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Ratgeber Lebensende, Sterben und Tod Informationen für Betroffene und Angehörige von Trachsel, Manuel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.01.2017
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
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Ratgeber Lebensende, Sterben und Tod

In Deutschland stehen ungefähr 850.000 Menschen unmittelbar an ihrem Lebensende. Mit Abstand die häufigsten Todesursachen sind chronische und unheilbare Erkrankungen. Die psychischen Prozesse beim Sterben sind in besonderer Weise individuell, da bisherige biografische Erfahrungen, Persönlichkeitsmerkmale und Gewohnheiten darin münden. Zudem wird der Sterbeprozess durch den sozialen Kontext, durch familiäre oder medizinisch-institutionelle Bedingungen beeinflusst. Der Band gibt einen Überblick über die Rahmenbedingungen, gesetzlichen Bestimmungen sowie über diagnostische und interventive Möglichkeiten der Begleitung von Menschen am Lebensende und in der Sterbephase. Der Band liefert zunächst grundlegende Informationen zum Thema Tod und Sterben und beschreibt Belastungsfaktoren, die mit dem Lebensende, dem Sterben und dem Tod verbunden sind. Ausführlich werden hilfreiche therapeutische Strategien aus den Bereichen der Psychotherapie, Psychoonkologie, Palliative Care, Philosophie und Ethik beschrieben. Es wird u.a. auf Interventionen bei Todesangst und bei Schmerzen, auf Möglichkeiten der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, auf die Kommunikation mit Sterbenden, auf Methoden des Lebensrückblicks sowie auf die Unterstützung von Angehörigen eingegangen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Voraussetzungen für ein "gutes" Sterben und auf dem Umgang mit existenziellen Ängsten, Isolations- und Sinnlosigkeitsgefühlen sowie depressiven Symptomen und Suizidwünschen Auflage bei der Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit und dem Sterben.

Produktinformationen

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Ratgeber Lebensende, Sterben und Tod

16 2 Was Personen am Lebensende und ihre Angehörigen belasten kann

Für die meisten von uns sind andere Menschen das Wichtigste im Leben. Wir definieren uns vielfach über unsere Beziehungen und verbringen den größten Teil unserer bewussten Zeit im Kontakt mit nahestehenden Personen. Der Partner, die Eltern, die Kinder, Freunde, Arbeitskollegen - praktisch jeder von uns befindet sich mitten in einem Netz von Personen, die unser Leben ausmachen. Das Sterben einer Person wird sich unweigerlich mehr oder weniger schwerwiegend auf alle anderen verbundenen Personen auswirken - in der Regel natürlich umso schwerer, je näher eine Person dem sterbenden Menschen steht.

Hinweis:

Die Sterbenden selbst leiden dabei häufig nicht nur unter dem bevorstehenden Ende ihres Lebens, sondern auch darunter, dass sie mit ihrem Tod ihren Angehörigen Schmerzen bereiten werden.

Stark zum Ausdruck gebracht hat dies die Dichterin Mascha Kaléko in ihrem Gedicht "Momento" 2 :

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,

Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang

Und laß mich willig in das Dunkel treiben.

Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;

- Und die es trugen, mögen mir vergeben.

Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,

Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

17 In der weitaus größten Zahl der Todesfälle bleibt den Sterbenden und ihren Angehörigen zumindest eine gewisse Zeit, um sich auf den Tod vorzubereiten. Chronische und unheilbare Erkrankungen stellen mit Abstand die häufigsten Todesursachen dar. 65 Prozent der Personen zwischen 65 und 84 Jahren leiden an zwei oder mehr Erkrankungen; 82 Prozent der über 85-Jährigen leiden sogar an drei oder mehr Erkrankungen. Lediglich fünf Prozent der Todesfälle ereignen sich plötzlich und unerwartet aus voller Gesundheit heraus. Die Kombination verschiedener Erkrankungen kann am Lebensende sowohl aufgrund körperlicher als auch psychischer Faktoren für alle Beteiligten sehr belastend sein.

Zu den häufigsten körperlichen und psychischen Belastungsfaktoren am Lebensende gehören Schmerzen, Appetitlosigkeit, Erschöpfung/Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot, Verstopfung, Ängste und Depressivität.
2.1 Körperliche Belastungen am Lebensende

Schmerz

Hinweis:

Schmerz hat nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische und soziale Komponente. Es besteht ein klar nachgewiesener Zusammenhang zwischen Angst, Unsicherheit und Schmerzstärke.

Schmerz ist eine private innere Erfahrung und kann nur von derjenigen Person beschrieben werden, die ihn auch tatsächlich erlebt. Chronische Schmerzen wirken sich besonders stark auf das psychische Wohlbefinden aus, da diese im Gehirn zu Veränderungen führen, die wie in einem Teufelskreis wiederum die Schmerzen beeinflussen.

Folgende Reaktionen sind bei anhaltenden Schmerzen typisch: Konzentrationsstörungen, Verstimmung, Anspannung, Antriebsminderung, Leistungsminderung, Reizbarkeit und Schlafprobleme.

18 Hinweis: Chronische Schmerzen

Bei chronischen Schmerzen kann es zu einer depressiven Entwicklung kommen. Die Menschen kommen auch hier in einen Teufelskreis, da chronische Schmerzen Depressivität fördern und Depressivität ihrerseits die Schmerzwahrnehmung verstärkt.

Kommen soziale Belastungen wie Arbeitslosigkeit oder Beziehungsprobleme hinzu, kann dies zu einer weiteren Schmerzzunahme führen. Generell sind chronische Schmerzen bei über 85-jährigen pflegebedürftigen Personen mit ungefähr 60 bis 80 Prozent die häufigsten gesundheitlichen Beschw

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