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Fühlen ist Leben Mit schwierigen Gefühlen umgehen von Wetzel, Sylvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2018
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Fühlen ist Leben

Emotionen bestimmen unser Leben. Wir suchen die angenehmen Gefühle und vermeiden die schwierigen. Doch gerade hier liegt der Schlüssel: Nur wenn wir unsere problematischen Emotionen verstehen und steuern können, werden wir auch Raum für ein leichteres Leben schaffen. Sylvia Wetzel behandelt in ihrem neuen Buch den Umgang mit Emotionen, die uns belasten - von Ärger und Wut, über depressive Verstimmungen und Neid oder Gier, bis hin zu Schmerz und Leid. Ihr buddhistischspiritueller Ansatz integriert Erkenntnisse der Neurowissenschaften, Psychologie und Philosophie. Die Autorin bietet überraschende und erhellende Einblicke aus ihrem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz. Mit Reflexionen und konkreten Übungen. Sylvia Wetzel ist Publizistin und eine der bekanntesten buddhistischen Lehrerinnen im deutschsprachigen Raum. Mit ihren kulturkritischen und feministischen Ansätzen ist sie eine Pionierin im Bereich des westlichen Buddhismus. Sie ist Mitbegründerin der Buddhistischen Akademie Berlin-Brandenburg und integriert in ihren zahlreichen Büchern, Vorträgen und Kursen die Erkenntnisse der westlichen Psychologie und Philosophie mit den Einsichten der buddhistischen Weisheit. Mehr Informationen und sylvia-wetzel.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 20.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451813979
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 436 kBytes
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Fühlen ist Leben

Teil eins:

Wer bin ich und wie fühle ich mich?

Nenn' es dann, wie du willst,

Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott!

Ich habe keinen Namen dafür!

Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch.

Goethe, Faust I, Marthens Garten
1. Was sind Gefühle?

Was sind Gefühle? Ich orientiere mich in diesem Buch vor allem an buddhistischen Ansätzen, denn ich bin keine Psychologin, und die buddhistischen Kategorien und Übungen geben mir eine gute Orientierung. Als Frau aus dem Westen bin ich auch mit christlichen und philosophischen, soziologischen und psychologischen Begriffen vertraut und durch sie geprägt. Da ich in diesen Begriffen denke und dieser Hintergrund in älteren und neueren buddhistischen Übersetzungen aus dem Englischen eine wichtige Rolle spielt, setze ich buddhistische Begriffe immer auch in Beziehung zu westlichen Termini und Kategorien, denn sie sind die Brille, durch die wir Ansätze aus dem Buddhismus sehen und verstehen.

Es geht mir nicht darum, den Buddhismus als optimales System für ein kluges Umgehen mit schwierigen Gefühlen darzustellen, sondern ich verwende die buddhistischen Kategorien als Landkarte im Dschungel vielfältiger Erfahrungen und Erklärungsansätze. Ich halte den Buddhismus nicht primär für eine Religion oder Philosophie, sondern für einen Übungsweg . In diesem Sinn sind für mich alle Aussagen des Buddha und seiner Nachfolger innen aus den unterschiedlichen Kulturen und Zeiten in Asien, und seit über hundert Jahren auch aus dem Westen, primär Anregungen zum Üben, pragmatische Methoden, um mit bestimmten Herausforderungen klug und angemessen umzugehen.
Gefühle im Westen

Die westliche Psychologie ist, verglichen mit dem Buddhismus, eine junge Wissenschaft, und es gibt viele unterschiedliche Schulen und Zugänge. Ich nenne hier die zentralen Kategorien aus dem dtv-Atlas zur Psychologie (1984) relativ ausführlich, denn sie entsprechen vermutlich eher unseren Erfahrungen als die traditionellen buddhistischen Kategorien. Allerdings wird darin betont, dass man sich in der Erforschung der Gefühle noch ziemlich am Anfang befinde. Ich werde im dritten Teil Vorschläge zum klugen Umgehen mit häufig vorkommenden schwierigen Gefühlen und Emotionen machen und mich dabei sowohl auf buddhistische als auch auf westliche psychologische Begriffe beziehen.

Unter dem Stichwort Emotionspsychologie werden viele Arten von Gefühlen beziehungsweise Emotionen aufgeführt, die ich zur besseren Übersicht in sieben Gruppen zusammenfasse: 1. Somatische Emotionen wie Antriebe: Hunger, Durst, Schlaf, Sexualtrieb; Stimmungen: lebhaft - schwermütig, Morgenmuffel - Frühaufsteher; Schreck: Flucht - Angriff; Angst: Flucht, Ängstlichkeit, Panik, Pessimismus. 2. Situative Emotionen wie Freude, Humor, Zorn, Sorgen, Besorgnis, Überraschung. 3. Soziale Emotionen wie Liebe, Selbstlosigkeit, Antipathie gegen Dinge, Personen, Tiere, Ideen und so weiter, mit einer großen Spannbreite von Abwehr bis Ekel. Für Aggression werden 37 Theoriegruppen erwähnt, die sich unter anderem mit Aggressionsabbau und dem Einüben sozialen Verhaltens befassen.

Die soziale Emotion der Scham gilt als Hüterin von Selbstrespekt und Selbstschutz und der Achtung fremder Integrität. Schuldgefühle nach Fehlverhalten basieren auf Verantwortungsgefühl und Selbstkritik. Moralische Gefühle entstehen in einem bestimmten sozialen Kontext und folgen einem bestimmen Kodex. 4. Zu den kognitiven Emotionen zählen Interesse, Hoffnung unter anderem. Dann gibt es 5. Ästhetische und religiöse Gefühle und meditative Emotionen, die sich auf das eigene Erleben beziehen. 6. Das Selbstwertgefühl pendelt zwischen Selbstachtung und Fremd

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