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Womo - Einen Spiegel erwischt es immer Mit dem Wohnmobil zu den Höhepunkten aller 16 Bundesländer von Kehle, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
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Womo - Einen Spiegel erwischt es immer

Mit dem Wohnmobil unternehmen Matthias Kehle und seine Frau Anja eine ungewöhnliche Reise. Eigentlich sind sie Automuffel, doch nun fahren sie drei Wochen lang quer durch Deutschland, um die höchsten Berge aller 16 Bundesländer zu bezwingen. Von ihren Erfahrungen mit dem "Womo", von ihren Begegnungen mit Menschen, Landschaften und touristischen Glanzlichtern erzählt Kehle in seinem unterhaltsamen, skurrilen und schrägen Reisebericht, der gewürzt ist mit zahlreichen Bildern, Infos und Tipps. Wie holprig die Reise wird und was alles unterwegs passiert - das ist das Überraschungspaket der Tour.

Matthias Kehle, geboren 1967, lebt in Karlsruhe. Germanistik- und Soziologiestudium in Karlsruhe und Heidelberg. Seit 2001 ist er freier Schriftsteller und Journalist. Der Autor veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche Sach- und Reisebücher sowie viel gelobte Erzähl- und Gedichtbände, zuletzt legte er 2016 einen Kurzgeschichtenband vor. Kehle erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Schwäbischen Literaturpreis 2015 und Thaddäus-Troll-Preis 2013. Er ist Mitglied im deutschen PEN, Kurator diverser Literaturtage und 2009 bis 2013 Landesvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS). www.matthias-kehle.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 04.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839258781
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 9301 kBytes
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Womo - Einen Spiegel erwischt es immer

Startschwierigkeiten oder:

Szenen einer Ehe

Eigentlich beginnt man keine Geschichte mit "eigentlich", aber eigentlich sind wir ein friedliches Ehepaar im mittleren Alter. Doch bevor wir in Urlaub fahren, werden wir nervös. Um nicht zu sagen: aufgeregt. Was daran liegt, dass für mich die Packerei eine Wissenschaft für sich ist, bei der am Ende drei prall gefüllte und wohl sortierte Koffer sowie ein bis zwei randvoll bepackte Klappkisten im Arbeitszimmer stehen. Ich bin Freiberufler, habe also Zeit, weshalb das Packen meine Aufgabe ist. Im Prinzip. Außerdem packe ich strategisch. Im Prinzip. Und ich beginne mit dem Packen drei Tage vor der Reise. Dabei spiele ich in meinem Kopf einen kompletten Urlaubstagesablauf durch. Ein zusätzliches mentales Ordnungsprinzip ist, dass ich trenne zwischen Kleidung, Ausrüstung und Lebensmitteln. Kleidung wird zuletzt gepackt, Ausrüstung zuerst.

Ein Tag, auch ein Reisetag, beginnt mit dem Aufstehen. Man braucht dann Zahnbürste, Zahnpasta und Waschzeug. Also überprüfte ich meinen Kulturbeutel auf Vollständigkeit und deponierte ihn als Erstes im Arbeitszimmer. Dann fiel mir Kaffee ein. Kaffee fällt nicht unter die Rubrik "Lebensmittel", sondern "Ausrüstung". Zweimal zwei Becher trinken wir am Morgen. Das Idealmaß hierfür sind 37 Gramm Pulver, so hat es meine Frau einmal ermittelt. Das bedeutet, dass wir zwei Päckchen Kaffee mitnehmen mussten. Im Prinzip, denn eigentlich kann man Kaffee überall in Deutschland kaufen. Supermärkte sollte es sogar in der Uckermark geben. Im Zusammenhang mit Kaffee fielen mir Thermoskanne und Filter ein. Also deponierte ich im Arbeitszimmer einen Vorrat an Kaffee, Filtertüten, eine Thermoskanne sowie den Trangia-Spirituskocher samt Campingkochtöpfen und -pfannen.

Natürlich hatten wir im Wohnmobil, Baujahr 2016, einen integrierten Gaskocher mit zwei Kochstellen, aber das Gas könnte ausgehen, deshalb nahmen wir noch einen eigenen Kocher und einen Liter Spiritus mit. Streichhölzer kamen mir in den Sinn und zwei Feuerzeuge. Ach ja, vier Kugelschreiber, dazu mein Notizbuch und die ausgedruckten Google-Maps-Pläne mit den Fahrtrouten. Zum Frühstücken brauchen wir Teller, Becher, Besteck, Butter, Marmelade, Honig, Milch. Alles außer der Butter konnte ich jetzt schon im Arbeitszimmer lagern. Hätte mich jemand beobachtet, er wäre nie auf die Idee gekommen, dass dieses wuselnde Wesen, das mal aus dem Badezimmer, mal aus der Küche, mal aus dem Keller Gegenstände zusammenträgt, planmäßig agiert. Nach dem Frühstück gehen wir uns Sehenswürdigkeiten anschauen oder unternehmen eine Wanderung. Fernglas, Digitalkamera, Ladegeräte, Sonnenbrille, Regenschutz, mehrere unterschiedliche Taschenmesser sowie ein Swiss-Tool fielen mir ein. Und Kleiderbügel, um nasse Wäsche aufzuhängen. Waschmittel in der Tube, Spülmittel, Geschirrhandtücher. Das Chaos im Arbeitszimmer nahm zu, das in meinem Kopf ab.

Am Abend ergänzte Anja meine Ansammlung um einen Stapel Wäsche, ihren Kulturbeutel und allerhand Kleinkram. Ich fragte sie ab, ob sie alles hatte: Fön? Brauche sie nicht. Genügend Badesachen? Ja, sogar meine habe sie gerichtet. Campingstühle? Habe sie bei ihrer Freundin Monika geordert, hole sie am Donnerstag ab. Außerdem ein Klappfahrrad von Gudrun. "Wir brauchen doch kein Klappfahrrad!" "Doch", konterte Anja, "angenommen, wir stehen etwas außerhalb einer Ortschaft, dann muss ich zum Bäcker radeln, um frische Brötchen zu holen." Ich entgegnete, dass ich die Route so weit ausgetüftelt habe, dass das nie vorkommen sollte. Im Prinzip. Sie bestand darauf, das Klappfahrrad mitzunehmen. Aus Prinzip.

Wir schrieben Donnerstag, den 6. Juli 2017, der Abend vor dem Reisestart. Im Arbeitszimmer standen zwei gut gefüllte Koffer, zwei Klappkisten sowie zwei überdimensionierte Tragetaschen, außerdem ein Rucksack, gefüllt mit Konserven aller Art, Reis- und Nudelvorräten.Es hätte ja sein können, dass Brandenb

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