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Lesereise Schweiz Zwischen Sägemehl und Pulverschnee von Schümann, Beate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.10.2011
  • Verlag: Picus
eBook (ePUB)
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Lesereise Schweiz

Die Schweiz ist ein Phänomen. Unter ihrem Dach fanden sich vor gut 700 Jahren Eidgenossenschaften - also Talschaften und Völker - zusammen, um eins zu werden, ohne ihre Vielfalt zu verlieren. Eins sind sie wahrscheinlich bis heute nicht, doch aus der Schweiz ist die wohl demokratischste Demokratie der Welt geworden; die Bewohner sprechen Deutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch. Gut drei Viertel der Fläche nehmen Gebirge ein, dazu die herrlich glitzernden Seen. 'Zurück zur Natur' propagierten Schriftsteller und Romantiker wie Lord Byron, was der Schweiz in der Belle Epoque eine unvorstellbare Reisewelle bescherte, die bis heute nachwirkt. In den allerbesten Lagen entstanden luxuriöse Grandhotels, die heutzutage gute Konzepte zum Überleben brauchen. Bei so viel Fläche ragen die großen Städte Zürich als heimliche, Bern als tatsächliche Hauptstadt, Basel als Kulturstadt und Genf als internationalste hervor. Doch bei aller Modernität kann die Eigenwilligkeit in der Schweiz auch heute noch Triumphe feiern. Da gibt es Individualisten von Format, die gegen den Trend die Einsamkeit der Berge suchen, um Alpkäser zu sein. Beate Schümann, in Hamburg geboren, studierte Geschichte, Staatsrecht und die Portugiesische Sprache in Hamburg und Lissabon. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Buchautorin und freie Journalistin. Ihre Reisereportagen erscheinen in der 'Süddeutsche Zeitung', der 'FAZ' und anderen Medien. Im Picus Verlag erschien ihre Lesereise Schweiz, gemeinsam mit Volker Mehnert schrieb sie die Lesereise Portugal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 21.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783711750624
    Verlag: Picus
    Größe: 263 kBytes
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Lesereise Schweiz

Idylle auf hohem Niveau (S. 81-82)

Der diskrete Charme von Gstaad

Was haben Polo und Käse gemein? Monsieur Biver überlegt nicht lange und sagt: Gras. Jean-Claude Biver ist ein Schnelldenker, ein Mann von Entschlusskraft, und das ist wohl nur ein Geheimnis seines Erfolges. Der charismatische Chef von Hublot und Hersteller von Schweizer Luxusuhren liebt außer Chronometern noch zwei Dinge: Rassepferde und Simmentaler Kühe. Hochleistungstiere, die gutes Gras brauchen.

Aus der Milch seiner achtzig Weltklasserinder produziert Biver, der zudem leidenschaftlicher Gourmet ist, jährlich fünftausend Käselaibe auf der eigenen Alp. Polopferde symbolisieren die gleichen Werte wie seine Uhren: Tradition, Eleganz, Präzision und Vermögen. Deshalb ist Biver vom Genfersee nach Gstaad gekommen. Seine Luxusmarke ist Partner des Hublot Polo Gold Cup im August. Denn Polo ist ein Sport für Reiche, und am Rande des Turniers versucht er natürlich bei dem betuchten Gstaader Publikum seine exklusive Uhrenkollektion ins Spiel zu bringen.

Alles hängt miteinander zusammen. In Gstaad landen die Gäste mit dem Helikopter oder dem eigenen Jet auf dem kleinen Flugplatz Saanen. Die Dichte von luxuriösen Limousinen und Sterneköchen ist höher als in den meisten anderen Dörfern in der Schweiz. In dem verträumten Tal im Berner Oberland hat Reichtum Tradition. Nach Gstaad kommt Prominenz aus Adel, Wirtschaft, Finanzwelt, Kunst und Kultur, jene VIPs, die vor allem eines schätzen: in Ruhe gelassen zu werden.

Die Gastgeber bieten dafür seit mindestens einem Jahrhundert die Gewähr. Diskretion ist oberstes Gebot. Schaulaufen, Programmjäger und Paparazzi, wie im mondänen Zermatt oder in St. Moritz, gibt es in Gstaad nicht. Wie vielen Prominenten sie private Skistunden gegeben hat und wie sie heißen, wird Anita Roth nicht verraten. "Es sind viele", sagt sie diskret. Die gelernte Apothekerin sattelte vor Jahren um, führt Gäste durchs Dorf oder erteilt Skiunterricht.

"Publicity würde unserem Berufsstand das Genick brechen." Und doch fällt es den Einheimischen manchmal schwer, den Stolz zu zähmen. Unter der Hand kursieren viele Namen der internationalen Prominenz, die den Ort schon beehrt haben. Liz Taylor und Gunter Sachs gehören dazu, Richard Burton, Roger Moore, Tony Curtis, Michael Jackson, Sophia Loren, Audrey Hepburn, Jacqueline Kennedy, Winston Churchill, der König von Spanien, Bernie Ecclestone, Yehudi Menuhin, Louis Armstrong, Tina Turner, Liza Minelli, Quincy Jones und Axel Springer.

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