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Kleine Panik Unseren Alltagsängsten auf den Grund gegangen von Gringer, Juliane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Kleine Panik

Angst ist ein fester Bestandteil des menschlichen Wesens. Wir alle empfinden sie und sorgen uns: um unsere Gesundheit, um die Menschen, die uns nahe stehen, um große Themen wie Terror und kleine Themen im Alltag wie die Maus im Keller. In diesem unterhaltsamen und klug erzählten Sachbuch stellt sich Juliane Gringer all ihren Alltagsängsten und geht ihnen - und seien sie noch so absonderlich - auf den Grund. Sie befragt Experten aus allen Winkeln der Republik - Ärzte, Wissenschaftler, Praktiker -, besucht 'Tatorte' und überzeugt sich davon, dass das Leben doch nicht ganz so gefährlich ist, wie viele von uns glauben. Oder vielleicht doch?

Juliane Gringer hat Journalismus und Psychologie in Leipzig studiert und schrieb u.a. für Brigitte, Elle, Handelsblatt, Neon, Neue Zürcher Zeitung und die taz. Sie ist außerdem Autorin zahlreicher Sachbücher und lebt als freie Journalistin und Mutter von zwei Kindern im ziemlich ungefährlichen Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641214975
    Verlag: Goldmann
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Kleine Panik

7:35 Uhr

Schreck und blauer Fleck

Nächste Station: Zähneputzen. Der Becher mit den Bürsten ist übervoll. Eine kleine, feine Auswahl mit verschiedenen Motivbürsten für jede Stimmung: Fred entscheidet sich heute zielsicher für "die blaue Snoopy", während Ruby noch schwankt zwischen "Prinzessin" und "Rabe Socke". Sie wählt schließlich den Raben. Dazu will sie das rote Zahngel mit Erdbeer-Himbeer-Geschmack, Fred ist in diesem Punkt unkompliziert: Er hat nur eine Zahnpasta, da ist er Purist. Seine Sorte ist ein extra "Junior-Produkt", das für Kinder ab sechs Jahren gedacht ist. "Wirksamer Kariesschutz während des Zahnwechsels für die neuen bleibenden Zähne" steht auf der Packung und: "Durch den altersgerechten Fluoridgehalt (1440 ppm) werden die neuen, bleibenden Zähne gestärkt und vor Karies geschützt." Jedes Mal, wenn ich das mit dem Fluorid lese, wird mir etwas flau. Das macht doch die Knochen hart! Hab ich mal irgendwo gelesen. Wir putzen uns täglich alle brav die Beißerchen und schaufeln uns dabei selbst das Grab. Etwas vorsichtiger ausgedrückt, ignorieren wir dabei die Gefahr, dass sich das Fluorid in der Zahnpasta im Körper anlagern kann. Ich zögere ganz kurz, bevor ich die weiße Paste auf die Snoopy-Bürste quetsche und mache es dann doch - putzen ist ja in jedem Fall besser als nicht putzen, oder?

Ich habe mal von einer Frau gelesen, die eine schräge Art des Teegenusses pflegte: Sie bereitete angeblich jeden Tag literweise Schwarztee zu, für den sie 100 bis 150 Beutel in die Kanne hängte. Das klingt erfunden oder bescheuert oder beides, und ich frage mich, wie groß die Kanne sein soll, in die 100 Teebeutel passen. Aber egal, was sie gemacht hat: Irgendwann wurde sie wohl in einer Klinik untersucht, weil sie Rückenschmerzen hatte und ihre Zähne zerbröckelt waren. Die Ärzte kamen nach langer Suche darauf, dass der Tee schuld sein muss, denn schwarzer Tee enthält auch Fluorid. Okay, vielleicht hat diese durstige Frau es einfach übertrieben, und die Kombination aus Dosis und Dauer der "Einnahme" war hier das Problem. Aber Mundhygiene ist ja per se einfach ein Dauerbrenner, die zieht man ja idealerweise sein Leben lang durch und betreibt sie sehr intensiv und regelmäßig. Schmiere ich meinem Sohn also gerade in diesem Moment doch ein ernst zu nehmendes langfristiges Risiko auf die Bürste? Weil das Fluorid darin seine Knochen auflöst und seine Zähne nicht schützt, sondern sie in Wirklichkeit heimtückisch zerfrisst?

Laut Empfehlung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA sollten wir täglich höchstens 0,05 Milligramm Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht zu uns nehmen, egal aus welcher Quelle.

In den USA steckt Fluorid im Leitungswasser, seit man dort beobachtet hatte, dass die Menschen in Gebieten, in denen das Trinkwasser fluoridhaltig war, deutlich weniger Karies hatten. In Deutschland setzte man dagegen auf fluoridhaltige Produkte wie Zahnpasta oder Mundspülungen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keinen Grund zur Sorge vor Überdosierung, denn es sei davon auszugehen, dass normalerweise kein schädigender Level erreicht werden kann. Um ernsthaft Schaden zu nehmen, müsste man nämlich 10 bis 25 Milligramm pro Tag konsumieren und das über mindestens zehn Jahre hinweg. In einer Paste für Erwachsene stecken jedoch nicht mehr als 0,15 Prozent. Man darf also nur eins nicht tun: Das Zeug in großen Mengen essen. Und man sollte es am Ende des Putzvorgangs immer ausspucken. Ich halte das für machbar. Und das Zeug nützt ja auch wirklich was: Es hilft dabei, Karies vorzubeugen.

Eine amerikanische Studie hat aber gezeigt, dass eine Gruppe mit Fluorid besonders vorsichtig umgehen sollte, nämlich schwangere Frauen. Bei der Untersuchung an 1000 Schwangeren aus Mexiko kam heraus, dass die Intelligenz ihrer Kinder niedriger war, wenn sie viel Fluorid aufnahmen. Genauer gesagt: Der Fluoridspiegel im Urin der Mütter

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