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Meine 100 Kinder Was ich als privater Samenspender erlebt habe von Bühler, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.10.2016
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Meine 100 Kinder

Das Thema Samenspende ist noch immer ein Tabu. Dabei leben Schätzungen zufolge allein in Deutschland etwa 100 000 Menschen, die durch eine Samenspende gezeugt wurden. Die genaue Zahl kennt niemand, denn neben Kinderwunschzentren und Samenbanken gibt es auch die Möglichkeit, sich auf eigene Faust einen Spender zu suchen. Keiner dieser privaten deutschen Samenspender ist je in die Öffentlichkeit getreten - bis heute. Martin Bühler, mit dessen Samen schon über 100 Kinder gezeugt wurden, bricht das Schweigen und berichtet in diesem Buch offen von seinen Erlebnissen. Woher kommt seine Motivation, unbekannten Menschen zu einem Kind zu verhelfen? Auf welche Weise entsteht der Kontakt zwischen Spender und Empfänger? Wie laufen die Begegnungen zwischen den beiden Parteien ab? Und wie geht er damit um, wenn ein Spenderkind ihn kennenlernen will? Es sind kuriose, schockierende, aber auch ergreifende Momente, die Martin Bühler in über fünfzehn Jahren als privater Samenspender erlebt hat. Ein unerfüllter Kinderwunsch bringt nämlich nicht nur die größten Sehnsüchte, sondern auch die tiefsten Abgründe der Menschen zum Vorschein.

Martin Bühler ist der erste deutsche private Samenspender, der mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit geht und offen von seinen Erlebnissen erzählt. Mit seiner Lebensgefährtin wohnt er in einem kleinen Dorf an der deutsch-dänischen Grenze.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 07.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959712880
    Verlag: riva
    Größe: 459 kBytes
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Meine 100 Kinder

Vorwort

Die Erfüllung des Kinderwunsches mithilfe einer Samenspende ist bis heute eines der großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft, so aufgeklärt und modern sie auch erscheinen mag. Viele halten Samenspenden für unmoralisch, für einen medizinisch unterstützten Seitensprung. Männer, die keine Kinder zeugen können (oder es nicht wollen, weil sie vielleicht Erbkrankheiten in sich tragen, die sie an ihre Kinder weitergeben könnten), haben nach wie vor mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass sie weniger männlich seien. Dieses Stigma verhindert, dass Themen wie Samenspende oder künstliche Befruchtung offen diskutiert werden können. Noch schwerer haben es lesbische Paare, die sich den Kinderwunsch durch eine Samenspende erfüllen wollen, oder allein lebende Frauen, die keinen Partner, aber ein Kind möchten. Daran haben auch Veränderungen in unserer Gesellschaft wie die Anerkennung der "Homo-Ehe" oder die Tatsache, dass die traditionelle Familie von alternativen Modellen Konkurrenz bekommen hat, bislang nichts geändert.

Ich bin seit über fünfzehn Jahren aktiver Samenspender. Ich verhelfe kinderlosen heterosexuellen Paaren, Singlefrauen oder lesbischen Paaren auf privater Ebene zum Wunschkind, denn meiner Meinung nach hat jede Frau das Recht auf ein Kind, unabhängig von ihrer Lebensweise oder sexuellen Orientierung. Das gesellschaftliche Tabu und ein Zwei-Klassen-System in der Reproduktionsmedizin haben dafür gesorgt, dass ein enormer Markt für solche privaten Samenspenden, die also nicht über eine Samenbank den Weg zur Empfängerin finden, entstanden ist, der einem Mann einen beachtlichen Nebenverdienst, wenn nicht sogar ein gutes Auskommen bieten kann.
Wie wird man Samenspender?

"Samenspender" ist natürlich keine Berufsbezeichnung im herkömmlichen Sinne. Es ist mit einer freiberuflichen Tätigkeit vergleichbar. Grundsätzlich besteht für jeden Mann zwischen zwanzig und vierzig die Möglichkeit, sein Sperma einer Samenbank zu spenden. Samenbanken sammeln das Sperma der Spender und lagern es bei -169 °C
in flüssigem Stickstoff ein, um es dann an eine Empfängerin zu vermitteln.

Doch nicht jeder Spendewillige wird von einer Samenbank auch als Spender akzeptiert. Diese Einrichtungen haben hohe Anforderungen, die zum Teil durch gesetzliche Regelungen, aber auch durch praktische Erfordernisse bedingt sind. Man(n) durchläuft einen aufwändigen Bewerbungsprozess, bei dem nicht nur medizinische Tests gemacht, sondern auch Fragen zum Medikamentenkonsum und allgemeinen Lebenswandel gestellt werden. Erb- und Infektionskrankheiten wie beispielsweise HIV oder Hepatitis müssen natürlich mit absoluter Gewissheit ausgeschlossen werden können. Wird man zum Spenden zugelassen, kann man also davon ausgehen, dass man körperlich gesund ist. Obendrein unterliegt man als Spender bei einer Samenbank einer ständigen Gesundheitskontrolle.

Ist man erst einmal "offiziell anerkannter Spender", kann man alle zwei Wochen zu bestimmten Terminen in der Samenbank spenden. Die Spermaabgabe an sich ist verhältnismäßig leicht zu bewerkstelligen. Nach dem Personalienabgleich wartet man in einem dafür vorgesehenen Bereich, bis man aufgerufen wird. Dann geht man in einen von innen abschließbaren Raum, in dem sich, je nach Ausstattung, eine bequeme Couch oder eine Liege befinden. Weiterhin stehen Fernseher mit DVD-Playern und entsprechendem Filmmaterial und selbstverständlich einschlägige Zeitschriften zur Verfügung. Mit den vorhandenen Requisiten bringt man sich in Stimmung, um schließlich das Ejakulat in einen dafür vorgesehenen Becher zu füllen. Den gibt man vorne am Empfang ab, holt sich seinen nächsten Termin und geht dann seiner Wege. Pro Spende erhält man, je nach Vereinbarung, um die 100 Euro, die in der Regel nach ein paar Tagen auf dem Konto sind. Geht man alle zwei Wochen spenden, können im Jahr etwa 2 600 Euro zusammenkommen, die, ähnlich wie beim Blutspenden, nicht versteuert werden müssen. Geht man

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