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Gebrauchsanweisung für Sylt von Bremen, Silke von (eBook)

  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Gebrauchsanweisung für Sylt

Sylt ist viel mehr als nur die Insel der Reichen und Schönen - Einheimischen und Stammgästen gilt sie als Königin der Nordsee, als Paradies und Weltanschauung. Ehrlich und hautnah erzählt Silke von Bremen von den Segnungen des Tourismus und vom Glück, ein echter Sylter zu sein. Von Sansibar und Gosch, Pidder Lüng und anderen Inselgrößen; vom Leben in List, dem nördlichsten Ort Deutschlands, von Westerland als Insel-Metropole und vom bekanntesten FKK-Strand der Nation. Sie verrät, was berühmte Schriftsteller in die Sylter Heide und Maler zum Roten Kliff zog, wie lange ein Reetdach hält und was sich hinter "Wohnen im Warftgeschoss" verbirgt. Weiht uns in die feinen Unterschiede zwischen schick und Schickimicki ein, zwischen Lachmöwe und Silbermöwe, Wanderdünen und Dünenwandern. Und führt uns dorthin, wo sich Sylt am besten anfühlt. Silke von Bremen, Jahrgang 1959, aufgewachsen im Alten Land bei Hamburg, ist Diplom-Geografin. Sie kam der Liebe wegen nach Sylt und lebt mit ihrem Mann, dem Sylter Landschaftsfotografen Hans Jessel, in Westerland. Bis 1995 betreute sie das Sylter Heimatmuseum in Keitum und arbeitet seit 1999 als zertifizierte Gästeführerin auf der Insel. Sie veröffentlichte mehrere Bücher, u.a. mit ihrem Mann den Bild-Text-Band "365 Tage Sylt".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492965569
    Verlag: Piper
    Größe: 2201 kBytes
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Gebrauchsanweisung für Sylt

Alles über Insulaner, Einheimische und Sylter

Auf Sylt gibt es - laut Zensus aus dem Jahre 2011 - um die 18000 gemeldete Einwohner. Wie viele Menschen sich im Sommer tatsächlich auf der Insel aufhalten, ist nicht eindeutig klar, und im Hinblick auf das Finanzamt - oder aus was für Gründen auch immer - halten sich die Anstrengungen, exakte Gästezahlen herauszufinden, eher in Grenzen. Die offiziellen Daten, gewonnen aus den Erhebungen der Tourismusbetriebe, verraten für die letzten Jahre einen beachtlichen Anstieg der Gästezahlen von 725000 (2006) auf rund 900000 (2015) und machen deutlich, wie der Bau der vielen neuen Hotelprojekte Wirkung zeigt. Dass die Zahl auch sonst nicht mehr als ein Richtwert sein kann, weiß auf Sylt jedes Kind. Denn die statistischen Daten können nur das wiedergeben, was ausgewertet wird. Kurkarten zum Beispiel. Aber nicht jeder Gast ist verrückt nach diesem kostenpflichtigen "Inselausweis".

Man könnte vermutlich auch den durchschnittlichen Wasserverbrauch eines Deutschen im Sommer zugrunde legen und ihn mit den Zahlen der örtlichen Wasserversorger in Beziehung setzen. Und würde dann vermutlich feststellen, dass die Insulaner und ihre Gäste unter einem Waschzwang leiden oder die Leitungen leck sind.

Aber selbst wenn man sich diese Mühe machen würde, hätte man noch immer nicht die korrekte Zahl, da es derzeit keine zuverlässige Methode gibt, die im Sommer massenhaft anreisenden Tagesgäste (die, per Bus mittels Fähre oder über den Hindenburgdamm kommend, die Insel fluten) zu erfassen.

Aber wie viele Gäste die Sylter in der Saison auch bedienen, es ändert nichts an den besonderen gesellschaftlichen Strukturen der Insel. Mir kommt es manchmal so vor, als gäbe es hier zwei Parallelwelten, die zwar miteinander zu tun haben, weil sie sich nicht aus dem Weg gehen können, aber ansonsten für sich leben.

Da sind zum einen die Sylter, auf der anderen Seite die Gäste, gemeinhin als "Touris" bezeichnet. Manchmal purzelt einem Sylter der älteren Generation noch das Wort "Kurschwein" aus dem Mund. Dieser Begriff muss wohl noch aus der Zeit stammen, als man die Ställe aufmöbelte, um lieber Badegäste unterzubringen. So nach dem Motto "Kühe und Schweine raus - Kurgäste rein".

Eigentlich müsste man als dritte Gruppe noch die zahllosen Festlandsbewohner mit einbeziehen, die sich jeden Morgen auf den Weg machen, damit das "System Sylt" nicht zusammenbricht, was durchaus geschehen kann, wenn das Bahnsystem selbst zusammenbricht. So haben es die konkurrierenden Betreiber wie die Deutsche Bahn AG , die DB Fernverkehr AG , die den "Sylt Shuttle" (für PKW ) betreibt, die Railroad Development Corporation mit ihrem "Autozug Sylt" und vor Kurzem auch noch die privat betriebene Nord-Ostsee-Bahn 2016 fertiggebracht, die Zirkulation auf der Nabelschnur Hindenburgdamm praktisch zum Erliegen zu bringen. Mit dramatischen Konsequenzen für die Sylter Betriebe und schätzungsweise 4500 Pendler, die von den Syltern gern als "Schienenschieter" bezeichnet werden. Aber das würde zu weit führen. Konzentrieren wir uns einfach auf die Sylter und die Sylter Gäste. Immerhin haben Sie schon einen Eindruck davon gewonnen, dass die Insulaner im sprachlichen Umgang nicht zimperlich sind.

Im Übrigen auch nicht untereinander. Lange Tradition haben auf Sylt die sogenannten Oekelnamen. Eine Art Spitzname - das englische nickname trifft es am ehesten. Am besten kann ich Ihnen das an handfesten Beispielen erläutern: Im Sylter Osten lebte vor rund 100 Jahren eine "Dame", die mehrere uneheliche Kinder hatte, wenn ich mich recht entsinne, hieß sie Merret. Die Sylter nannten sie alle nur "Merret ohne Büx", und jeder wusste, um welche Merret es sich handelte, wenn dieser Name fiel. Das ist ein klassischer Oekelname.

Oder der frühere Milchmann Bleicken, dessen Pferd regelmäßig mit ihm dur

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