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Fettnäpfchenführer Brasilien Lebenskunst zwischen Karneval und Copacabana von Büttner, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.06.2014
  • Verlag: Conbook Verlag
eBook (PDF)
10,99 €
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Fettnäpfchenführer Brasilien

Ausgelassener Samba und ultraknappe Bikinis, Favelas und Drogenkrieg - was ist dran an diesen Extremen? Und wie meistern die 170 Millionen 'brasileiros' in einem solch widersprüchlichen Klima ihren Alltag? So vielfältig und tolerant dieses bunte Volk ist, gibt es doch eine Reihe von Hürden, die sich deutschen Gewohnheiten zuckerhutgroß in den Weg stellen. Oder wussten Sie, dass Sie einen neuen Bekannten keinesfalls ein zweites Mal nach seinem Namen fragen sollten, dass Samba stets nur mit Turnschuhen getanzt wird, dass es klare Verhaltensregeln im Fußballstadion gibt oder dass Sie Damenunterwäsche unter keinen Umständen in die normale Wäsche geben dürfen? Linda ahnt von alldem nichts, als sie im sonnigen Rio landet, um dort für drei Monate Deutsch zu unterrichten. Gott sei Dank gibt es João, den brasilianischen Philosophiestudenten. Er erklärt ihr, wie man zwischen Copacabana und Regenwald elegant durch den Dschungel gesellschaftlicher Konventionen dribbelt, und verhindert, dass Linda zwischen brasilianischer Lebensfreude und leiser 'saudade' - einer Hängematte voller Sehnsucht, Melancholie und Schmerz - vollends aus dem Rhythmus gerät.

Seit Nina Büttner ihren einjährigen Schüleraustausch in Brasilien verbrachte, zieht es sie immer wieder dorthin - und auf viele andere Reisen, und sei es "nur" auf ausgedehnte Fahrradtouren. In reisefreien Zeiten trainiert sie den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Sie studierte Soziale Arbeit in Holzminden und Düsseldorf und konzentrierte sich dabei auf die Themen Migration und Entwicklungszusammenarbeit. Im Nordosten Brasiliens arbeitete sie mit ehemaligen Straßenkindern und in Bonn unterstützte sie jugendliche Flüchtlinge. Im Frühjahr 2011 machte sie ihren Traum wahr und zog nach Brasilien. Emel Mangel kannte aus ihrer Familie schon abenteuerliche Reisen und zögerte daher nicht, als sich 2001 die Chance bot, für ein Jahr als Austauschschülerin in den Mittleren Westen Brasiliens zu gehen. Interkulturell inspiriert kehrte sie nach Hannover zurück und nahm 2005 ihr Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg auf. Dort engagierte sie sich im Bürgerfunk 'Radio ZuSa' sowie in studentischen Gremien und entdeckte ihre Leidenschaft fürs Kino. Darüber bloggt sie auf 'raeuberin.com' und 'movienerd.de' und plant nun von Berlin aus ihren nächsten Sprung über den Ozean. Henrieke Moll, geboren 1984, lernte das brasilianische Familienleben bei einem Austauschschuljahr kennen und feierte - als Kölnerin - Karneval mal auf eine andere Weise. Nach einem weiteren Auslandsaufenthalt in Rumänien und verschiedenen Reisen wurde ihre Faszination für andere Kulturen mit der Zeit zu einem Spagat zwischen Brasilien und Südosteuropa. Sie studierte Europa- und Osteuropastudien in Maastricht, Sofia und Berlin. Interkultureller Austausch bildet ein zentrales Thema in ihrem Leben, egal ob als Teilnehmerin oder Organisatorin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 02.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958890787
    Verlag: Conbook Verlag
    Größe: 1110 kBytes
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Fettnäpfchenführer Brasilien

