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Neue Psychologie der Beeinflussung Die Erforschung der Manipulation

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Neue Psychologie der Beeinflussung

Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit waren wir so vielen Beeinflussungsversuchen ausgesetzt. Große Konzerne wollen uns zum Kauf ihrer Produkte verführen. Religiöse Prediger wollen uns von ihrem 'einzig wahren" Glauben überzeugen. Politiker wollen (wieder-)gewählt werden. Während vielerorts über die Wirksamkeit von Manipulationstechniken nur spekuliert und teilweise blanker Unsinn verbreitet wird, hat der bekannte Diplom-Psychologe Eskil Burck hunderte Untersuchungsergebnisse ausgewertet und verblüffende Erkenntnisse anschaulich und unterhaltsam aufbereitet. Welche Beeinflussungstechniken funktionieren wirklich? Welche Techniken sollten Sie unbedingt kennen, um Angriffe abwehren zu können?

Eskil Burck absolvierte sein Studium an der Universität Koblenz-Landau. Schon während des Studiums begann er, Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sein Audio-Podcast belegte immer wieder Platz 1 in den iTunes-Charts in der Kategorie 'Bildung'. Seine Lern-Videos wurden allein auf Youtube bereits mehr als 1,5 Millionen Mal angeschaut. Weitere Informationen finden Sie auf www.psychologie-lernen.de. Youtube-Kanalname: psychologie-lernen.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741219092
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 9786kBytes
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Neue Psychologie der Beeinflussung

2 Die Macht der Berührung

Vielleicht haben Sie schon mal von der schauerlichen Legende um Kaiser Friedrich II. gehört, wonach dieser im 13. Jahrhundert zu wissenschaftlichen Zwecken einige Säuglinge in absoluter Isolation aufwachsen lassen wollte. Die Ammen, welche mit der "Aufzucht" der Kinder betraut worden waren, durften die Kinder lediglich mit der Brust füttern oder gelegentlich waschen. Jegliche Form von Liebkosung (Streicheln, Tätscheln etc.) und Kommunikation mit den Babys war strengstens untersagt. Warum das alles? Der Kaiser wollte angeblich herausfinden, welche Sprache die Kinder von alleine entwickeln würden, wenn man jegliche Beeinflussung von außen auf Null reduzierte. Aber anstatt zu beginnen hebräisch, griechisch, lateinisch oder arabisch zu sprechen, verstarben die Säuglinge schon nach kurzer Zeit.

Auch wenn diese Schauergeschichte um Friedrich den II. mittlerweile von Historikern stark angezweifelt wird, 1 sprechen eine Vielzahl wissenschaftlicher Experimente für die große Bedeutung zwischenmenschlicher Berührung.

So ließ sich z.B. in einer Reihe von Experimenten (z.B. Field, Saul & Schanberg, 1986; Vickers, Ohlsson, Lacy & Horsley, 2004) beobachten, dass Säuglinge, die nach ihrer Geburt gezielt "Massagen" und Streicheleinheiten erhielten, schneller an Gewicht zunahmen (siehe Abbildung 2.1 ) und weniger Tage im Krankenhaus bleiben mussten.

Abbildung 2.1 Basierend auf Daten von: Field, T.M., Schanberg, S.M., Scafidi, F., Bauer, C.R., Vega-Lahr, N., Garcia, R., Nystrom, J. & Kuhn, C.M. (1986). Tactile/kinesthetic stimulation effects on preterm neonates. Pediatrics, 77(5), 654-8.

Aber auch im Erwachsenenalter reagiert unser Organismus noch überaus positiv auf Berührung. Insbesondere in Stresssituationen kann eine wohlwollende Berührung der physiologischen Stressreaktion entgegenwirken. Dies zeigte sich u.a. in einer Untersuchung von Ditzen und Kollegen (2007), in welcher man mit 67 Frauen den Trier Social Stress Test durchführte. Dieser Test, der von Forschern aus Trier entwickelt wurde, um soziale Ängstlichkeit zu messen, zählt wohl zu den fiesesten Tests, die es in der Psychologie überhaupt gibt.

Stellen Sie sich vor, sie müssten eine Gruppe von skeptisch dreinblickenden Juroren von sich überzeugen.

Hierfür müssen Sie in den ersten fünf Minuten eine frei vorgetragene Rede über Ihre Stärken und Schwächen zum Besten geben. Als wenn dies noch nicht stressig genug sei, sollen Sie in den nächsten fünf Minuten eine Kopfrechenaufgabe lösen: "Zählen Sie in 13er-Schritten von 1022 abwärts. Aber bitte so schnell Sie können!"

Falls Sie bei dieser Rechenaufgabe einen Fehler machen, müssen Sie sofort wieder bei 1022 beginnen. Und die ganze Zeit läuft immer eine Kamera mit...

Abbildung 2.2 Skeptischer Juror beim Trier Social Stress Test.

Normalerweise ist bei fast allen Menschen unter diesen Bedingungen eine Angst reaktion zu beobachten. Das Herz beginnt deutlich schneller zu schlagen und auch das Stresshormon Cortisol lässt sich vermehrt im Speichel nachweisen. Bei einer Versuchsgruppe der Studie von Ditzen et al. (2007) war der Anstieg dieser physiologischen Stressparameter jedoch wesentlich geringer ausgeprägt: Es handelte sich um Frauen, die kurz zuvor eine Schulter-/Nackenmassage von ihren Lebenspartnern erhalten hatten.

Abbildung 2.3 Basierend auf Daten von: Ditzen, B., Neumann, I., Bodenmann, G., von Dawans, B., Turner, R.A., Ehlert, U. & Heinrichs, M. (2007). Effects of different kinds of couple interaction on cortisol and heart rate responses to stress in women. Psychoneuroendocrinology 32, 565-574.

Interessanterweise hatte die Massage auch einen deutlich größeren Effekt als verbale Beruhi

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