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Paris. Eine Stadt in Biographien von Bohlmann-Modersohn, Marina (eBook)

  • Verlag: MERIAN
eBook (ePUB)
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Paris. Eine Stadt in Biographien

Paris. Eine Stadt in Biographien - Eine Stadt wird nicht nur von Gebäuden und Straßenzügen geprägt, die Identität von Paris entsteht erst mit den Geschichten seiner Bewohner. Denn was wäre die Stadt ohne Louis XIV., Victor Hugo oder Coco Chanel? 20 ausgewählte Biographien zeichnen ein lebendiges, historisches wie auch aktuelles Bild der Stadt. Die Porträts werden durch Adressen ergänzt, die eine Stadterkundung auf den Spuren der porträtierten Personen ermöglichen. Dieser Band umfasst Porträts von: Abélard & Héloïse, Henri IV, Louis XIV, Voltaire, Marie Antoinette, Napoléon, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Claude Monet, Auguste Rodin, Auguste Escoffier, Marie Curie, Sidonie-Gabrielle Colette, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean-Paul Sartre & Simone de Beauvoir, Edith Piaf, Boris Vian, Francois Truffaut und Yves Saint Laurent. Autorin: Marina Bohlmann-Modersohn

Produktinformationen

    Größe: 1192kBytes
    Reihe (Teil): Merian porträts
    Herausgeber: MERIAN
    Untertitel: MERIAN porträts
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 176
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783834215345
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Paris. Eine Stadt in Biographien

ABÉLARD 1079 – 1142 HÉLOÏSE 1095 – 1162
Eine der großen tragischen Romanzen des Mittelalters: Berühmter Theologe liebt 16 Jahre jüngere Klosterschülerin. Das Mädchen wird schwanger, die beiden heiraten heimlich. Es geht nicht gut aus ...

A uf der Kuppe des sanft ansteigenden Hügels Montagne-Sainte-Geneviève südlich des ländlichen Seine-Ufers, dort, wo Rue Saint-Jacques und Rue Soufflot sich kreuzen und heute das Panthéon 36 ( ? F 6 ) steht, sind die schmalen Gassen mit eisernen Ketten für Kutschen und Karren gesperrt.

Zahlreiche Studenten aus den umliegenden Abteien und Klöstern haben sich hier oben versammelt; sie sitzen auf Heu- oder Strohballen. Viele stehen, den Blick erwartungsvoll auf ein Fenster gerichtet, hinter dem jeden Augenblick Pierre Abélard erscheinen und mit seiner Vorlesung beginnen wird. Hochschulbetrieb unter freiem Himmel. Gemeinschaftliches Lernen außerhalb der Klostermauern. Das ist im Paris des Jahres 1114 etwas ganz Neues.

Der Philosoph und Theologe Pierre Abélard, geboren als Sohn eines bretonischen Ritters in Le Pallet bei Nantes, ist bei den Studenten nicht nur wegen seiner glänzenden Rhetorik so beliebt. Er ist ein streitbarer Geist. Ein Lehrer, der sich der bischöflichen Autorität nicht länger fügen will: "Durch Zweifeln nämlich kommen wir zum Hinterfragen. Durch das Hinterfragen aber erfahren wir die Wahrheit", lautet seine These, die das Motiv des Zweifels als Weg zur Wahrheit betont und zu einer kritischen Analyse der kirchlichen Texte auffordert.

Mit 35 Jahren hat Pierre Abélard das Höchste erreicht, was ein Absolvent des Philosophie- und Theologiestudiums zu dieser Zeit erreichen kann: Er ist Leiter der Klosterschule von Notre-Dame 33 ( ? F/G 5 ) in der Rue du Cloître-Notre-Dame ( ? F/G 5 ) geworden und hat den Lehrstuhl für Dialektik inne. Obgleich er von zahlreichen Kirchenvätern als "Ketzer" kritisiert wird, will der Zustrom seiner Schüler nicht abreißen. Abélard gilt als Revolutionär, Jahrhunderte vor der Aufklärung vertritt er die Auffassung, dass die Vernunft nicht nur in der Philosophie, sondern auch in Glaubensfragen Vorrang haben müsse.

Die kleine Rue du Cloître-Notre-Dame flankiert die Nordseite der Kathedrale Notre-Dame und führt in ihrer westlichen Verlängerung zum Krankenhaus Hôtel Dieu. Im Mittelalter befand sich hier das Armenhospital von Paris, zu dem die Kirche Saint-Christophe gehörte. Sie stand dort, wo sich heute die Menschen auf der Place du Parvis Notre-Dame ( ? F 5 ) drängen.

In das Pflaster des Platzes ist eine Bronzeplatte mit einem Messingstern eingelassen, der zum einen das geografische Zentrum Frankreichs symbolisieren soll, auf das alle Nationalstraßen des Landes sternförmig zulaufen, und zum anderen den "point zéro" markiert, den Nullpunkt, die Mitte von Paris.

Wenn von Pierre Abélard die Rede ist, fällt in unmittelbarem Zusammenhang auch der Name Fulbert . Er war Domherr in Saint-Christophe und wohnte gleich neben der Kirche. Zeitgenossen schildern ihn als geschäftstüchtigen Kirchenmann, der aber zu Jähzorn und Rachsucht

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