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Neue Schlüsselsätze der Liebe Was Beziehungen scheitern und was sie gelingen lässt. von Holzberg, Oskar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2017
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Neue Schlüsselsätze der Liebe

Es gibt viele Aspekte in Beziehungen: Kommunikation, Sexualität oder Macht. Und es gibt etwas, das darüber hinausgeht: den Kern einer Liebesbeziehung. Genau um diesen geht es dem renommierten Paartherapeuten Oskar Holzberg in diesem Buch. Wie können wir diesen Kern pflegen und schützen, damit eine Bindung hält und unser Lebensglück vergrößert? Wie helfen Sexualität und Rituale dabei? Und was hat Liebe mit dem Mut zur Offenheit zu tun? Zugleich zeigen die ?Neuen Schlüsselsätze der Liebe? aber auch, was wir keinesfalls tun sollten und was unsere Bindung nachhaltig schädigt. So ist es vor allem das Spannungsfeld zwischen Verletzlichkeit und Verletzung, das Oskar Holzberg hier erforscht. Dabei erweitert der Brigitte-Kolumnist seine pointierten und unterhaltsamen ?Schlüsselsätze der Liebe? um längere, fundamentale Texte zu den Dos and Don'ts der Liebe. Kurz: Oskar Holzberg inspiriert zu einem besseren und glücklicheren Liebesleben. Oskar Holzberg, geboren 1953, studierte Psychologie und Germanistik in Hamburg. Er ist niedergelassener Psychotherapeut, Supervisor, Dozent und Autor. Die Paartherapie ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Seit 1984 schreibt er zu psychologischen Themen. Durch seine zahlreichen Zeitschriftenbeiträge gehört er zu den meistgelesenen Psychologen Deutschlands. Zuletzt erschien von ihm 2015 bei DuMont der Band ?Schlüsselsätze der Liebe. 50 kluge Gedanken, die Ihre Beziehung verbessern können?. Der Autor ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 242
    Erscheinungsdatum: 08.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189815
    Verlag: DuMont Buchverlag
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Neue Schlüsselsätze der Liebe

III

ESKALATION

Eine Beziehung ist keine Handtasche und auch kein Cabrio. Eine Beziehung kann man nicht messen oder wiegen. Eine Beziehung ist kein Ding, sondern ein Prozess, der durch Kommunikation, aus Interaktion besteht. Wir können auch eine Beziehung zu einer Handtasche haben, aber die beruht dann auf innerer Kommunikation. Manche haben eine stärkere Beziehung zu ihrem Cabrio als zu ihrem Partner. Was wir kritisch beurteilen, aber auch nachvollziehen können. Denn es ist die leichtere Beziehung. Was das Mitglied eines Cabrio-Klubs vermutlich völlig anders sieht. Im Sinne einer Partnerschaft, einer Liebesbeziehung ist die Liebe zu einem Cabrio eher eine Flucht und keine Beziehung. Denn ein Cabrio stellt uns nicht infrage. Mit einem Cabrio führt man keine Beziehung auf Gegenseitigkeit.

Die Beziehung eines Paares nehmen wir am Verhalten der beiden Partner wahr. Wie sie mit den Augen rollt, wenn er über ihre letzte Sitzung bei der Paartherapeutin spricht. Wie er etwas zurückweicht, wenn sie ihm den Arm auf die Schulter legt. Als Beobachter denken wir vielleicht, dass sie noch verdammt viele Sitzungen Paartherapie brauchen. Was die beiden vielleicht auch denken. Aber anders als ein Beobachter reagieren sie emotional stets unmittelbar auf das Verhalten ihres Partners. Auf jede Reaktion des einen reagiert der andere. Und darauf reagiert wieder der Erste.

Sie fragt ihn, ob er schon den Tisch für Mittwoch bestellt hat. Und er sagt, nein, aber er werde es noch machen. Doch sie ist unsicher, ob er nicht viel lieber vor dem Champions League-Halbfinale hocken und Bier trinken würde, als mit ihr, wie versprochen, essen zu gehen. Denn für sie läuft ihre Beziehung gerade nicht rund, sie empfindet ihn als abweisend. Sie hat ihn schon darauf angesprochen, aber er sagte nur, es sei alles okay, und was sie denn nun schon wieder habe. Sie hat dann nicht weitergefragt, um ihn nicht zu verärgern. Aber es hat sie nicht beruhigt. Also sagt sie jetzt: "Wenn du keine Lust hast, dann sag es bitte gleich!" Er, der ja weiß, dass sie sich von ihm in letzter Zeit vernachlässigt gefühlt hat, will sie nicht weiter enttäuschen. Also schwört er Stein und Bein, dass er unbedingt mit ihr essen wolle. Seine überzogenen Beteuerungen bestätigen sie nur in ihrem Misstrauen, weshalb sie noch einmal nachfragt. Worauf er genervt reagiert. Denn es macht ihn hilflos, ihr Misstrauen nicht aus der Welt schaffen zu können. Seine unwirsche Reaktion bestätigt ihre Unsicherheit. Sie sagt, dass sie unter diesen Umständen ohnehin keine Lust mehr habe. Worauf er dann trotzig erwidert: "Na gut, dann eben nicht!". Jetzt fühlt sie sich so schmerzhaft zurückgewiesen, dass sie ihn fragt, ob er überhaupt noch mit ihr zusammen sein will. Dass sie die Beziehung plötzlich grundsätzlich infrage stellt, fühlt sich für ihn sehr bedrohlich an. Und er wehrt diese Verunsicherung auf seine gewohnte Art ab. Er wird noch ärgerlicher, fühlt sich ungerecht behandelt und schnauzt, dass er die Nase voll habe. Dann verduftet er und spielt mit seinem Kumpel das Champions League-Halbfinale schon mal auf der Konsole durch.

Nach dieser misslungenen Interaktion ist sie sich seiner Zuneigung noch weniger sicher. Sie wird versuchen, wieder Sicherheit zu finden. Bei der nächsten Gelegenheit wird sie ihn fragen, ob er sie noch liebt. Durch ihre Frage fühlt er sich dann sofort wieder bedroht, ist alarmiert und zögert einen Augenblick, um nichts falsch zu machen. Denn er will vermeiden, dass sich ihre Beziehung noch weiter verschlechtert. Sein Zögern hat sie aber bereits darin bestätigt, was sie ohnehin glaubt: Er liebt sie nur noch, wenn er Sex mit ihr haben kann. Das macht sie wütend, aber auch noch unsicherer. Was eine neue Runde in ihrem Beziehungstanz auslöst. Sie wird noch mehr herausbekommen wollen, welche Gefühle er wirklich für sie hat. Er wird weiter versuchen, sie zu beruhigen und möglichst wenig sagen, außer dass doch alles gut sei

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