text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Lesereise Dubai Dreitausend Stufen in den Himmel von Sobik, Helge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.07.2016
  • Verlag: Picus
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Lesereise Dubai

Wie keine zweite ist diese Stadt auf Rekordjagd, erfindet den Orient neu, baut die höchsten Wolkenkratzer, greift nach den Sternen. Wo gestern Wüste war, ist heute Wunderland: Ortstermin in Dubai - vor und hinter den Kulissen. An den Stränden, in den Straßen, in der Wüste. In seinen Gesprächen mit Fensterputzern, Chauffeuren, Wasserpfeifen-Präparierern und Köchen ebenso wie mit Umweltschützern und Investoren blickt Helge Sobik hinter die Fassaden von Nobelhotels und Glitzertürmen, schaut auf vorgelagerte Inseln. In Reportagen aus dem Alltag der Megastadt am Golf vermittelt er das, weswegen so viele Menschen für ein paar Tage hierher fliegen: Dubais Lebensgefühl - mit allen Widersprüchen. Helge Sobik, 1967 in Lübeck geboren, schreibt Reportagen aus aller Welt und publiziert in zahlreichen Medien. Im Picus Verlag erschienen seine Reportage Persischer Golf sowie die Lesereisen Kanada, Kanadas Norden, Kanadas Westen, Finnland, Mallorca, Côte d'Azur, Dubai, Portugal und, gemeinsam mit Fabian von Poser, Abu Dhabi. Helge Sobik ist 'Reisejournalist des Jahres' 2019.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 04.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783711753250
    Verlag: Picus
    Größe: 866 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Lesereise Dubai

Der Strand, an dem alles begann

Ein Tag in der Biografie eines Traumstrands: Jumeirah Beach in Dubai und wie aus einem Dorf am Golf ein Ferienziel wurde

Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit sind nur noch die Träumer am Strand. Die, die im Stillen auf einer Liege oder im warmen Sand sitzen, auf den hellen Mond schauen, auf die Sterne warten - und darauf, dass das Burj Al Arab in vierhundert Metern Entfernung im Minutentakt die Farbe der beleuchteten Teflonfassade zu wechseln beginnt. Darauf, dass sie erst in Orange, später in Violett und bald darauf in Grün erstrahlt. Die anderen, die hier den Tag in der Sonne verbracht haben, sind bereits gegangen - dorthin, wo jetzt das Leben spielt: in die Bars mit der lauten Musik, die Lounges mit den chilligen Klängen, die Restaurants mit und ohne Bauchtänzerin hundertfünfzig Meter weiter in den Hotels mit eigenem Basar, mit Cafés, Pools, künstlicher Lagune, mit Kanälen durch den Garten und sogar mit Rundfahrtbooten.

Ein Vater hockt diesen Abend noch auf den Knien neben seinem kleinen Sohn, ganz vorne im Sand nur haarscharf außerhalb der Reichweite der sanften Wellen des Persischen Golfs. Sie bauen keine Burgen mehr wie früher, sie bauen Türme ganz inspiriert von der Umgebung. Im Sand. Aus Sand. Verziert mit Steinchen und Muschelschalen. Und der Kleine ist offenbar der Ansicht gewesen, dass sein neuester Tower nicht termingerecht zu Sonnenuntergang vollendet war und arbeitet nun bei Dunkelheit weiter - wie es sich für Dubai, für eine Boom-Stadt wie diese, gehört. Bis Papa in irgendeiner Sprache doch noch "Feierabend" ruft, schnell selber mit Hand anlegt und eilig die letzten Muschelschalen in die Fassade drückt und den zufriedenen kleinen Baumeister schließlich Richtung Hotelzimmer geleitet.

Es ist der Strand, an dem alles begann. Der Strand, an dem das erste Küstenhotel Dubais stand. Chicago Beach hieß es, war anfangs vor allem Quartier für Zugereiste, die mit der OffshoreÖlindustrie zu tun hatten - und lag damals noch etwa zwanzig Kilometer außerhalb des Stadtzentrums im Nichts: als scheinbar sinnfreier Fixpunkt an einer wie willkürlich gewählten Stelle, wo die Wüste auf den Golf traf. Dort, wo die Begriffe verschwammen. Die letzten zweihundert Meter Wüste bis zum Saum der Wellen nannten Fremde, die es hierher verschlug, "Strand" und freuten sich daran. Sie lobten ihn als schön und lang und sauber. Für die Einheimischen blieb es die Wüste: die Gegend, in der sie leben. Die, aus der sie kommen. Die, in der sie aufgewachsen sind. Für sie machte es keinen Unterschied, hier oder siebzig Kilometer tiefer im Landesinneren im Sand zu sitzen. Und niemals werden sie geahnt haben, dass der Bauplatz des Chicago Beach Hotels heute mit dem verschmolzen ist, was vor dreißig Jahren Dubai war und jene zwanzig Kilometer entfernt lag.

Die Leute hier erzählen sich eine Geschichte, wonach die Karriere des Emirats als Urlaubsdestination mit einer Zufallsbegegnung begann. Scheich Mohammed bin Rashid, einer der Söhne des damaligen Herrschers, fuhr demnach eines sonnigen Tages mit seinem Geländewagen auf diesem Strand spazieren - aus Spaß und ohne konkretes Ziel. Zu seiner großen Überraschung sah er in der Ferne diesmal Menschen im Sand. Sie hatten nur Badesachen an. Nichts, was sie vor der gnadenlosen Sonne schützte - ein Mann, eine Frau, ihr Kind. Sie wollten gerade im Golf schwimmen gehen, als der Herrschersohn angebraust kam, seinen Landrover stoppte und sie auf Englisch ansprach. Woher sie kämen, wie es ihnen hier in seiner Heimat gefalle und was sie vorhätten, wollte er wissen - und fand den Gedanken, ausgerechnet hier baden zu gehen, offenbar ein wenig seltsam. Aus Deutschland seien sie, auf Urlaub, gekommen wegen der herrlichen Sonne, der Hitze sogar. Sie seien hier, weil keine Wolken am Himmel seien. Weil es diesen sensationellen, fast menschenleeren Strand gebe. Weil das Meer flach abfalle und mit siebenundzwanzig Grad Wassertemperatur h

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen