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Der eisige Schlaf Das Schicksal der Franklin-Expedition von Beattie, Owen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Der eisige Schlaf

Die berühmte Expedition des Polarforschers John Franklin, die 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage aufbrach, endete in einer rätselhaften Katastrophe: Keiner kam zurück. Knapp 150 Jahre später findet der Anthropologe Owen Beattie im arktischen Permafrost die Leichen von drei Expeditionsmitgliedern - und kommt der Wahrheit Stück für Stück auf die Spur. Jetzt scheint die Lösung eines der größten Mysterien der Seefahrt erstmals in greifbarer Nähe zu sein: Vor der Küste Kanadas stieß 2014 ein Forscherteam um John Geiger auf eines der beiden verschollen geglaubten Schiffe der Franklin-Expedition. Liegt hier der Schlüssel zu dem, was damals geschah?

Owen Beattie, geboren in British Columbia, ehemals Associate Professor für Anthropologie an der University of Alberta, Kanada, und Leiter des Franklin-Projektes, hat sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt. Er lebt in Edmonton, Kanada.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 09.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492973595
    Verlag: Piper
    Größe: 61072 kBytes
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Der eisige Schlaf

3 Die Landenge der Gräber

Wir werden nie alle Einzelheiten von Franklins letzter Fahrt erfahren. Allein dem Mut einiger Forscher des 19. Jahrhunderts, die mehrere Dutzend große Expeditionen zusammenstellten und leiteten, sich wie Franklin in die vereisten Wasserstraßen wagten und der bitteren Kälte trotzten, ist es zu verdanken, dass sich die gescheiterte Reise wenigstens vage rekonstruieren lässt.

Ende 1847 beschlich die maßgeblichen Männer der britischen Admiralität in London zum ersten Mal ein unbehagliches Gefühl über Franklins Verbleib. Niemand konnte jedoch ahnen, dass sich ihre schlimmsten Albträume unterdessen in der Trostlosigkeit von King William Island verwirklichten.

Ohne das Gefühl zu haben, dass Eile geboten sei, sandte die Admiralität drei Expeditionen aus, die Sir John Franklin Hilfe bringen sollten. Kapitän Henry Keilet bekam den Befehl, zur Beringstraße zu segeln, wo Franklin aus dem arktischen Eis auftauchen musste. Eine zweite Expedition unter dem Kommando von James Clark Ross wurde in den Lancaster Sound geschickt, wobei sie Franklins Spuren folgen sollte. Und eine dritte Gruppe unter Leitung von Dr. John Rae und Sir John Richardson wurde über Land den Mackenzie River hinunter gesandt, um dort nach den 129 Männern zu suchen. Das Scheitern aller drei Hilfsexpeditionen führte endlich zu der Erkenntnis, dass irgendetwas völlig schiefgegangen sein musste.

Am 4. April 1850 veröffentlichte der Toronto Globe eine Anzeige, in der eine Belohnung von 20 000 Pfund Sterling ausgesetzt wurde: zahlbar von "Ihrer Majestät Regierung an jede Gruppe oder Gruppen jeglicher Nationalität, die den Mannschaften der Forschungsschiffe unter dem Kommando von Sir John Franklin wirksame Hilfe leisten". Weitere 10 000 Pfund wurden demjenigen versprochen, der in der Lage war, auch nur einer der beiden Mannschaften zu helfen, oder Informationen lieferte, die zu ihrer Rettung führen würden. Schließlich sollte auch derjenige 10 000 Pfund erhalten, der erfolgreich das Schicksal der Expedition aufklären konnte.

Bis zum Herbst 1850 durchkämmte eine Flotte von Schiffen die arktischen Wasserwege nach einer Spur von den Vermissten. Die britische Admiralität entsandte drei Expeditionen mit insgesamt acht Schiffen in die Arktis. Nur einer dieser Suchtrupps, bestehend aus der HMS Enterprise und der HMS Investigator unter Kapitän Richard Collinson bzw. Commander Robert McClure, wurde in die Beringstraße geschickt. Kapitän Horatio Thomas Austin und sein Erster Offizier, Kapitän Erasmus Ommanney, bekamen den Befehl, mit ihren vier Schiffen in den Lancaster Sound zu segeln, während die dritte Gruppe, kommandiert von dem Kapitän eines arktischen Walfängers, William Penny, nach Norden in den Jones Sound beordert wurde.

Lady Franklin nahm an diesem Wettlauf zur Rettung ihres Mannes und seiner Mannschaften aktiv teil und sandte mit Unterstützung von Freunden selbst ein Schiff aus, das sich an der Suche beteiligen sollte. Das United States Navy Department unterstützte den New Yorker Kaufmann Henry Grinnell, der zwei Schiffe unter dem Kommando von Leutnant Edwin J. De Haven ausrüstete, während der erfahrene Forscher Sir John Ross eine Expedition leitete, die von der Hudson's Bay Company und durch öffentliche Spenden finanziert wurde.

6 Die Männer der von James Clark Ross geleiteten Suchexpedition errichten ihr Winterquartier.

Die Hudson's Bay Company sandte ferner John Rae aus, einen Experten für das Überleben in der Arktis, damit er abermals bei der Suche mithelfe. Rae, der zunächst auf dem Landweg und dann per Schiff zur Victoria Island reiste, entdeckte an der südlichen Küste der Insel zwei Holzstücke, die nur von einem Schiff stammen konnten. Jedoch gab es keinerlei Beweise dafür, dass sie von der sp

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