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Vom Himmel auf Erden von Ahlers, Christoph J. (eBook)

  • Erschienen: 30.01.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Vom Himmel auf Erden

Was bedeutet Sexualität für uns? Geht es wirklich vor allem um Erotik, Lust und Leidenschaft? Oder eigentlich um Fortpflanzung, Kinderkriegen und Familiegründen? Oder geht es um etwas noch ganz anderes? Der Klinische Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers sieht Sex als intimste Form von Kommunikation, die uns Menschen zur Verfügung steht. Als intensive Möglichkeit, wechselseitig Grundbedürfnisse nach Akzeptanz, Verbundenheit und Intimität zu erfüllen. In dieser Kommunikationsfunktion von Sexualität sieht Ahlers den einzigen Grund, warum wir Menschen noch Paare bilden. Eben nicht in der Erregung. Denn die können wir auch ohne Beziehung oder mit uns selbst leben oder als Dienstleistung erwerben. Und Kinder werden mittlerweile auch im Labor gemacht ...

Denken Sie Sex neu - als intimste Form der Kommunikation, die uns Menschen zur Verfügung steht! Im Gespräch mit dem Journalisten Michael Lissek und der Lektorin Antje Korsmeier gibt Ahlers einen umfassenden Überblick über das gesamte Spektrum sexueller Phänomene, von alltäglichen Banalitäten über verstörende Extreme bis hin zu größten Glücksmomenten.

Dieses Buch ist im Goldmann Verlag bereits unter dem Titel "Himmel auf Erden und Hölle im Kopf" erschienen.

Dr. Christoph Joseph Ahlers ist Sexualwissenschaftler und Klinischer Sexualpsychologe. Seit zwanzig Jahren hat er an der Berliner Charité und in seiner eigenen Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie hunderte Einzelpersonen und Paare untersucht, beraten und behandelt. Er ist Gastwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Sexualwissenschaft, Lehrtherapeut und Supervisor für Klinische Sexualpsychologie sowie Autor zahlreicher wissenschaftlicher und medialer Publikationen.

Produktinformationen

    Größe: 660kBytes
    Herausgeber: Goldmann
    Untertitel: Was Sexualität für uns bedeutet
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 448
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641215668
    Erschienen: 30.01.2017
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Vom Himmel auf Erden

Stellen wir uns folgende Situation vor: Man ist zu einem Essen eingeladen und betritt das Wohnzimmer der Gastgeber. Und scannt sofort den Raum nach Frauen oder Männern, die einem in sexueller Hinsicht gefallen könnten ... Warum macht man das?

Ich weiß nicht, ob "man" das immer so macht, und ob Männer und Frauen es in gleicher Weise tun. Ich glaube auch nicht, dass es in einer solchen Situation automatisch um Sexualpartner geht. Was sich in einem solchen Fall allerdings tatsächlich beobachten lässt, ist, dass wir eine strukturelle Wachsamkeit für Personen besitzen, die unserer Sexualpräferenz entsprechen; und die binden unsere Aufmerksamkeit stärker als andere. Das ist ein Prinzip, das sich auch Wirte von Kneipen, die überwiegend von Männern besucht werden, zunutze machen: Sie stellen vorzugsweise attraktive Kellnerinnen ein. Dieselbe Arbeit könnten genauso gut ältere Herren oder Damen verrichten. Wenn aber in einer Kneipe hübsche, junge Mädchen herumlaufen, finden das heterosexuelle Männer in der Regel gut. Diese Männer betrachten die Kellnerinnen nicht unbedingt als potenzielle Sexualpartnerinnen, sondern schauen nur gern an, was sie in sexueller Hinsicht anspricht. Das empfinden sie als angenehm. Klar, dass das in einer Schwulenbar andersherum genauso läuft.

Lässt man seine Blicke auch wandern, wenn man in einer festen Beziehung ist?

Diese Blicke sind vollkommen unabhängig davon, ob man sich in einer festen, womöglich sogar in einer glücklichen oder erfüllten Beziehung befindet oder ob man Single ist. Die Lenkung der Aufmerksamkeit findet quasi automatisch statt. Solche Prozesse sind wahrnehmungspsychologisch ziemlich gut erforscht. In einem Versuch hat man Menschen gebeten, durch eine Fußgängerzone zu laufen, und sie anschließend gefragt, wen sie gesehen hätten beziehungsweise wer ihnen aufgefallen sei. Wenig überraschend zeigte sich: Die Probanden erinnerten sich signifikant häufiger an Personen, die ihrer Sexual- und Beziehungspräferenz entsprachen. Was sonst noch in der Fußgängerzone geschah, schien an ihrem Bewusstsein vorbeizurauschen.

Männer blicken dabei tendenziell vor allem auf Busen, Beine und Po. Frauen schauen zwar auch auf die Figur, darüber hinaus aber auch ins Gesicht und in die Augen. Diese "Wachsamkeit" macht sich bekanntlich auch die Werbung zunutze und arbeitet stark mit sexuellen Reizen, die unsere Aufmerksamkeit binden.

Was ich damit sagen will, ist: Unsere gesamte soziale Wahrnehmung ist von unserer sexuellen Präferenz beeinflusst. Unsere Geschlechtlichkeit und Sexualität durchwirkt alle Lebens- und Erlebensbereiche - selbst wenn wir bloß durch eine Fußgängerzone laufen.

Sie haben gerade eine Unterscheidung zwischen "Sexualpräferenz" und "Beziehungspräferenz" gemacht. Wo liegt denn da der Unterschied?

Das könnte jetzt ein bisschen theoretisch werden.

Wenn es der Wahrheitsfindung dient ...

Wahrheitsfindung weiß ich nicht, aber dem Verständnis, wenn wir genauer wissen wollen, "worauf wir stehen". Diese Formulierung lässt mich spontan an die allgemein bekannten Befunde der Attraktivitätsforschung denken, die in Ratgebern und Zeitschriften verbreitet werden: evolutionsbiologisch geprägte Körperfigurmuster - V-Form bei ihm, Taille-Hüft-Verhältnis bei ihr -, Weiblichkeits- und Männlichkeitsattribute wie Busen und Bizeps, "Gegensätze ziehen sich an", "Ähnlichkeit verbindet" und so weiter. Sie kennen die reißerischen Magazintitel: "Worauf Frauen im Bett wirklich stehen", "Was Männer an Frauen wirklich anmacht", "Worauf Sie beim Flirten achten sollten" usw. Ich denke, diese wiederkehrenden Schlagzeilen sind vor allem ein Ausdruck des großen Interesses daran, wer wen warum attraktiv findet und worin sich das äußert.

Um zu verstehen, wie sich das Phänomen, dass wir in sexueller Hinsicht "auf etwas stehen", tatsächlich zusammensetzt, müssen wir ein paar Dinge voneinander unterscheiden.

Die "Sexualpräferenz" ist

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