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Seefieber. Allein mit der Jolle Richtung Indien und über den Atlantik. Mit einem Vorwort von Marko Rösseler: Das letzte Interview von Gebhard, Rollo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2016
  • Verlag: millemari.
eBook (ePUB)
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Seefieber.

Da segelt einer. 1960. In einer Jolle. Von Italien aus Richtung Indien. Im kleinsten Boot. Mit minimalsten technischen Hilfsmitteln und ohne verlässliche Seekarten. In der wildesten Natur. Ohne geringste Möglichkeit zur Kommunikation mit Zuhause. Rollo Gebhard und sein Buch SEE FIEBER - das ist größtes Draufgängertum. Sein Einsatz: das Leben. Nicht auf der Jagd nach Rekorden, sondern aus der Gier nach Leben. Rollo Gebhard inspirierte Millionen. Diese anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Original manuskripten komplett überarbeitete Neuausgabe von SEEFIEBER erlaubt dem Leser das intensive Dabeisein und Miterleben, wie ein Mann ohne alle technischen Hilfsmittel von heute seinem Traum folgt und auf einer 5-Meter-Jolle aus Holz eine Reise voller Entbehrungen wagt. Mit wenig mehr als einem Satz Segel und einigen Büchsen Kompott geht er bis an die Grenzen seiner Kraft. Mit bisher unveröffentlichten Faksimile-Auszügen aus dem handschriftlichen Tagebuch! Neben SEEFIEBER schrieb Rollo Gebhard auch folgende Bücher, die bei millemari. erscheinen: Ein Mann und sein Boot. Leinen los, wir segeln um die Welt. Mein Pazifik. Rolling Home. Mit Rollo um die Welt. Freiheit auf dem Wasser. Logbuch eines Lebens. Die BIBLIOTHEK DER EXTREME versammelt außergewöhnliche Reisen und ungewöhnliche Leben. Jeder Titel dieser Reihe ist ein literarisches Zeugnis einer einzigartigen Reise, die andere Menschen inspirierte, ihr Leben zu überdenken und den Wunsch auslöste, aufzubrechen und Ähnliches zu erleben. Jeder Band in der BIBLIOTHEK DER EXTREME wurde bei millemari. vollständig überarbeitet, neu mit Karten und zusätzlichem Material und erläuterndem Vorwort eines Zeitzeugen ausgestattet. Wir verlegen Bücher und Filme über die innere und die äußere Reise. Über Reisen, die bewegen und darüber, wie wir uns ändern, wenn sich die Orte ändern. Segler denken nachhaltig! Anders als viele Verlage drucken wir ein Buch nur dann, wenn es bestellt wurde. Das vermeidet nicht nur die Abholzung ganzer Wälder. Es schont auch die Umwelt. Nach den Tagebüchern und dem maschinengeschriebenen Originalmanuskript überarbeitet und herausgegeben von Thomas Käsbohrer.

Der Einhand- und Weltumsegler Rollo Gebhard inspirierte Millionen. Seine Reisen mit der Jolle Solveig und den kleinen Kielbooten Solveig II und Solveig III führten ihn 1960 zunächst durch die Adria ins Mittelmeer, dann über Malta nach Tunesien und Libyien durchs Rote Meer Richtung Ägypten. Sein Ziel: Indien. Er wurde mit seiner kleinen Jolle zum Spielball der Wellen, kenterte, wurde überfallen, entführt, beraubt und beschossen. Und doch trieb ihn seine Sehnsucht nach dem Meer immer weiter hinaus bis über den Atlantik und um die Welt. Nicht auf der Jagd nach Rekorden, sondern aus der Gier nach Leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 345
    Erscheinungsdatum: 07.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946014645
    Verlag: millemari.
    Größe: 5090kBytes
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Seefieber.

Das letzte Interview.
Ein Vorwort von Marko Rösseler.


H

eute werde ich den Helden meiner Jugend treffen: Rollo Gebhard. Ich werde mit ihm für den Westdeutschen Rundfunk ein Interview führen. Das Thema: der Start zu seiner ersten Atlantik-Überquerung im Jahr 1963. Die Sendung "Zeitzeichen" möchte im Hörfunk an dieses Ereignis erinnern - "Heute vor 50 Jahren ...". Zuerst habe ich mich gefreut, Rollo Gebhard persönlich begegnen zu dürfen. Jetzt habe ich Angst vor diesem Termin. Es ist noch dunkel, als ich an diesem Wintermorgen von Köln in Richtung Süden losfahre, im Gepäck ein tragbares Aufnahmegerät und ein Buch ...

