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Verwandle Deine Angst Ein Weg zu mehr Lebendigkeit - Spirituelle Impulse von Grün, Anselm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Verwandle Deine Angst

Ängste können wie ein hilfreiches Alarmsystem wirken. Es gibt aber auch die Angst vor der Angst, die einen einschließt wie in einem Gefängnis. Sie verhindert ein Leben in Fülle. Von solcher Angst frei zu werden ist ein wichtiges Ziel. Anselm Grün geht es um spirituelle Wege: mit seiner Angst ins Gespräch zu kommen, sein Herz aus der Enge zu befreien und neuen Mut zu schöpfen. Anselm Grün OSB, Dr. theol., geboren 1945, trat mit 19 Jahren in den Benediktinerorden ein. Seither lebt und arbeitet er in der großen Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Anselm Grün wirkt als geistlicher Begleiter und erteilt Kurse in Meditation, Fasten, Kontemplation und tiefenpsychologischer Auslegung von Träumen. Er ist der weltweit populärste christliche Autor unserer Tage. Seine Bücher zur Spiritualität und Lebenskunst, zu den Themen Glück, innere Balance und positives Lebensgefühlerreichen seit Jahrzehnten eine breite Leserschaft. Pater Anselms Texte machen auf wunderbar einfühlsame Weisespirituelle Themen, Meditation, Kontemplation und Fastenverständlich. Das Positive in den einfachen Dingen wahrzunehmen und spürbar zu machen, das ist benediktinische Lebensweisheit. Anselm Grüns Botschaft: Der Mensch ist geboren glücklich zu sein. Es gibt Quellen der Kraft, die in jedem stecken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804458
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3964 kBytes
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Verwandle Deine Angst

Einleitung

Ü ber das Phänomen der Angst gibt es zahlreiche psychologische Bücher. Schon das ist ein Zeichen dafür, dass dieses Thema heute viele Menschen bewegt. Es ist das Thema, das immer wieder, und in jüngster Zeit verstärkt, auch in Gesprächen auftaucht, die ich führe. Als ich anfing, mich selbst intensiver mit der Angst und ihrer Verwandlung zu beschäftigen, fiel mir erst auf, wie häufig meine Gesprächspartner aus sich heraus davon und von ihren Versuchen erzählten, damit umzugehen. Das Thema begegnet mir immer wieder in den verschiedensten Situationen. Menschen sprechen von ihrer Angst vor der Zukunft, von drohender Arbeitslosigkeit und davon, dass sie dann die finanziellen Belastungen des Haushalts nicht mehr bewältigen können. Sie kommen aber auch unabhängig von der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage, der gegenüber sie sich ohnmächtig empfinden, immer wieder auf das Thema zu sprechen - ob von Krankheit die Rede ist oder vom Älterwerden, ob es um die Angst, verlassen zu werden geht oder um die Angst vor Verletzung und Ablehnung, um die Angst, im Leben zu scheitern und es nicht zu schaffen oder um die Angst vor dem Sterben. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die so wohlhabend ist wie nie zuvor in der Geschichte, die über früher undenkbare technische Möglichkeiten verfügt und in der es gegen alle möglichen Risiken Versicherungen gibt. Und doch spüren viele Menschen heute in ihrem Leben Unsicherheit, sie fühlen sich von angstauslösenden Faktoren geradezu umzingelt.

Angst ist natürlich nichts Neues, sondern etwas, was die Menschen seit jeher beschäftigt hat. Und doch scheint unsere Zeit und unsere Gesellschaft heute in besonderer Weise von diesem Lebensgefühl geprägt zu sein, so sehr, dass der Psychologe Wolfgang Schmidbauer sogar von der "Generation Angst" gesprochen hat. Das hat sicher auch viele Gründe, die nicht nur aktuell bedingt sind. Nach dem Krieg haben viele die Ängste, die sie in Luftschutzbunkern erlebt hatten und die auf der Flucht ihre ständigen Begleiter waren, einfach verdrängt. Sie wollten von der Angst nichts mehr wissen, haben sie gleichsam abgelegt, um sich den Problemen des Überlebens zu widmen. Man könnte auch sagen: Sie sind vor ihrer Angst davongelaufen, indem sie in die Aktivität flüchteten. Doch heute werden viele verlassene Kriegskinder von den alten Ängsten eingeholt. Die Verdrängung hatte sie dazu geführt, einfach zu funktionieren und die eigenen Gefühle zu übergehen. Heute drängen diese Emotionen mit Macht an die Oberfläche. Mit der Angst steigt zugleich die Sehnsucht auf, das eigene Leben anzuschauen, darüber zu sprechen und sich damit auszusöhnen.

Der russische Romanautor Daniil Granin beschreibt sein eigenes Leben in einem autobiographischen Rückblick unter dem einprägsamen Stichwort "Jahrhundert der Angst". Er meint damit die Erfahrung des Krieges und das Leben unter einem totalitären Staat. Auch bei Menschen, bei denen die Erfahrung des Totalitarismus nicht so tief greifend oder lang anhaltend war, können weit zurückliegende Erfahrungen eine starke Nachwirkung haben. Die Angst, die heute viele Menschen der älteren Generation bewegt, kann in der Tat mit den verdrängten Ängsten der Kriegsgeneration zusammen hängen. Sie beschränkt sich aber nicht auf eine Altersstufe und sie hat auch neue Wurzeln. Während der Weg nach dem Krieg immer nur bergauf ging, scheint er jetzt nach unten zu führen, in ein nebliges Tal. Dort unten ist es dunkel und kalt. Man fühlt sich nicht wohl in diesem Tal. Eine undurchsichtige Zukunft macht unsicher. Und vieles, was dort unten geschieht, erzeugt Angst. In der Arbeitswelt ist ein rauer Ton an der Tagesordnung. Eine Frau erzählte kürzlich von ihrem Büroalltag, der seit einiger Zeit geprägt ist von einem stets brüllenden Chef und Kolleginnen, die sich aus Furcht ducken. Das Beispiel zeigt, wie verflochten die Situation ist: Die aggressiven Angstmacher sind selbst voller Angst. Und

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