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Liebe ist die einzige Revolution Drei Impulse für Ko-Kreativität und Potenzialentfaltung von Grün, Anselm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2017
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Liebe ist die einzige Revolution

Ist Liebe Verliebtsein? Ist Liebe ein Gefühl? Beides ist sie und doch viel mehr: Sie ist der Grund unseres Seins. Das Buch zeigt aus neurobiologischer, philosophisch-theologischer und kulturgeschichtlicher Perspektive dass und inwiefern die wichtigsten sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Innovationen der Menschheitsgeschichte aus einer menschlichen Motivation geschahen, welche dem letztlichen Grund aller großen Kulturen, Religionen und Philosophien - 'Gott ist Liebe' - entspricht. Und dass daher durchaus Hoffnung besteht, dass die Menschheit in der Lage ist, auch ihre gegenwärtigen globalen Entwicklungsprobleme in diesem Sinne zu lösen. Dr. theol., geb. 1945, Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, geistlicher Begleiter und Kursleiter in Meditation, Fasten, Kontemplation und tiefenpsychologischer Auslegung von Träumen. Seine Bücher zu Spiritualität und Lebenskunst sind weltweite Bestseller - in über 30 Sprachen. Sein einfach-leben-Brief begeistert monatlich zahlreiche Leser (einfachlebenbrief.de). Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther leitet die Abteilung für Neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/Heidelberg. Maik Hosang, Dr. phil., habil. Sozialökologe, Mitgründer des Modellprojekts LebensGut Pommritz, wo er auch lebt. Autor zahlreicher Bücher.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 18.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451807572
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3887 kBytes
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Liebe ist die einzige Revolution

Wir beherrschen bereits die Energie des Windes, der Meere und der Sonne. Doch an dem Tag, an dem der Mensch mit der Energie der Liebe umzugehen weiß, wird diese Erkenntnis so wichtig sein wie die Entdeckung des Feuers.

Pierre Teilhard de Chardin
Teil 1

Gerald Hüther

Die Bedeutung der Liebe für die Menschwerdung des Affen

Dieses Buch hat nicht nur einen revolutionären Titel. Es enthält auch eine revolutionäre Botschaft. Deshalb will ich mit meinem Beitrag nicht lange um den heißen Brei herumschreiben. Lassen Sie mich also - wie es so bezeichnend heißt und wie es von Revoluzzern ja auch erwartet wird - gleich "mit der Tür ins Haus fallen".

Die Überschrift meines Beitrags macht ja bereits deutlich, worum es geht: um diesen ziemlich komplizierten Entwicklungsprozess, der sich in einer langen Kette aufeinanderfolgender Generationen innerhalb der letzten 100 000 Jahre vollzogen hat und der als Zwischenergebnis das hervorgebracht hat, was wir heute sind: Zauberlehrlinge, die permanent etwas in Gang setzen, was ihnen anschließend über den Kopf wächst.
1. Wir sind noch nicht zu dem geworden, was wir sein könnten

"Der Übergang vom Affen zum Menschen, das sind wir", so hat der nobelpreisgekrönte Verhaltensforscher Konrad Lorenz unseren gegenwärtigen Entwicklungsstand treffend definiert (Lorenz 1968). Und wenn wir uns heutzutage in unserer Welt umschauen, bleibt nur zu hoffen, dass es uns möglichst bald gelingt, diesen Übergang noch zu schaffen. Ansonsten werden wir wohl als "Irrläufer der Evolution" (Koestler 1978) in die terrestrischen Annalen eingehen. Das von uns selbst proklamierte Zeitalter des Anthropozän hätte dann durch unseren selbstverschuldeten Untergang ein natürliches Ende gefunden, und unser wunderbarer blauer Planet wäre auf die einfachste Art von der größten, seinen Fortbestand gefährdenden Plage erlöst. Zurück auf die Bäume zu klettern und uns selbst wieder zum Affen zu machen, ist definitiv keine Option mehr für uns. Nur wenige der Milliarden in unseren Megastädten zusammengepferchten Menschen sind noch in der Lage, in der freien Natur zu überleben. So bleibt uns also nur der Weg in die andere Richtung. Hin zu dem, was Menschsein wirklich bedeutet. Aber was ist es, was uns zu Menschen macht? Was könnte uns helfen, diesen Übergang zu schaffen?

Friedrich Engels, der gelehrte Unternehmer und überzeugte Kommunist, treuer Weggefährte von Karl Marx, war der Meinung, es sei die Arbeit. Sehr überzeugend dargelegt hat er das in seiner 1876 verfassten Schrift "Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen". Deshalb ging es ihm und Karl Marx auch um die gerechte Verteilung der durch arbeitende Menschen erzeugten Produkte und der durch ihren Verkauf erzielten Gewinne. Ihre Forderung zur Schaffung dieses Zustandes wurde zum Auslöser für einen das gesamte 20. Jahrhundert prägenden Klassenkampf. Den Übergang vom Affen zum Menschen haben diese Auseinandersetzungen jedoch kaum befördert. Selbst dort, wo die Anführer dieser Arbeiterbewegungen die Macht übernommen, die Arbeit befreit und die alten Produktionsverhältnisse umgestürzt hatten, ist eine spürbare und nachhaltige Entwicklung hin zu etwas mehr Menschlichkeit ausgeblieben.

So ging es also nicht. Das war keine revolutionäre Transformation menschlichen Zusammenlebens, sondern die Fortsetzung der bis dahin entwickelten Beziehungsmuster unter dem Vorzeichen veränderter Machtverhältnisse. Das heißt nicht, dass sich Marx und Engels mit ihrer Analyse geirrt hatten. Zweifellos kommt der Arbeit, also dem Tätigsein, dem Erwerb von Wissen und Können und der Entwicklung der Produktivkräfte ein wichtiger Anteil an der Herausbildung all dessen zu, was bisher von Menschen geschaffen worden ist. Aber die Arbeit hat uns nicht zu dem gemacht, was wir sind, und sie ist auch nicht das, was d

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