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Wie ich meine Angst verlor und wie Ihnen das auch gelingen kann von Hohensee, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.07.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
12,99 €
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Wie ich meine Angst verlor

Die Angst besiegen

Angst ist ein Massenphänomen, Millionen Menschen leiden an Phobien, Panikattacken, diffusen Ängsten. Thomas Hohensee war einer von ihnen. Irgendwann hat er beschlossen, aktiv dagegen anzugehen. Und er musste erfahren: Angst ist ein Geschäft, an dem viele gut verdienen. Aus der Betroffenenperspektive schreibt er von seinem Kampf gegen die Angst. Offen und ungeschönt benennt er die vielen Um- und Irrwege und vergeblichen Therapieversuche.

Doch die Angst zu besiegen, ist möglich. Wie Thomas Hohensee es geschafft hat, welche Strategien ihn dabei unterstützt haben und wie auch andere sich für immer von ihren Ängsten befreien können, beschreibt er in diesem Buch.

Thomas Hohensee , geboren 1955, arbeitete als Volljurist, bevor er eine Ausbildung am Deutschen Institut für Rational-Emotive und Kognitive Verhaltenstherapie machte. Als Coach und Buchautor lebt er in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 24.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423423281
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1362kBytes
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Wie ich meine Angst verlor

Hiiiilfe!!

Ich sitze in der U-Bahn. Mein Ziel ist der Fachbereich Jura, draußen in Dahlem. Es ist ziemlich voll im Zug, aber ich habe einen Sitzplatz erwischt. Der hilft mir allerdings auch nicht weiter; denn ich kann diese Enge nicht leiden. Genauer gesagt: Sie macht mir Angst. Ich habe das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen.

Der Gedanke, dass die U-Bahn im Tunnel stecken bleiben könnte, macht mir schwer zu schaffen. Besonders wenn dann das Licht ausginge. Ich merke, wie meine Angst steigt. Jetzt ruckelt der Zug so komisch. Anzeichen einer kommenden Katastrophe?

Wir fahren in den nächsten Bahnhof ein. Das verschafft mir etwas Erleichterung. Ich könnte schnell rausspringen. Dann wäre ich noch mal entkommen. Ich bleibe sitzen. Noch mehr Menschen steigen ein. Hiiiilfe!!

Bis zur nächsten Station dieselben Beklemmungen. Mir wird plötzlich sehr warm. Es ist Sommer. Mir kommt es vor wie in einem Tropenhaus. Was ist, wenn ich ohnmächtig werde? Mein Herz schlägt schneller. Wenn es hier bloß nicht so stickig wäre!

Auf dieser Strecke sind die Sitzplätze in den U-Bahnen längs angeordnet. Etwa zwanzig Personen sitzen sich gegenüber. Zwischen uns stehen weitere. Es ist zu eng, um ein Buch oder eine Zeitung herauszuholen und mich abzulenken.

Der Zug verlangsamt seine Fahrt. Hoffentlich bleibt er jetzt nicht stehen. Es ist nur noch eine Station. Eine junge, sehr hübsche Frau von gegenüber mustert mich. Das kann ich jetzt gar nicht gebrauchen. Ist sie interessiert oder merkt sie, was ich hier durchmache? Ich möchte weglaufen und zähle die Sekunden.

Endlich hat die U-Bahn das Ziel erreicht. Zusammen mit zahlreichen anderen steige ich aus. Alles gut gegangen. - Diesmal!
In der Sackgasse

Ich hatte mich verfahren. Leider nicht mit der U-Bahn, sondern mit meinem Leben. Nichts ging mehr. Jedenfalls kam es mir so vor.

Mein Studium kam nicht voran. Es machte mir keinen Spaß und meine Noten waren miserabel. Ich war so naiv gewesen, zu glauben, dass man im Jura-Studium etwas über Gerechtigkeit lernen würde. Aber darum ging es überhaupt nicht. Man sollte einfach die einschlägigen Gesetze finden und auslegen können. Nicht so wie man wollte, sondern wie die obersten Gerichte es taten, egal ob man deren Urteile nun gerecht fand oder nicht.

Als mir das zum ersten Mal klar wurde, konnte ich es kaum fassen. Drei Semester hatte ich mich mit der Frage gequält, was gerecht ist und was nicht. Und nun das! Man brauchte einfach nur in dicken Kommentaren nachzulesen, was der Bundesgerichtshof und die anderen höchsten Instanzen sagten. Mehr wurde nicht verlangt. Dafür bekam man gute Zensuren.

Ich konnte mich nicht darüber freuen, dass die Jurisprudenz im Grunde so simpel war. In der Schule fand ich den Unterricht so langweilig, dass ich gehofft hatte, an der Uni würde alles anders werden. Ich hatte davon geträumt, Studierende seien wahnsinnig interessiert an ihren Studienfächern und würden die ganze Zeit über ungelöste Probleme diskutieren. Stattdessen war ich nun einer unter vielen frustrierten, verunsicherten und desorientierten Studienanfängern, die mehr schlecht als recht versuchten, herauszufinden, wie der Wissenschaftsbetrieb funktionierte, vor allem wie man einen guten Abschluss schaffte.

Ich fühlte mich verloren. Zwar hatte ich das Schlagwort vom "anonymen Massenstudium" schon gehört, wusste aber nicht, was damit gemeint war. Man erfuhr es aber gleich am ersten Tag am eigenen Leib: Hunderte von Erstsemestern zwängten sich in den größten Hörsaal des Fachbereichs, in dem man sich in Listen für Arbeitsgemeinschaften eintragen sollte, die über den ganzen Raum verteilt waren. Man musste sich da irgendwie durchk&a

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