Als 11-jähriger hatte ich erstmals dieses Buch von Rollo Gebhard in Händen. Seine Abenteuer mit winzigen Booten auf den unendlichen Ozeanen haben mich hineingesogen in einen Strudel aus Abenteuern und Sehnsucht. Drei Mal umrundete er unter Segeln die Welt. Ich kenterte mit ihm in den Wellen des Roten Meeres, wir wurden von Piraten überfallen, suchten gemeinsam einen Schatz auf der Cocos-Insel und nahmen vorsichtig Kontakt zu Ureinwohnern der Südsee auf - bis allmählich die Batterien meiner Taschenlampe leer gesogen waren und ich auftauchen musste aus meiner Kajüte unter der Bettdecke. Geträumt habe ich dann weiter. Mit 14 machte ich meinen ersten Segelschein und schwor mir, irgendwann selbst die Welt unter Segeln zu umrunden. Rollo hatte das Fernweh geweckt - ich wollte sein wie er.

Heute bin ich 40, habe alle nötigen Segelscheine und auch ein eigenes Boot. Ich habe aber auch eine Familie, einen Job, viele Verpflichtungen und keine Zeit für eine Weltumsegelung. Ich sitze in meinem Mittelklassewagen mit zwei leeren Kindersitzen auf der Rückbank, fahre auf der A3 in Richtung Süden und habe Angst, heute eine Enttäuschung zu erfahren. Wie wird er sein, der Mann, den ich gleich treffe? Vielleicht geht in wenigen Stunden unwiederbringlich etwas verloren. Wer weiß das schon. Es wird allmählich hell.

Es gibt eine Menge Abenteurer, Weltumsegler, Blauwasserpioniere, die ihre Erlebnisse zwischen Buchdeckel pressen. Viele von ihnen kommen groß daher, haben unwahrscheinliche Leistungen vollbracht: rückwärts, gegen den Uhrzeigersinn, auf einem Bein, nonstop um die Welt, gegen alle vorherrschenden Windsysteme, ohne Pause und Butterbrot. Rollo Gebhards Bücher sind anders. Sie sind etwas ganz Besonderes. Das liegt an seiner ureigenen Art, Dinge und Menschen zu betrachten und zu beschreiben. Der Rollo Gebhard in den Büchern ist unglaublich bescheiden. Er hat keine Angst, sich eine Blöße zu geben. Er macht Fehler, ärgert sich, flucht - am häufigsten über sich selbst. Er zweifelt, verzweifelt, schöpft erst Wasser, dann wieder Hoffnung. Er trifft auf Dinge, die er nicht versteht, er friert, hat auch mal keine Lust mehr. Segeln ist nicht Selbstzweck - Segeln ist seine Möglichkeit, fremde Länder und Menschen zu entdecken und dabei gleichzeitig sich selbst zu finden. Niemals verkauft Rollo Gebhard sich in seinen Büchern als Held. So wurde er zu meinem Helden.

Was, wenn der wahre Rollo Gebhard sich von diesem Mann in den Büchern unterscheidet? Wenn ich heute auf einen unsympathischen, berechnenden Medien-Profi treffe? Vielleicht auf einen alten, eitlen Großkotz? Dann wird das heutige Interview den Rollo Gebhard meiner Jugend töten. So etwas kann passieren. Ich habe in meinem Berufsleben schon viele Menschen getroffen, die ganz anders sind als sie sich in der Öffentlichkeit verkaufen.

Gegen 11 Uhr erreiche ich Bad Wiessee. Kurze Zeit später stehe ich vor einem kleinen Haus vis-à-vis vom Tegernsee. Angelika Gebhard - mehr als drei Jahrzehnte jünger als ihr Mann - öffnet die Tür. Mit ihr habe ich bereits telefoniert. Sie führt mich ins Wohnzimmer mit Blick auf den See. Dort steht er, 92 Jahre alt, kommt auf mich zu und schüttelt mir die Hand. Er hat sich den ganzen Tag Zeit genommen für unser Gespräch. In Auszügen soll es hier wiedergegeben

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