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Endlich Zeit entspannt und im richtigen Tempo leben - Ein SPIEGEL-Buch

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Endlich Zeit

Mehr Zeit für mich und die Dinge, die wichtig sind
Acht Stunden sind kein Tag - und trotzdem fühlen wir uns oft ausgelaugt und reif für die Insel. Doch wie können wir einfach mal abschalten und uns zurückziehen, ganz ohne schlechtes Gewissen? Wie die größten Zeitfresser entlarven und auch inmitten des Alltags innehalten und auftanken? Zahlreiche Expertentipps von Coaches, Ärzten und normalen Helden des Alltags helfen, unsere Zeit so zu organisieren, dass wir mehr von ihr haben - und sind zugleich ein Plädoyer für das Trödeln. So bleiben wir achtsam und gelassen - im Alltag, in der Beziehung und im Beruf.
Mit vielen Tipps und praktischen Hinweisen!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226589
    Verlag: Penguin Verlag
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Endlich Zeit

"Freiheit von der Knute"

Was hat die Politik in unserer Arbeitszeit und Freizeit verloren? Der Grünen-Politiker Robert Habeck und der Arbeitsrechtler Ulrich Mückenberger im Streitgespräch.

ROBERT HABECK

Der Vize-Ministerpräsident, Umwelt- und Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein und Bundesvorsitzender der Grünen, Jahrgang 1969, ist promovierter Philosoph und Romanautor.

ULRICH MÜCKENBERGER

Der emeritierte Professor für Arbeits- und Sozialrecht, Jahrgang 1944, leitet die Forschungsstelle Zeitpolitik an der Universität Hamburg und ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik.

SPIEGEL: Herr Habeck, Sie arbeiten in Kiel und Berlin, haben Frau und vier Kinder, sind Schriftsteller, Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. Wann haben Sie zuletzt gedacht: Herrlich, ich habe Zeit?

Habeck: Ich denke da in Sportepisoden, Dortmund gegen Bayern, Pokalfinale, die Bayern haben im Elfmeterschießen 5:4 gewonnen. Das habe ich zu Hause mit einem meiner Söhne gesehen, anderthalb Stunden, die total verplempert waren. Wir hatten uns so auf das Spiel und den Abend gefreut, und dann bin ich immer wieder eingeschlafen, weil das Spiel so schlecht war - und dann auch noch der Falsche gewonnen hat, Bayern. Aber ich hatte Zeit. Und das war schön.

SPIEGEL: Wie oft kommt das vor?

Habeck: Es gibt schon regelmäßig leere Momente. Aber das sind eher Stunden oder halbe Tage; ganze Wochenenden oder eine Woche gar, das gibt es nur im Urlaub. Aber Zeit ist ja nicht nur eine quantitative Größe, sondern auch eine qualitative. Die Qualität der freien Zeit nimmt zu. Die Zeit, die da ist, ist dann auch voll da.

SPIEGEL: Herr Mückenberger, als emeritierter Professor ist eines Ihrer wichtigsten Betätigungsfelder das Engagement in der "Gesellschaft für Zeitpolitik". Wann sind Sie in letzter Zeit so richtig in Zeitnot geraten?

Mückenberger: Das Verhältnis von Zeitnot und Zeitüberfluss hat sich gar nicht so sehr verändert. Aber ich habe schon mehr eigenbestimmte Zeit als früher, die Vorlesungen fallen weg, es gibt keine Prüfungsanforderungen oder Verwaltungsaufgaben mehr. Als Forschungsprofessor kann ich mir meine Zeit im Wesentlichen selbst einteilen.

SPIEGEL: Plötzlich reden alle über Zeitpolitik, in Parteien, Institutionen, Kommunen. Wieso liegt dieses Thema jetzt im Zeitgeist?

Mückenberger: Das Thema wird nicht nur hochgespült, weil ein allgemeiner Zeitmangel besteht, das wäre die rein quantitative Seite, sondern weil wir von so vielen Zeitdieben umstellt sind, die unsere Selbstbestimmung über Zeit gefährden, also die qualitative Seite von Zeit. Wenn man sich dem Regime elektronischer Medien unterwirft, wird es schwer, sich dem Zeitdruck zu entziehen. Zwischen den Briefen, die man früher geschrieben und erhalten hat, vergingen ja oft Tage oder auch mal Wochen. Diese Art der Kommunikation kann man heute gar nicht mehr durchhalten.

Habeck: Zur Postkutschenzeit hat es noch viel länger gedauert.

Mückenberger: Freud hat im "Unbehagen in der Kultur" zum ersten Mal über das Erlebnis des Telefonierens geschrieben, wie eine Echtzeitverbindung entsteht und manche Leute darauf mit einem Schock reagierten.

Habeck: Das ist mir zu kulturpessimistisch. Zustimmen würde ich Ihnen, dass die Privatheit aufgehoben wird, weil wir immer erreichbar sind.

Mückenberger: Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht nostalgisch. Ein Zurück ist weder denkbar noch wünschenswert.

SPIEGEL: Warum ist die Zeit überhaupt ein Thema für die Politik? Was verstehen Sie unter "Zeitpolitik"?

Habeck: Der Blick auf die gehetzte Gesellschaft, auf das politische Thema Zeit, ist schärfer

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