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Die Psychologie der Zeugen Jehovas von Lackner, Silvia (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Die Psychologie der Zeugen Jehovas

"Die Organisation der Zeugen Jehovas ist eine höchst intelligent manipulierende und effizient seelen-beraubende Institution. Sie stiehlt pure Lebenskraft." Erkennbar ist dies aber erst von außen - solange man drin ist, ist es nicht zu sehen. Dieser Lebensbericht gewährt tiefen Einblick in die Welt der Zeugen Jehovas, beleuchtet die Hintergründe ihrer Aktionen und die Wirkung auf die Psyche des einzelnen. Dieses Werk ist speziell den Hineingeborenen gewidmet und zeigt auf, was es für ein Kind heißt, "als Zeuge Jehovas erzogen" zu werden. Es macht deutlich, wie das Glaubensgebäude der Organisation die natürliche Individualität - besonders bei Kindern - grundlegend und nachhaltig verzerrt und stört. Es zeigt aber auch, dass TROTZ ALLEM angerichteten Schaden des Menschen innerer Kern durch NICHTS zerstört werden kann ... und schenkt damit jedem Aussteiger (besonders hineingeborenen) sowohl Mut als auch Hoffnung, wieder zu sich selbst zu finden. Silvia Lackner, gebürtige Wienerin (1969), Bildende Künstlerin und Autorin, lebt zurzeit in der schönen Wachau in Österreich. Sie wurde in die Organisation der Zeugen Jehovas hineingeboren, war überzeugt bis hin zum Fanatismus und entschied sich mit 33 Jahren zum Ausstieg. Das Leben innerhalb der Organisation beschreibt sie in ihrem ersten Buch "Die Psychologie der Zeugen Jehovas", das Leben "danach", nach dem Ausstieg und dem Prozess der Selbstfindung und Vergangenheitsbewältigung im vorliegenden Buch "Die WELT ist ganz anders!" Mit ihren Werken (in Wort und Bild) betont sie die Wichtigkeit der Selbst-Kenntnis und Befreiung von Fremdbestimmtheit, denn nur durch das klare Erkennen dessen, wer man wirklich ist, können Aktionen zum Wohle der Gesamtheit gesetzt werden. Und das braucht unsere Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 112
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744891615
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 964kBytes
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Die Psychologie der Zeugen Jehovas

Kapitel 1: DER BEGINN

Es gibt zwei Erinnerungen an die Kleinkind-Zeit: die eine mit ca. 11 Monaten - ich stehe im Gitterbett, gleich links neben dem Eingang im Vorzimmer einer Miniwohnung und schaue auf meine Eltern, die sich in der Türe zur Küche streiten.

Die zweite, mit nicht ganz zwei Jahren: ich unter einem Weihnachtsbaum, schon in der neuen, größeren Wohnung. Es war das letzte Weihnachten, das wir feierten.

Zu dieser Zeit studierte Mama bereits mit den Zeugen Jehovas. Überzeugt und begeistert werden ich und meine bald kommende Schwester sehr intensiv von diesem Glaubensgebäude geprägt und geformt. Unser Vater hatte weder Interesse noch Verständnis dafür, und bald spielte er aus den unterschiedlichsten Gründen für sehr lange Zeit keine aktive Rolle mehr in unserem Leben.

Für Mama war's mit uns zweien nicht leicht. Auf Unterhalt verzichtete sie (im Ausgleich dafür forderte sie, dass Vater keinerlei Kontakt zu uns haben darf), weshalb sie erst Heimarbeiten annahm und später dann außerhalb jobbte.

Sie bekam viel Unterstützung in der Versammlung; Alleinerziehende Elternteile bekommen immer wieder verstärkte Aufmerksamkeit von den Ältesten ("sie benötigen vermehrt den Segen Jehovas, denn durch das Fehlen eines Teils der Familie sind solche Kinder anfälliger für die Schlingen von Satans Welt". Heranwachsende von Alleinerziehenden werden in der Organisation potentiell als Problemfälle gesehen, und in den allermeisten Fällen sind sie es auch. Der Verlust eines Familienteils verändert das kindliche Gemüt und viele Scheidungs-(oder Witwen-)kinder denken und agieren selbstständiger, unabhängiger, erwachsener, eigenverantwortlicher als behütete Kinder. Meine Beobachtung ist, dass solche Kinder sich früher ihre eigene Meinung bilden, sich weniger leicht und gerne führen lassen und die jugendlich-rebellische Phase früher erleben - und sich leichter von Vertrautem loszukoppeln bereit sind als Kinder in wohlbehütenden Familien.)

Andererseits war auch spürbar, dass alleinerziehende Frauen in der Versammlung immer zur "unteren Schicht" gehören. Von vielen Ältesten wird eine solche ohne Ehemann oft nicht ernst genommen, oftmals als ungebildet, einfältig, dümmlich betrachtet (Älteste sind in der Regel verheiratet und haben für Alleinerziehende oft wenig Verständnis), und das geschieht sehr, sehr oft unterschwellig. Denn Frauen haben ihrem Mann sowieso untertan in allem zu sein - hat eine Frau keinen Ehemann, kann niemand "für sie reden", und sie selbst hat in der Organisation nichts zu sagen (biblische Anordnung von Paulus).

So tun sich also die Alleinerziehenden sympathieweise zusammen, und in jeder Versammlung ist es so, dass die Kinder von Alleinerziehenden mit anderen Kindern solcher Elternteile besser miteinander können als mit Kindern von "Familien in Jehovas Sinne".

In unserem Fall war es eine Mutter mit drei Kindern (zwei Burschen, ein Mädchen), mit denen wir fast wie Geschwister aufwuchsen. Für die Mütter war es sicher eine Art Entlastung, denn wir Kinder verbrachten viel Zeit miteinander.

Auch der regelmäßige Versammlungsbesuch wurde für uns alle dadurch leichter. Viele Jahre lang fuhren wir zwei Mal die Woche abends zur Versammlungsstätte, eine Fahrzeit von ca. einer Stunde mit Autobus und Straßenbahn, und einmal etwas näher von uns in einer Privatwohnung, auch abends (das "Buchstudium"). Die Versammlungszeiten waren unter der Woche von 19 bis 21 Uhr aus Rücksicht auf die Berufstätigen, am Wochenende war es früher angesetzt. Für die, die kein Auto hatten (wie wir und die befreundete Familie), betrug der Heimweg spätabends oftmals bis zu eineinhalb Stunden, da die Verkehrsmittel je später es wurde, nicht mehr so oft fuhren.

Für uns Kinder war das oft extrem unangenehm, besonders die langen Wartezeiten im Winter. Ich erinnere mich an viele Male, an denen wir vor Kälte buchstäblich zitternd, an der Station standen und sowas von müde ware

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