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1000 Tage Frühling Wie ich fast ohne Geld um die halbe Welt gereist bin von Perko, Tomislav (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.08.2016
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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1000 Tage Frühling

Tomislav Perko war als Aktienhändler sehr erfolgreich, bis er im Zuge der Finanzkrise 2008 alles verlor. Vollkommen pleite entschloss er sich dazu, sein Leben grundlegend zu ändern: Er wollte dem gewohnten Trott entkommen, die Welt mit anderen Augen sehen, neue Menschen kennenlernen und Abenteuer erleben - und all das mit einem Budget von weniger als 10 Euro am Tag. Doch ist es überhaupt möglich, fast ohne Geld die Welt zu bereisen? Ist diese Art zu reisen sicher? Wie kann man während des Reisens Geld verdienen? Dies waren die Fragen, die Tomislav Perko immer wieder gestellt wurden. Da er sie nicht in wenigen Sätzen beantworten kann, schrieb er seine Geschichte auf. Von Zagreb aus trampte er zunächst durch Osteuropa, dann folgten zwei Touren quer durch Nord- und Südeuropa, er veranstaltete ein Wett-Trampen nach Istanbul und schließlich verschlug es ihn bis nach Bangladesch. Er hat unzählige Male bei Fremden übernachtet, am Straßenrand gecampt und für Essen und Unterkunft gearbeitet. In diesem Buch erzählt Tomislav Perko ebenso unterhaltsam wie inspirierend von den Erfahrungen, die er in dieser Zeit gemacht hat, und den Menschen, die ihm auf seiner Reise begegnet sind - Begegnungen, die sein Leben verändert haben und ihm gezeigt haben, dass die Welt voller Wunder ist, wenn man bereit ist, die Augen zu öffnen. Tomislav Perko wurde 1985 in Zagreb, Kroatien, geboren und hat während seiner Studienzeit als Aktienhändler gearbeitet. Als er im Zuge der Finanzkrise 2008 pleiteging, beschloss er, sein Leben komplett umzukrempeln und als Backpacker die Welt zu erkunden. Fünf Jahre, fünf Kontinente und viele, viele Kilometer später schrieb er sein erstes Buch 1.000 Tage Frühling.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 10.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959714297
    Verlag: riva
    Größe: 24294 kBytes
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1000 Tage Frühling

Tag 87

"Warum nennen sie dich Mungo?", fragte ich meinen Chef eines Abends in einem geheimen Hinterzimmer eines Jazzclubs. Manchmal blieben wir dort bis spät in die Nacht und spielten eine Runde Poker. Die Atmosphäre erinnerte mich an alte Mafiafilme. Wir waren für die anderen Gäste unsichtbar, in einem dubiosen Hinterzimmer, in dem man trank, rauchte und Karten spielte.

Obwohl ich nur ihr Mitarbeiter war, fühlte ich mich wie ein Teil der Familie. Ich nannte Martina schon nach ein paar Tagen Schwester, und sie mich Bruder. Ich war an meinem neuen Arbeitsplatz, mit meinen neuen Arbeitgebern glücklich, und sie waren auch mit mir zufrieden.

Ich ging mit Begeisterung zur Arbeit, erledigte meine Schichten mit einem Lächeln, sprach mit Gästen, reinigte die Saftpresse am Ende des Arbeitstages, schrubbte den Boden und säuberte die Toiletten. Ich lernte Menschen kennen, die anders, interessanter und besonders waren. Wir unterhielten uns über Kunst, Reisen, die gesunde Art zu leben. Es gab keine Typen, die sich mit ihrem Ellbogen an die Bar lehnten und mit einem Bier in der Hand den neuesten Tratsch erzählten. Es gab nicht diese Nervosität und die ewigen Geschichten über Geld. Ich fand ein paar neue Freunde, ging mit ihnen zu Theatervorstellungen, zum Grillen außerhalb von Zagreb, und ich hatte eine sehr gute Beziehung zu Martina und Mungo, so gut, dass sie mich fast jeden Abend nach dem Schließen der Bar auf ein Bier mitnahmen.

"Ich bin in Maksimir 1 aufgewachsen", erzählte Mungo eines Abends, "und damals fanden wir es lustig, dass jeder aus unserer Clique einen Spitznamen von einem Tier aus dem Zoo hatte. Wenn ich früher als Kind die Situation um mich herum beobachtet habe, streckte ich meinen Hals und drehte meinen Kopf, und jemand von den Älteren hat das bemerkt und gesagt, dass ich ihn an einen Mungo erinnere. Und das war's."

Ich hörte seinen Schilderungen aufmerksam zu, wie es war, auf Zagreber Asphalt aufzuwachsen und mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft herumzuhängen, die legendären Dinamo-Fußballspiele zu besuchen, die Überdosis eines engen Freundes mitzuerleben und zu überstehen, und wie es ihn gerettet hatte, Martina kennenzulernen und mit ihr gemeinsam nach Irland zu gehen.

Dort waren sie fünf Jahre geblieben.

Es war für mich interessant zu hören, dass jemand, der in der gleichen Stadt aufgewachsen war, eine völlig andere Kindheit erlebt hatte. Im Vergleich zu seiner war meine so unschuldig und unbeschwert gewesen, dass ich beschloss, mein Buch, sollte ich es je schreiben, mit den folgenden Worten zu beginnen: Ich bin in einem Märchen aufgewachsen.

Ich erinnerte mich an den Umzug von einer gemieteten Wohnung in die andere und an die Tage, die ich in den Parks vor dem Gebäude verbracht hatte. Es war mir und meinem Bruder verboten, außerhalb des Parks zu spielen, damit uns unsere Mutter jederzeit im Visier hatte. Ich erinnerte mich, wie ich meine ganze Grundschulzeit damit verbracht hatte, Fußball oder Basketball mit meinen besten Freunden zu spielen. Ich erinnerte mich an meine Lieblingsvideospiele am Ende der Grundschule, wegen denen ich meine Tage vor dem Computer, in einer anderen Welt, verbrachte. Ich erinnerte mich, dass ich nie in einer Clique war, die trank, rauchte, sich schlug oder Mädchen nachstieg. Das erste Mädchen küsste ich am letzten Tag der Grundschule, nur, weil ich ohne meinen ersten Kuss nicht gehen wollte. Obwohl ich das vielleicht hätte machen sollen. Ich erinnerte mich an Katarina, neben der ich drei Jahre lang im Gymnasium in derselben Bankreihe gesessen hatte, mit der ich auch jede kurze Pause in diesen drei Jahren verbracht hatte und die ich am Ende eines jeden Schultages zur Bushaltestelle begleitet hatte. Ich erinnerte mich an die Zulassung zur Uni und an die Tatsache, dass ich mein Studium nach ein paar Vorlesungen fast abgebrochen hätte.

Ich war noch ein Kind, kam frisch aus meiner ers

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