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Exerzitien der Nächstenliebe Einführung und Einübung in gewaltfreie Kommunikation, Naikan und The Work im Licht der Ethik Jesu von Pflaum, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Exerzitien der Nächstenliebe

Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! Richtet nicht! Vergib dem Nächsten! Liebet eure Feinde! Seid dankbar! Die Goldene Regel. Das sind zentrale Aspekte der Ethik Jesu. Allgemein wissen wir das. Aber wie können wir das konkret umsetzen? In den letzten 40 Jahren sind drei Übungswege neu entstanden, die alle drei auf ihre Weise helfen, die Nächstenliebe zu fördern - ganz konkret im Alltag: Gewaltfreie Kommunikation, Naikan und The Work. Sie setzen Jesu allgemein formulierte Ethik in durchführbare Übungswege um. Zusammengenommen ergeben die drei Wege eine besondere Art von Exerzitien der Nächstenliebe. Mit 52 Einheiten werden Sie in diese drei Wege im Licht der Ethik Jesu eingeführt. Jede Einheit besteht aus einer Predigt, Übungen und einem Gebet. Eine Einheit kann Sie eine Woche lang begleiten; so ergibt sich ein Jahr, in dem Sie sich besonders in der Nächstenliebe üben. Michael Pflaum, geboren 1971, aufgewachsen in Nürnberg, Studium der katholischen Theologie in Bamberg, Würzburg und Jerusalem. 1997-2003 Pastoralreferent, 2004 Priesterweihe, 2006-2010 Stadtjugendseelsorger in Nürnberg, seit 2010 Pfarrer in Erlangen-Süd. Promotion: Die aktive und die kontemplative Seite der Freiheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 252
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741216787
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1145kBytes
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Exerzitien der Nächstenliebe

5. Woche: Naikan Einführung

Naikan lässt unsere Dankbarkeit wachsen. Wir erkennen deutlicher, wie viel Menschen uns irgendwie unterstützt haben. Der Fluss der Liebe in Geben und Nehmen wird uns bewusster. Insbesondere gegenüber unseren Eltern ist Naikan üben sehr wertvoll. Mit Naikan wächst unsere Dankbarkeit gegenüber den Eltern und Versöhnung mit ihnen wird möglich. Das hat Auswirkungen auch auf alle anderen Beziehungen. Deswegen werden wir heute beginnen, unsere Beziehung zu den Eltern mit den Naikanfragen zu prüfen.

Mt 18,21-35: Das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger

Welche Menschen haben uns normalerweise sehr viel gegeben? Welchen Menschen schulden wir quasi zehntausend Talente? Wenn wir das Gleichnis "klassisch" übersetzen, schulden wir Gott zehntausend Talente. Aber göttliche Gaben werden im Leben immer irgendwie "weltlich" vermittelt. Und viele der Gottes Gaben werden uns durch die Eltern geschenkt.

Mit den drei Fragen ziehen wir genauer Bilanz. Oft sehen wir nur das, was wir nicht bekommen haben, obwohl wir es uns gewünscht haben. Wir sind dann wie ein Kind, das sich zu Weihnachten ein rotes Auto gewünscht hat, am Heiligen Abend zehn Geschenke auspackt und dann enttäuscht dasitzt: das rote Auto ist nicht dabei - und die anderen Geschenke werden übersehen und nicht gewürdigt. Wir haben eine Vorstellung, wie etwas ablaufen sollte: eine Party, ein Urlaub usw. Wenn ich dann auf das schaue, was nicht vorhanden ist, blockiere ich meine Sicht auf das, was da ist. Zum Beispiel ärgere ich mich darüber, dass Peter nicht zu Party gekommen ist, und übersehe die anderen Gäste. Ich möchte gerne auf meiner Wanderung Gämsen sehen, aber sie sind nicht da und ich übersehe die Blumenwiese.

Eine Geschichte erzählt auf wunderschöne Weise, wie eine Großmutter ihren beiden Enkelkindern mit den drei Fragen eine neue Sichtweise eröffnet und verzeihen ermöglicht:

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da lebten zwei muntere Kinder, ein Junge und ein Mädchen, Tom und Pia, bei ihrer Großmutter in einem hübschen, kleinen Dorf auf dem Lande. Nicht von ungefähr lebten die beiden Kinder bei der Großmutter. Ihre Eltern hatten sich scheiden lassen und waren dabei, ihr Leben neu einzurichten. Der Vater war ins Ausland gegangen, um dort sein Glück zu machen. Die Mutter arbeitete sich in ihren alten Beruf als OP-Schwester ein.

Daher war es ein Segen für die Kinder, dass die Großmutter so viel Platz in ihrem Hause hatte. Tom und Pia waren noch klein, deshalb konnten sie im Dorf zur Grundschule gehen.

Eines Tages, es war schon herbstlich und früh dunkel, saßen Pia und Tom zusammen mit der Großmutter auf dem Sofa. Die beiden Kinder waren wütend und traurig, dass ihre Eltern sich so zerstritten hatten und nichts Besseres zu tun wussten, als sich zu trennen und die Kinder zur Großmutter zu schicken. Tom war besonders böse auf den Papa, der ihm so viel von seinen Maschinen, die er konstruierte, erzählt hatte und der mit ihm in fernen, glücklichen Tagen Modelle gebaut hatte. "Der blöde Papa" - murrte er "warum nur musste er so weit weggehen, nur weil Mama nicht alles so tat, wie er wollte?" Pia klagt über die Mama: "Sie hat doch gesagt, dass sie immer für uns da ist. Nun aber kümmert sie sich nur noch um ihren blöden Job!" Diese Klagen der Kinder hatte die Großmutter schon öfter gehört und das Herz tat ihr weh dabei.

An diesem Abend nun, wo sie jedes Kind neben sich im Arm hatte, fielen ihr auf einmal ihre Zauberhaare ein und sie sagte zu den beiden: "Ihr wisst, ich hab nicht nur Euch so sehr lieb, sondern auch Eure Eltern. Es tut mir Leid, dass Ihr so böse auf sie seid. Habe ich Euch nicht erzählt, dass meine drei Zauberhaare eine besondere Kraft haben? Sie bergen Antworten auf drei heilende Fragen."

Die Großmutter nimmt mit einen Ruck ein Haar und hält es in der Hand. Sie sagte zu Tom: "Frag' Dich einm

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