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Die weiße Kriegerin Wie ich als erste Frau zur Massai-Kriegerin wurde von Budgor, Mindy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Die weiße Kriegerin

Für ein Entwicklungshilfeprojekt geht die Hochschulabsolventin Mindy Budgor nach Kenia. Als sie die beeindruckenden Rituale der Massai-Krieger kennenlernt, wächst ihr Wunsch, selbst eine Massai-Kriegerin zu werden. Doch das ist nur Männern erlaubt - Frauen sind angeblich viel zu ängstlich und schwach. Nur dank ihrer Hartnäckigkeit bewegt Mindy den Stammeshäuptling Winston dazu, es mit ihr zu versuchen. Sollte sie es schaffen, werden künftig auch Frauen zugelassen. Mindy wird mit einer Gruppe Trainees im Busch ausgesetzt. Dort lernt sie nicht nur frisches Rinderblut als Hauptnahrung kennen, sondern auch, Spuren zu lesen, Speere zu werfen und die Gemeinschaft gegen Hyänen und Büffel zu verteidigen. Doch die größte Bewährungsprobe steht ihr noch bevor ...

Mindy Budgor, 1981 in Santa Barbara/Kalifornien geboren, studierte Medizin und Wirtschaft und gründete schon damals ihre erste eigene Firma. Für ein Entwicklungshilfeprojekt ging sie 2010 nach Kenia und kehrte später dorthin zurück, um sich als "moran", als junger Krieger, ausbilden zu lassen und für die Rechte der Frauen bei den Massai einzutreten. Heute lebt sie in New York City. Einen Teil ihres Bucherlöses spendet sie an 'Free the Children'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492967570
    Verlag: Piper
    Größe: 12963kBytes
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Die weiße Kriegerin

KRIBBELN

In Chicago wurde es Winter, während ich über den Bewerbungsunterlagen für diverse Business Schools brütete. Ich hatte gedacht, durch die Berufserfahrung, die ich nach dem College gesammelt hatte und auf die ich ziemlich stolz war, wäre dies ein Klacks, doch das Ganze stellte sich als mühsam, frustrierend und nervtötend heraus. Ich musste mich den paar notenmäßigen Ausrutschern stellen, die mir während der vier Jahre College passiert waren – ein paar miese Zensuren reckten nun ihre hässlichen Köpfe und versperrten mir den Zugang zu jenen Unis, wo ich meiner Meinung nach hingehörte. Noch quälender war, dass ich mir diese Noten geholt hatte, als ich versucht hatte, etwas zu sein, das ich nicht bin. Ich hatte mein Grundstudium mit dem Ziel begonnen, Ärztin zu werden, denn das wollten meine Eltern aus mir machen.

In einem düsteren Vorlesungssaal, der nach altem Holz und Desinfektionsmittel roch, stießen mich die Kommilitonen im Anatomiekurs immer in die Rippen, wenn meine tiefe Atmung in rasselndes Schnarchenüberging. Die Professoren fand ich uninspirierend, den Unterricht todlangweilig, aber der eigentliche Grund für meine ablehnende Haltung war, dass ich mich unheimlich schwer damit tue, irgendwo eingesperrt zu sein. Bei dem stundenlangen Auswendiglernen hatte ich das Gefühl, förmlich zu ersticken. Dafür war ich viel zu kreativ und impulsiv. Ich erinnere mich noch an ein Gespräch mit meiner Beratungslehrerin gleich im ersten Studienjahr. Es ging darum, dass jeder für irgendetwas eine Leidenschaft hegt, ich aber in der Hinsicht die große Ausnahme war.

"Wenn du genügend Straßen erkundest, wirst du für dich die richtige finden, und hoffentlich hast du dann den Mut, den Zeichen zu folgen und dein Ziel zu erreichen", sagte sie.

Ich erwiderte, dass die Verkehrszeichen, die mich in Richtung Arztberuf führten, ein großer weißer Balken auf rotem Grund – Durchfahrt verboten! – und U-Turn-Pfeile seien, die heller leuchteten als alle Lichter auf dem Las Vegas Strip zusammen.

Mit einem schweren Seufzen sagte sie: "Ich kann dir nur einen Rat geben – du bist dein eigener Boss und bestimmst über dein Leben, und am Ende musst du allein herausfinden, was richtig für dich ist."

Ich nahm mir ihre Worte zu Herzen und schnupperte im nächsten Semester in Kunstgeschichte, Literatur, Volks- und Betriebswirtschaft hinein. In meinem ersten Seminar über Unternehmensführung fand ich schließlich meine Berufung. Ich setzte mich im Kursraum von hinten nach vorn und fand Herausforderung, Gefahr, Leidenschaft und Freiheit, indem ich eine Geschäftsidee entwickelte und diese dann mit einer Mischung aus Entschlossenheit, richtigem Timing und Glück in die Tat umsetzte. Noch während meines Studiums gründete ich meine eigene kleine Firma. Es war eine Gratwanderung zwischen Erfolg und Scheitern, ein Kreuzungspunkt, an dem all meine Leidenschaft gefragt war.

Doch nun, sieben Jahre später, gingen die Business Schools meine akademische Vergangenheit mit "ts, ts" oder einem vielsagenden Kopfschütteln durch, und mir war klar, dass das Gespräch beendet war, bevor es überhaupt begonnen hatte. Meine schlechten Zeugnisse machten sie blind für das, was in mir steckte, aber ich wusste, dass ich – ähnlich wie zuvor mit meinem kleinen Unternehmen – mit Entschlossenheit, dem richtigen Timing und Glück irgendwann auch einen Studienplatz bekäme. Wenn der direkte Weg versperrt ist, muss man eben eine Umleitung nehmen.

Ich komme aus einer Familie von Ehrlichkeitsfanatikern. Selbstverständlich will ich, dass man aufrichtig zu mir ist, aber oft sehne ich mich nach Ohre

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