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Die Welt von oben 3 Kontinente, 7 Monate und jede Menge Abenteuer - in Schuhgröße 52 von Johannknecht, Torsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Welt von oben

Bevor Bärbel und ich aufgebrochen sind, haben wir uns Gedanken gemacht, was denn das 'Besondere' an unserem Trip rund um die Welt sei. So nach dem Motto: Wir essen nur aus mundgeblasenen Tellern. Nehmen überall Bernd, das Nilpferd, mit hin. Machen von jedem Klo, auf dem wir sitzen, Vorher-Nachher-Fotos. Aber das ist Quatsch. Wir wollten auf keinen Selbstfindungstrip gehen, es sollte auch kein Ausstieg werden. Wir wollten eine ganz normale Weltreise machen. Eigentlich. Aber dafür bin ich einfach zu groß. Mit 205 Zentimetern Körperlänge habe ich in manchen Teilen der Welt ordentlich Aufsehen erregt - und bin mehrfach an meine Grenzen gestoßen. Auch im wahrsten und schmerzhaften Sinne. Denn die Welt ist einfach nicht gemacht für Riesen auf Reisen. Oder doch? Die verrückten Reiseabenteuer eines Riesen - und wie er die Welt sieht.

Als Torsten Johannknecht 1978 geboren wurde, war er 52 cm groß. Mittlerweile sind es 205. Das war früher nicht immer leicht - und ist es heute auch nicht immer. Aufgewachsen im wunderschönen Wiedenbrück bei Bielefeld in Ost-Westfalen. Deutsche Sporthochschule Köln. Reiten, Schwimmen, Lesen. Nach der Uni kam dann auch noch Schreiben dazu, u.a. bei Eurosport, RTL, lange bei der Bild und Travelbook, für die er aktuell in Berlin arbeitet. Bei Torsten Johannknecht dreht sich also alles ums Reisen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641219048
    Verlag: Goldmann
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Die Welt von oben

Niederknien vor Jesus und Maria
(San Andres, Kolumbien)

Unbeschwertes Reisen - nee, das wäre zu einfach. Wer mag schon einfach? Deshalb ist Reisen für Riesen wie mich mit meinen 205 Zentimetern Körpergröße, 105 Kilogramm und Schuhgröße 52 auch immer etwas Besonderes. Da wäre zum Beispiel der chronische Platzmangel. Fahrrad, Auto, Bahn, Flieger - sind mir meistens zu klein. Oder zu eng. So schön der Amazonas oder die Karibik ja auch sein mögen, sie sind verdammt weit weg. Und zehn oder mehr Stunden im Flugzeug oder Bus - das will bei meiner Körperlänge gut organisiert sein. Die normale Sitzplatzauswahl "am Gang oder lieber am Fenster" kann ich nur belächeln, ist für mich keine Option. In Tokio habe ich während der Rushhour mehr Platz in der U-Bahn als im Flieger am Fenster. Daher kann ich mich meistens erst vor Ort wirklich für das Urlaubsziel begeistern, denn meine Vorfreude ist gern getrübt von der Ungewissheit der Anreise. Na, dann mal herzlichen Glückwunsch zu der Entscheidung, eine Weltreise zu machen.

Flughafen Frankfurt. Der Start in das größte Abenteuer, das ich mir selbst bislang eingebrockt habe. Ich stehe am Check-in-Schalter. Der Ort, an dem ich versuche, das Schicksal meiner drei direkt vor mir liegenden Flüge zu beeinflussen. Denn ich möchte natürlich auf keinen Fall in einer der bei mir eher unbeliebten Sitzplatz-Pressen landen. Deswegen habe ich extra Notausgangsplätze gebucht. Für alle drei Flüge, bis zur Ankunft in Bogotá. So ein Platz kostet zwar einen Aufpreis, ist aber schlicht unabdingbar. Die Reservierung im Vorfeld inklusive Bezahlung heißt aber noch lange nicht, dass ich auch wirklich an einem der Notausgangsplätze sitze. Sogar, wenn ich beim Einchecken am Flughafen dem netten, hin und wieder gerne mal inkompetenten Bodenpersonal freundlich mitteile, dass ich bitte am Notausgang sitzen möchte, zum einen, weil ich muss, zum anderen, weil ich dafür bezahlt habe, ja sogar dann ist es schon vorgekommen, dass ich im Flieger in der mittleren Viererreihe den zweiten Sitz von rechts bekomme. Oder von links. Ein tolles Gefühl, wenn meine Nachbarn mich mitleidig angrinsen. Nicht! Es tut mir dann immer leid für das Bordpersonal, wenn ich denen mitteile, dass ich leider nicht die nächsten Stunden da sitzen bleiben kann, wo ich gerade hingepfercht wurde. Die müssen den Bockmist ausbaden, den ihnen die Bodencrew eingebrockt hat.

Unangenehm ist es mir schon, wenn dann ein Paar, das es sich gerade am Notausgang gemütlich gemacht hat, auseinandergerissen wird, weil einer von beiden in den rechten Mittelsitz der Viererreihe muss. Oder den linken. Geht aber nicht anders. Schöner wäre es natürlich, wenn ich einfach direkt in die First Class gesetzt werde. Ist aber noch nie passiert. Komisch. Nur bis in die Upper Economy Class hab ich es einmal geschafft. Das ist noch keine Business Class, aber immerhin Beinfreiheit und Porzellangeschirr beim Essen. Für mich die gefühlte First Class.

Kein Wunder also, dass ich mir hier beim Check-in in Frankfurt den einen oder anderen Gedanken mache, ob und wie ich wohl in Bogotá ankommen werde. Denn ich gebe der Fluggesellschaft in London und Sao Paulo zwei Mal beim Umsteigen die Möglichkeit, mich wieder auf einen der Foltersitze zu klemmen. Trotz Notausgangsreservierung. Jedes Mal Unbehagen beim Betreten des Fliegers: Welcher Platz ist es dieses Mal? Nervt.

Die Dame am Check-in hat aber gecheckt, dass ich auf einen Notausgangsplatz gehöre. Mein persönlicher Jackpot. Frankfurt - London, London - Sao Paulo, Sao Paulo - Bogotá. Ein einziger Notausgangstraum. Also lande ich - Überraschung - halbwegs entspannt in Kolumbien. Allein, wohlgemerkt, Bärbel kommt erst in sechs Wochen nach. Sie muss noch ein bisschen arbeiten. Sechs Wochen. Für uns beide ein kleiner Albtraum. Denn sie hat sich nicht nur intensiv auf diese Reise gefreut, sie ist auch sonst so voller Energie, dass sie ka

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