1 - Linda kommt an und weiß nicht weiter

Warum man sich in Ohren stellt und um Uniformierte einen Bogen macht

In Flugstunde vier von dreizehn, irgendwo über dem Atlantik zwischen Köln und Rio de Janeiro, hat Linda es sich bequem gemacht auf ihrem Fensterplatz. Sie hat gegessen und die ersten Durchsagen in dieser Sprache gehört, die sie die nächsten drei Monate begleiten wird und die ihr noch sehr fremd erscheint. Ein paar Kursstunden Portugiesisch hat sie zwar mitgemacht – aufgeregt und gespannt ist sie trotzdem, wie sie sich wohl zurechtfinden wird in dieser näselnden weichen Sprache und überhaupt in diesem großen Land, von dem sie furchtbar wenig weiß. Sprechen da wohl viele Englisch? Wenn nicht, wie soll sie denn eigentlich ihren Unterricht geben? Ihr Koffer voll mit didaktischem Material, um Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, beruhigt Linda. Sie ist eine gut vorbereitete deutsche Studentin. Es würde eine hervorragende Übung für sie sein und außerdem eine einmalige Gelegenheit, ein neues Land zu entdecken, bevor sie in den Ernst des Lehrerlebens eintritt. Unmöglich, bei dem Angebot, sich in Brasilien drei Monate lang auszuprobieren und dafür auch noch bezahlt zu werden, Nein zu sagen. Ein Bekannter, der wiederum einen Bekannten hat, der mit einer Brasilianerin verheiratet ist, deren Bruder eine private Sprachschule in Kölns Partnerstadt Rio de Janeiro betreibt, hat sie auf die Idee gebracht. Die Schule war auf der Suche nach einer Aushilfe für die bisherige Deutschlehrerin, die sich eine Auszeit genommen hat. Linda bewarb sich prompt, und ihr zukünftiger Chef, Marcelo Cunha da Silva, klang beim gemeinsamen Chatten locker und sympathisch. Linda packte also, obwohl auch nach zweimaligem Nachfragen noch kein Vertrag eingetroffen war, ihre Koffer in dem fast brasilianisch-optimistischenVertrauen, dass das schon klappen würde.

Einem mitteleuropäischen Winter entfliehen, endlich! Davon hat sie bisher noch jedes Jahr geträumt. Jetzt schaut sie auf den blauen Atlantik und freut sich schon auf die hügelige Küste, die sie von zahllosen Fotos in Reisereportagen, von Postkarten und aus Filmen über Rio kennt. So häufig wie möglich will sie an den Strand, schön braun werden, auf den Zuckerhut und diese Christus-Statue auf dem Berg sehen – wie heißt der Berg noch gleich? Corcovado, der Bucklige! Dann will sie Samba-Spezialistin werden und schöne Männer beim Fußballspielen sehen. Und sie hat ihren Aufenthalt so gelegt, dass sie in den letzten Tagen noch den Karneval mitmachen würde. Für keinen anderen Ort der Welt hätte sie jemals Köln zur Karnevalszeit verlassen!

"Fliegst du zum ersten Mal nach Brasilien?", reißt sie ihr Sitznachbar aus den Träumereien. "Du wirst es lieben!"

"Kommst du aus Brasilien?", fragt Linda zurück.

"Ja, aus Rio, aber ich arbeite in Deutschland. Mir fehlt die Sonne, die Musik, a alegria – die Fröhlichkeit. Ich heiße übrigens Rodrigo. Und du?"

"Linda."

"Oh, mit dem Namen wirst du viel Erfolg haben in Brasilien! Linda oder lindo heißt auf Portugiesisch "wunderschön". Und, wirst du in Brasilien reisen?"

"Ich weiß noch nicht." Erst einmal plant sie in Rio anzukommen und sich einzugewöhnen, aber mal sehen, vielleicht kann sie sich später ein paar Tage freinehmen und reisen. Linda nippt an ihrem Tomatensaft.

"Das würde ich an deiner Stelle unbedingt machen", ereifert sich Rodrigo. "Du musst die Strände im Nordosten kennenlernen, und das Amazonasgebiet ist bestimmt auch toll, obwohl ich selbst noch nie dort war.

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