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Die Kunst des Fremdschämens Eine Anleitung in 10 Geschichten von Batarilo, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2013
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Kunst des Fremdschämens

Warum wir uns schämen, wenn andere peinlich sind
Unsere geheime Lust am Fremdschämen ist groß. Ob TV-Kuppelshows mit stotternden Bauern oder You-Tube-Videos mit rappenden Provinz-Teenagern, ganz zu schweigen von Celebrity-Magazinen - wir schauen nur zu gerne entsetzt hin. Doch wo verläuft die Grenze zur Schadenfreude? Was ist Peinlichkeit überhaupt, eine Tugend? Der stotternde, rotwangige Beweis eines letzten Rests von Anstand? Diesen und weiteren Fragen geht Patrick Batarilo nach. Anhand von peinlichen Geschichten aus dem Leben bietet er eine Anleitung zum Fremdschämen, die unterhaltsam und lehrreich zugleich ist.

Patrick Batarilo, geboren 1974 in Waldshut als Sohn eines kroatischen Vaters und einer deutschen Mutter, studierte in Berlin, Frankreich und den USA Kultur- und Theaterwissenschaft. Er hat als Redakteur beim SWR gearbeitet und moderiert dort noch immer eine Gesprächssendung. Als freier Hörfunkautor hat er für Radio-Dokumentationen Vietnam, die Türkei, Israel, Mexiko, Argentinien, Westafrika und Kroatien bereist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 18.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641107208
    Verlag: Goldmann
    Größe: 468kBytes
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Die Kunst des Fremdschämens

Erfolgreich schämen – warum wir eine Kunst des Fremdschämens brauchen

Die geheime Lust am Fremdschämen liegt offen zutage. Ob TV-Kuppelshows mit stotternden Bauern oder YouTube-Videos, in denen Provinz-Teenager stolz zeigen, wie sie an einer Riesenpeperoni fast ersticken; ob Celebrity-Magazine mit ungeschminkten Paparazzi-Aufnahmen von Promibäuchen und -brüsten oder Fernsehserien wie Stromberg, in denen wir einem möchtegern-kompetenten Chef von einer peinlichen Situation zur nächsten folgen – wir schauen nur zu gerne entsetzt hin. Es ist für jeden etwas dabei.

Wir winden uns, wenden den Blick ab, stellen den Ton aus, klagen darüber, dass sich uns die Nackenhaare aufstellen. Nur um kurz darauf doch wieder hinzusehen, den Ton hochzudrehen, das gelöschte Video neu zu laden. "Wie peinlich ist das denn?!", johlt der Chor vor dem Fernseher, und während sich die eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Bildschirm richtet, gräbt sich die andere lustvoll in die Chips-Schale.

Geben wir es also lieber gleich zu: Wir lieben es, uns fremdzuschämen.

Bei allem Schmerz, aller Qual, die wir mit dem Fremdschämen zunächst verbinden – etwas fasziniert uns daran.

Neue Worte entstehen, wenn sie gebraucht werden. Auch wenn ihre genaue Bedeutung anfangs noch schwankt und der Ausdruck gewissermaßen auf der Suche nach sich selbst ist, nach den Bereichen, die er abdecken kann, den Nebenbedeutungen, mit denen er sich auflädt – mit dem neuen Wort blickt uns ein neues Stück Welt an. Das Wort "Fremdschämen" selbst ist erst vor Kurzem geprägt worden; der Erfinder hatte höchstwahrscheinlich gerade versehentlich von Arte zu RTL2 gezappt. Doch dabei hat er nur eine Inselgruppe entdeckt, hinter der ein ganzer Kontinent liegt, den es zu beschreiben gilt. Die Rede ist vom Fremdschämen in all seinen Spielarten: die faszinierende Welt all der verschiedenartigen Gefühle, die die Peinlichkeit anderer Menschen in uns auslösen kann.

Dieses Buch will eine Anleitung dazu bieten, einen Wegweiser in die Welt der Peinlichkeit und unserer Reaktionen darauf, erzählt in zehn so wahren wie wahrhaft peinlichen Geschichten und begleitenden Kommentaren. Warum eine Anleitung? Die Antwort liegt auf der Hand: So begeistert die Nation sich schon fremdschämt, unser volles Potential schöpfen wir einfach noch nicht aus! Viele außerordentlich wichtige Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind von Ratgebern schon erschlossen. Es gibt Ratgeber dazu "Wie man in den Wald scheißt" oder "Wie man Riesendampfern ausweicht", "Wie man einen Staat gründet" oder "Wie man auf männliche Art strickt". Nur das Fremdschämen überlassen wir sich selbst. Blutige Anfänger mögen irrigerweise denken, dass man sich ganz von allein fremdschämt und es kein Hinzutun braucht. Doch von selbst lernt man noch nicht einmal, sich seiner selbst zu schämen – es braucht schon etwas Erziehung von wohlmeinender Seite. Die zehn Geschichten in diesem Buch sollen dazu guten Lernstoff und Anschauungsmaterial bieten, peinlich genug sind sie. Der Autor hat die Geschichten selbst erlebt oder sie wurden ihm erzählt, in jedem Fall sind sie wahr.

Das Wort Fremdschämen wird dabei übrigens in einem sehr weiten Sinn benutzt. Auch das Gebiet, das wir erforschen wollen, reicht über die engen Grenzen des Fremdschämens beim Fernsehen deutlich hinaus. Denn Fremdschämen ist der Schlüssel zu einer reichen Welt: zu all den vielfältigen Gefühlslagen, mit denen Menschen auf die Peinlichkeit und Scham anderer reagieren.

Um diese Welt zu vers

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