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Gebrauchsanweisung für das Leben von Altmann, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2017
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Gebrauchsanweisung für das Leben

Was für ein Übermut, ein Buch mit einem solchen Titel zu schreiben: "Gebrauchsanweisung für das Leben". Wie soll ein Autor mit dem schwerwiegendsten, dem geheimnisvollsten, dem unfassbarsten und sensationellsten Wort umgehen, das je in einer Sprache vorkam? Hinter welchen fünf Buchstaben stehen mehr Fragezeichen? Mehr Glück? Mehr Abgründe? Mehr Heldentaten und Niedertracht? Mehr Genialität und Irrsinn? Was ist teurer für den einen, und was könnte nicht billiger und wertloser sein für einen anderen? Was behüten Menschen mit mehr Macht, und was vernichten sie mit gleicher Vehemenz? Das LEBEN, klar. Andreas Altmann hat es trotzdem versucht. In zentralen Begriffen umkreist er das, was das Leben ausmacht. Es geht um nichts weniger als Liebe und Schmerz, um Abenteuer und Freundschaften, Einsamkeit, Religion und den Tod, um Heimat und Sprache. Und um das Reisen und die Erlebnisse, die der Autor auf der ganzen Welt gesammelt hat. Und was immer man in diesen Text hineinlesen will, am Ende jeder Seite erinnert er den Leser an etwas, was mancher so leichtsinnig vergisst: Das Leben will belohnt werden, hat es doch gerade mich ausgesucht!

Andreas Altmann zählt zu den bekanntesten deutschen Reiseautoren und wurde u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Seume-Literaturpreis und dem Reisebuch-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm "Frauen.Geschichten." sowie die Bestseller "Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina", "Gebrauchsanweisung für die Welt" und "Gebrauchsanweisung für das Leben". Andreas Altmann lebt in Paris.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 01.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492976213
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 3536kBytes
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Gebrauchsanweisung für das Leben

VORWORT

Oft suche ich mir Themen, die mich überfordern. Von der Stunde null - Tag der Vertragsunterzeichnung - bis zur letzten Zeile am Manuskript begleitet mich das anstrengende Gefühl: Du wirst scheitern! Was mich kaum beunruhigt. Ich habe mich daran gewöhnt, ich mag die Stimme des Teufels in mir. Sie hält mich wach. Sie sorgt dafür, dass ich mich erst ausruhe, wenn ich tot bin.

Gebrauchsanweisung für die Welt , welch unschuldiger Größenwahn mochte mich antreiben. Versteht man unter "Welt" nur die Erde: Schon das reicht, um einzuknicken. Unheimliche 4,5 Milliarden Jahre ist sie alt, und unheimlich einsam rast sie mit 107 000 Kilometern pro sechzig Minuten durch das All. Und sieben Milliarden Menschlein rasen mit. Darüber schreiben? Damit fertig werden? Gar wissen, wie man mit all dem umgeht, sie "gebraucht"? Wie aberwitzig. Natürlich bin ich mit meinem Buch gestrauchelt. Winzige 258,4 Gramm wiegt es. Ein Furz gegen die 5,976 Trilliarden Tonnen der Erde. Und ihre Aberbillionen Geschichten.

Jetzt also - Gipfel des Übermuts - eine Gebrauchsanweisung für das Leben . Gleich beim ersten Aussprechen des Titels fing ich zu zittern an, denn life is always bigger than you ! Himmel, wie soll einer mit dem schwerwiegendsten, dem geheimnisvollsten, dem unfassbarsten und sensationellsten Wort umgehen, das je in einer Sprache vorkam? Hinter welchen fünf Buchstaben stehen mehr Fragezeichen? Mehr Glück? Mehr Abgründe? Mehr Heldentaten und Niedertracht? Mehr Genialität und Wahnsinn? Was ist teurer für den einen, und was könnte nicht billiger und wertloser sein für einen anderen? Was behüten Menschen mit mehr Macht, und was vernichten sie mit gleicher Vehemenz? Das LEBEN, klar.

Versprochen, auch dieses Buch wird das Mysterium nicht lösen. Denn ich habe - wie jeder von uns - keine Ahnung, woher unser Leben kommt und wohin es, nachdem es aufhört, verschwindet. Ich bin Darwinist, impertinent von seiner Idee der Evolution überzeugt. Dass der liebe Gott dahintersteckt, halte ich für eine Zumutung. Sie wurde von jenen erfunden, die von einem freien, selbstbestimmten Menschen - sprich selbstbestimmten Leben - nichts wissen wollen. Ihr Mensch soll Sünder sein, soll sich ducken und buckeln. Und den "Schöpfer" vergötzen. In alle Unendlichkeit.

Dass wir hinterher in die Hölle oder ins Himmelreich müssen, klingt noch infantiler. Wer sich ein bisschen auf der Welt umgesehen hat, wird feststellen, dass wir Himmel und Hölle schon haben. Mitten unter uns.

Ich will nicht ewig sein, will nur ein Leben, ein ganzes, vor meinem Tod. Will lieben und geliebt werden, will sein. Aber heftig, aber innig, aber sinnlich. Und am Tag nach meinem Tod will ich lichterloh brennen und ein letztes Mal Wärme abgeben. Und ein paar Momente als Asche über dem Indischen Ozean wehen. Und damit hat es sich.

Jetzt kommt die erste Enttäuschung: Der Autor verteilt keine Ratschläge, denn er weiß keine. Er weiß jedoch ein paar Geschichten, und die erzählt er. Da überzeugt, dass sie weiser sind und tiefer in Herz und Hirn fahren als Litaneien.

Nun, warum dieses Buch? Bevor ich darauf eingehe, hier ein Zitat von Haruki Murakami: "Mein Job als Schriftsteller ist es, die Menschen ihr elendes Leben vergessen zu machen."

Schön befremdlich der Satz. Hundertmal nein! Ein Schreiber soll nicht einlullen, niemanden in Traumwelten jagen. Er soll das Gegenteil unternehmen: Die Leser in die andere Richtung treiben, zurück ins Leben, er soll ihnen den Rückweg ins Träumen versperren, soll sie beuteln und rütteln, sie verstören, sie lauthals daran erinnern, dass sie nur dieses eine verdammte Mal - die paar Jahrzehnte lang - lebendig sind, ja, dass ihr Leben das Unglaublichste ist, was ihnen je begegnen wird. Ach, dass jeder Tag um Mitternacht entschwindet. Unschätzbar, unwiederholbar, unwiederfindbar.

"Ich wundere mich", schrieb Ch

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