchenforscherin, Schriftstellerin, Kritikerin, Ethnografin, Märchentherapeutin und die Begründerin der Story-Therapie-Methode Metamorphoses. Bislang sind von ihr 41 Bücher im Zusammenhang mit Märchen erschienen, von denen einige in Ungarn zu Bestsellern wurden. 2015 eröffnete sie das Zentrum für Märchentherapie. Heute lehrt sie ihre Methode an der Universität Eszterházy Károly in Eger und bereitet die Gründung eines Lehrstuhls für Story-Therapie vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223106
    Verlag: Arkana
    Originaltitel: Hamupipöke Facebook-profilja
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Die Königin, die unter dem Tisch saß und weinte

DER MÄRCHENERZÄHLER ALS THERAPEUT

Die verschiedenen Märchentypen untersuchen die Ursachen und Folgen eines Phänomens, eines menschlichen Verhaltens oder einer Lebenssituation unter jeweils unterschiedlichem Aspekt. Wir finden in den Märchen Beispiele für jede physische, psychische und geistige Form des Daseins. Auf diese Muster, die nun schon seit so langer Zeit überliefert werden, können wir uns stützen - egal, ob wir "einfach nur" glücklich sein möchten oder ob wir aus irgendeinem Grund in eine Krise geraten sind. Doch die Tatsache, dass wir in den Märchen überlieferten und bewährten Lebensweisheiten begegnen, erklärt noch nicht ausreichend, warum uns Märchen immer wieder so stark in ihren Bann ziehen. Selbst der Umstand, dass Märchen eine gewissermaßen magische Wirkung haben, dass sie in der Lage sind, unser Denken zu verändern, liefert keine zufriedenstellende Erklärung.

Im Märchenschatz der Welt lassen sich die europäischen, nordamerikanisch-indianischen, mittel- und südamerikanischen, ozeanischen, indonesisch-indochinesischen, fernöstlichen sowie afrikanischen Märchenregionen deutlich voneinander unterscheiden. In jeder dieser Regionen haben sich eigene Märchengattungen mit eigenem Stil und eigener Überlieferung herausgebildet. Dennoch frage ich mich nicht in erster Linie, worin sich die Märchen der einzelnen Regionen voneinander unterscheiden, sondern was ihnen gemeinsam ist. Gibt es einen Bestandteil, von dem wir sagen können, dass ohne ihn eine Geschichte kein Märchen ist? Was macht das Märchen über die bestehenden Ähnlichkeiten im Aufbau, den Motiven, den Typen und Helden hinaus letztendlich zum Märchen?

In allen Märchenregionen enthalten die Märchen Lehren über universale menschliche Werte. Doch um Märchen wirklich in der Tiefe zu deuten, muss man das Weltbild kennen, gewissermaßen den Glauben und Aberglauben, dem sie entstammen. Das ist zum Beispiel auch der Grund dafür, warum die abendländischen und orientalischen Märchen eine unterschiedliche therapeutische Wirkung haben. Die abendländischen Märchenhelden sind ständig gezwungen zu handeln. Das ist einerseits ungeheuer anstrengend, andererseits aber auch sehr wirkungsvoll, denn sie stellen sich nicht nur vor, wie sie leben möchten, sondern unternehmen auch konkrete, praktische Schritte dazu. Sie lassen nicht zu, dass sich die Dinge von selbst erledigen. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Ständig sind sie in Bewegung, "unterwegs", denn sie wissen, dass man nicht alles, was man braucht, an einem Ort vorfindet. Deshalb begeben sie sich auf die Suche. Ihre Erfahrungen machen sie sich praktisch zunutze. Das gesteckte Ziel erreichen sie erst mit der Überwindung von sieben bis acht Hindernissen oder indem sie eine Reihe von Prüfungen bestehen.

Im Gegensatz dazu akzeptieren die orientalischen Märchenhelden das, was das Schicksal für sie bestimmt hat, wobei sie zugleich die Verpflichtung wahrnehmen, die sie ihrer eigenen Bestimmung schuldig sind. Personen und Dinge, denen sie begegnen, werden in einen Bezug zu dieser Bestimmung gesetzt. Zur Lebensanschauung der orientalischen Märchenhelden gehört, dass man auch an einem einzigen Ort alles, was man braucht, finden kann, wenn sich der Blick einem tieferen Erkennen der Dinge öffnet. Sie akzeptieren auch schwere Lebenslagen, für sie ist selbst der Tod keine Quelle des Unglücks, sondern die Möglichkeit, eine Grenzsituation und den Übergang zu erfahren. Das Tragische ist Teil des Lebens; die Helden der orientalischen Märchen bemühen sich nicht um jeden Preis, das Ungleichgewicht zu korrigieren oder Verluste zu ersetzen, sondern sie wollen lernen, mit Ungleichgewicht und Verlust zu leben. Es gibt Lebenssituationen, in denen nur die orientalischen Märchenhelden dem Menschen helfen können, so wie auch die Märchenhelden des Abendlandes ihre eigenen Kompetenzen für schwierige Situationen besitzen. Die abendländischen Märchenhelden

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