text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Pancake Adventures Auf der ganzen Welt zu Hause mit dem Rezept meiner Oma von Dieleman, Willem (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 30.09.2019 per Download lieferbar

Online verfügbar

Pancake Adventures

Vom Job frustriert und von der Liebe enttäuscht packt Willem seinen Rucksack und löst ein Ticket Richtung Asien. Bei seinen Couchsurfing-Gastgebern bedankt er sich mit selbstgebackenen Pfannkuchen - und weckt so viel Begeisterung, dass er immer öfter die Pfanne heiß macht. Am liebsten für die, denen es nicht so gut geht, wie Waisenkinder in Indien. Und nebenbei entdeckt er das Geheimrezept wie man mit wenigen Zutaten die Menschen zusammenbringt, die Welt ein bisschen besser macht und dabei glücklich wird. Willem Dieleman, geboren 1986 und aufgewachsen in Middelburg, Niederlande. Seinen Master hat er im Verlagswesen gemacht. Doch sein erster richtiger Job bestand darin, Excellisten anzulegen und Datenbanken zu füllen - Grund genug, den Rucksack zu packen und das Weite zu suchen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 285
    Erscheinungsdatum: 30.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732579976
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Pancake Adventures. How I Gave Pancakes To The
Weiterlesen weniger lesen

Pancake Adventures

Planänderung

Von dem Bus, in dem sich mein Rucksack, mein Pass und meine Kamera befanden, waren nur noch die roten Rücklichter zu sehen. Ich rannte, als wären mir wilde Hunde auf den Fersen. Dann winkte ich. Es schien mir unmöglich, einen Bus einzuholen, aber ich wusste natürlich auch nicht, ob mich jemand im Dunkeln winken sehen würde. Drei Wochen hatte ich gebraucht, um meinen ganzen Mut zusammenzunehmen und Istanbul zu verlassen, und sofort wurde mein Aufbruch mit einem Unglück belohnt. Nach einem kurzen Halt an einem Zollhäuschen fuhr der Bus wieder an. Mit meiner letzten Energie sprintete ich weiter. Mein Mund schmeckte nach Blut. Ich hatte es fast geschafft. Der Bus beschleunigte wieder. Ich stieß einen unartikulierten Schrei aus. Inzwischen rannte ich neben dem Bus her und schlug mit den Händen auf die Seitenfenster. Als die Türen sich endlich mit einem Seufzen öffneten, erschien mir das wie lieblicher Engelsgesang. Der Busfahrer warf mir einen kurzen, leeren Blick zu und schloss die Tür hinter mir.

"Seit letztem Jahr herrscht im Bus Rauchverbot, deshalb halten die Fahrer alle Viertelstunde für eine Zigarettenlänge oder zwei an, gerade kurz genug, damit die Passagiere nicht zur Toilette gehen können." Der Mann auf der anderen Seite des Ganges lachte. Er hatte zwei Kinder bei sich. Sein Englisch war gut. Ausgezeichnet sogar, verglichen mit dem der restlichen Passagiere.

"Husseyin", stellte er sich vor und überreichte mir eine weiße Visitenkarte mit seinem Namen darauf. Ich drehte sie um: Geschäftsführer White Beach, Luxusjachten, Helikopterflüge, Makler, Hauswart .

Husseyin erzählte, dass er gerade seine Kinder von ihrer Mutter aus Istanbul abgeholt hatte und sie nach Göcek mitnahm, wo er mit seinem Vater wohnte. Kinder fand er einfach nur nervig. Aber vor allem fand er seine Ex-Frau kompliziert. Nach der gescheiterten Ehe hatte sie bei Allah Liebe gesucht, der verstand sie zumindest.

Husseyin hatte Allah bei seiner Frau auf dem Sofa zurückgelassen und sich zur seelischen Regeneration dem Alkohol ergeben. In seinem Dorf wartete eine nette Geliebte auf ihn, "der das Vögeln Spaß machte". In mir schien er endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er sich ungeniert über Sex unterhalten konnte. Weil niemand sonst im Bus Englisch sprach, brauchte er nicht diskret zu sein.

Bei einem von Neonröhren beleuchteten Restaurant, in dem einem Männer mit Schnurrbärten und fleckigen Schürzen das Essen auf den Teller klatschten, tranken wir starken Tee aus dem typisch türkischen Glas in Korsettform. Das ist der Espresso unter den Teesorten.

Wir unterhielten uns über den Islam, von dem Husseyin sich immer weiter entfernte, über Europa und über meine Reise, die gerade erst begonnen hatte. Dann sprachen wir doch wieder über Sex. "Das ist der Grund dafür, dass ich so gut Englisch spreche", erklärte er stolz. "Meine Englischlehrerin. Ich war fünfzehn und sie dreiundzwanzig. Die Affäre dauerte etwa drei Jahre."

Ich musste an meine eigene Liebe denken. Ich wusste nie, als was ich sie bezeichnen sollte: als Bettgeschichte, Geliebte, Affäre, Gelegenheitskontakt, Fast-Beziehung oder "Booty Call". Sem gehörte zu den Menschen, die es nicht mochten, wenn man sie in Kategorien steckte. Ich teilte diese Auffassung. Liebe ... Das sagte schon alles.

Je weiter ich von ihr wegfuhr, desto mehr fühlte es sich an, als ob ich in einer alten Dampflokomotive aus dem Fenster hing und sie dem Zug hinterherrannte. Sie konnte ihn nicht einholen. Ich würde immer weiter am Horizont verschwinden. Danach konnte sie ihr eigenes Leben wieder aufnehmen.

"Ich habe zu Hause eine Geliebte", sagte ich zu Husseyin.

"Was tust du dann hier?"

"Sie hat einen Freund."

Husseyin schaute ablehnend und erschrocken drein. "Bei untreuen Frauen musst du aufpassen. Die machen einem das Leben total kaputt. Das darfst du mir ruhig glauben." Er schien in Erwägung zu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen