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Die Männerlüge Wie viel Testosteron braucht der Mann? von Haring, Robin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2015
  • Verlag: Braumüller Verlag
eBook (ePUB)
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Die Männerlüge

Der Testosteron-Mythos Das berühmte Männerhormon ist immer dabei, wenn es um die ganz großen Themen unserer Zeit geht. Überschießendes Testosteron stürzt die Weltwirtschaft in die Krise, sinkendes Testosteron zwingt alternde Männer in die Knie und künstliches Testosteron rettet das männliche Geschlecht vorm Aussterben. Mit diesen populären Testosteronmythen rechnet Die Männerlüge nun endlich ab. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen aus Medizin, Psychologie und Verhaltensforschung erklärt der Demograf und Epidemiologe Robin Haring unterhaltsam und anschaulich, was Testosteron kann (und nicht kann). Robin Haring, Prof. Dr. habil., ist Demograf, Epidemiologe und Professor für vergleichende Gesundheitswissenschaften an der Europäischen Fachhochschule in Rostock. Nach dem Diplomstudium der Demografie an der Universität Rostock, der Promotion an der Universitätsmedizin Greifswald und einem einjährigen Post-Doc-Stipendium an der Boston University bildeten seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema 'Testosteron als Biomarker für Männergesundheit' die Grundlage zur Habilitation im Jahr 2013.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 20.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783991001478
    Verlag: Braumüller Verlag
    Größe: 1327 kBytes
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Die Männerlüge

Testosteron -

mehr Mann geht nicht

Testosteron ist für alle da

Testosteron wandelt auf dem schmalen Grad zwischen Lifestyle-Medikament, Anti-Aging-Medizin und Arzneimittel. Die Behandlung ist eher freiwillig als unverzichtbar. Umso erstaunter war ich bei der Recherche zu diesem Buch, wie viele prominente Musiker, Schauspieler und Celebreties sich öffentlich zur Einnahme von Testosteron bekennen. Sexsymbol Robbie Williams verkündete jüngst, er habe "den Testosteronspiegel eines 100-Jährigen", und lässt sich Testosteron spritzen. 1 Jane Fonda nutzte im Alter von 70 Jahren erstmals Testosteron, um ihr Liebesleben wieder etwas in Schwung zu bringen. Trotz der aufkeimenden Akne und des späteren Behandlungsabbruchs habe Testosteron einen "großen Unterschied" in ihrem Sexleben gemacht. Immerhin, denn auf die Frage nach dem Geheimnis ihrer Schönheit antwortete sie: "30 % machen die Gene aus, 30 % sind guter Sex, 30 % verdanke ich Sport und einem gesundem Lebenswandel, und für die restlichen 10 % muss ich meinem Schönheitschirurgen danken." 2 Und auch US-TV-Star Suzanne Somers und Actionheld Rambo (a.k.a. Sylvester Stallone) sind sich einig: Jeder über 40-Jährige sollte in Testosteron investieren, denn es steigert die Lebensqualität und kann Männern wie Frauen eigentlich nur helfen. Was für eine Testosteroneuphorie!

In Zeiten von 24-Stunden-Online-Handel und Versandapotheken scheint die problemlose Verfügbarkeit von Testosteronpräparaten das Versprechen ewiger Jugend in greifbare Nähe zu rücken. Sind besagte Promis also nur einmal mehr die Vorreiter späterer, gesamtgesellschaftlicher Trends? Nehmen wir zum Beispiel die plastische Chirurgie: Berichtete die einschlägige Boulevardpresse zunächst nur bei Prominenten von ästhetischen Eingriffen, ist dieser Trend nun massenwirksam geworden. Schätzungen zufolge legen sich jährlich über 500.000 Deutsche für ein besseres Aussehen unters Messer - Tendenz stark steigend.

Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Unvorstellbar, dass ehemalige Fußballbundestrainer wie Berti Vogts oder Rudi Völler als Werbefigur für Männerkosmetik getaugt hätten. Ganz anders kommt da der moderne "Bundescremer" Joachim Löw rüber, der als Pflegecoach eine intensive Feuchtigkeitscreme für den Mann von heute bewirbt. Während der Umsatz von Damenkosmetik auf hohem Niveau stagniert, verdreifachen sich derzeit die Verkäufe von Beauty- und Pflegeartikeln für den Mann. So nutzt inzwischen jeder sechste Mann Anti-Aging-Produkte. 3 Laut Branchenmeinung ist das aber erst der Anfang.

Die gesellschaftlichen Veränderungen, die diesen Trends zugrunde liegen, sind vielschichtig. Zum einen beschränkt sich die Männerrolle nicht mehr ausschließlich auf die Versorgerfunktion (galt früher das Motto, "Egal, wie er aussieht, Hauptsache die Kreditkarte ist gedeckt", fordern Frauen heutzutage auch optisch mehr vom anderen Geschlecht), zum anderen ist der Körper zum Rohstoff, nicht nur für die eigene Identität, sondern auch für den beruflichen Erfolg geworden. War der Schönheitsbonus früher im Karrierekarussell von Schauspielern oder Models von entscheidender Bedeutung, ist die Erwartung jugendlich-dynamischer Vitalität inzwischen weit in die normale Arbeitswelt vorgedrungen.

So bietet auch der euphorische Testosteroneinsatz unter Prominenten mehr als nur einen Vorgeschmack auf Kommendes. Im vergangenen Jahrzehnt stiegen die weltweiten Verkaufszahlen von Testosteronpräparaten um das 12-Fache. 4 Der Testosteron-Tsunami hat die Küste schon längst erreicht. In Großbritannien 5 und Australien 6 verdoppelten sich die Testosteronverschreibungen während der letzten 10 bzw. 20 Jahre. Mit der Einführung eines neuen Testosterongels stiegen die Absätze in Großbritannien sogar um das Fünffache.

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