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Alices Welt Ein Erinnern und Neudenken Roman in Hör-Geschichten von Paech, Celia (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Alices Welt

Alice, das Fluchtkind, will eine bessere Welt. Die Ich-Erzählerin beobachtet kritisch die Gesellschaft, stellt sich Fragen der Zeit, mischt sich ein, reflektiert die Folgen, setzt Akzente, verändert, zieht Bilanz - in einer fiktiven Radio-Sendereihe "Erzähltes Leben" als Podcast im Internet. Alices Welt ist erdverhaftet, schnörkellos realistisch, menschenwarm. Hör-Geschichten, die ein Erinnern sind und ein Neudenken mit Impulsen zum Handeln im Hier und Jetzt. Dieser Roman ist eine Hommage an das Erzählen in gesprochenem und geschriebenem Wort. Celia Paech ist Jahrgang 1945, Medienpädagogin im Ruhestand und lebt in Schleswig-Holstein. Sie schreibt für ihre Kinder und Enkel und für die Menschen, die aus ihrem eigenen Erleben schöpfen, um die Welt ein wenig zu verändern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744859332
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 337kBytes
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Alices Welt

Klaviertöne. Beethovens "Für Elise" entfaltet sich zu einem sanft plätschernden Wellengang.

Die androgyne Stimme aus dem Off fährt fort:
Krähen im Erdbeerfeld - schwarzrotgrün

Alice liebt die Welt. So wie sie sich ihr darstellt, wie sie sie vorfindet, wie sie sie erlebt. Sie spürt früh, dass nicht alles in Ordnung ist mit dieser Welt. Sie will sie besser machen. Besser für die Menschen. Jedes Lebewesen soll seinen Platz haben in Rücksicht, in Respekt vor dem jeweils anderen Lebewesen. Genug Raum zum Leben ist für alle da, befindet Alice. Nur Frieden muss sein. Niemals Krieg. Die Natur stellt den Menschen machtvoll vor Herausforderungen. Damit hat er zu tun. Erdbeben, Fluten, Orkane, Austrocknung, Klimawandel. Packen wir's an, sagt sich Alice, macht alle mit, beginnen wir bei uns selbst und mit der Welt im Kleinen. Think globally, act locally - ihr Leitsatz. Sie tut sich mit anderen zusammen, die ebenso denken, und mischt sich ein. Die Welt ist bunt. Alice entscheidet sich für ein rötliches Schwarz, ein Tiefrot und ein sonnengelbes Grün, fasziniert vom leuchtenden Farbenspiel des Regenbogens.

Beethovens 5. Sinfonie, die 'Schicksalssinfonie' genannt wird, hämmert wuchtig ihre ersten Klänge, webt sich melodiös weiter. Alice beginnt zu erzählen:

Schwarz. Rot. Grün. Farben. Symbole politischen Denkens. Wobei Schwarz eigentlich keine Farbe ist und Weiß nirgendwo vorkommt. Oder ist Weiß die Synthese aller Farben im Licht? Ist Schwarz die Verneinung des Lichtes? Die Menschen wählten Protest. Überall. - Als das Farbenspiel noch eine deutsche Bedeutung für uns hatte und Grün noch nicht in den Straßen von Teheran wogte und Rot noch nicht die Plätze Istanbuls und Ankaras flutete und Schwarz noch nicht die hellen Wüstenebenen Afghanistans, Libyens, Iraks und Syriens besprenkelte. Islamische Revolution. Türkische Islamisierung. Islamistischer Terror im Namen Allahs. Alles beginnt klein. Im überschaubar Nahem. Bis es weite Flächen erfasst und Menschen in Massen mitreißt. Im Nicht-Guten wie im Guten.

Es roch. Menschen strömten in den engen Ratssaal. Ungelüftet. Aktenstaubig. Grelles Neonlicht bei nachlassendem Tagesschimmer. Oktober 1989. Ich drückte mich zwischen den Leuten hindurch. Spöttisches Flüstern. Eine gehässig zischende Frauenstimme: Die hätten auch einen Besenstiel gewählt. Ökologie. Antiatomkraft. Frieden. Alternativ. Die Schlagworte, die sich mit der Bewegung verbinden, in der ich mich engagierte. Eine Tisch- und Stuhlreihe mehr im Plenum, letzte Reihe hinten rechts der Platz, der uns drei Neuen eingeräumt wurde - von vorn gesehen ganz außen links - aus Sicht von Bürgermeister, Stadtdirektor, Stadtverwaltung. Ich stellte eine üppige Sonnenblume im Tontöpfchen auf den zugewiesenen Platz, schob meinen Afrika-Rundkorb darunter, nachdem ich Schreibzeug und Tagesordnung auf den Tisch gelegt hatte. Die erste Ratssitzung. Einzug der neuen Oppositionspartei in den mehrheitlich konservativen Stadtrat. Kurze Absprachen mit meinen beiden Weggefährten. Fröhliches Lachen. Kampfbereit. Frischer Wind im Leuchten der Sonnenblume wehte ab jetzt durch den muffeligen Saal, nahm manchen den Atem, trieb den einen Zornesröte ins Gesicht, zerzauste gelackte Frisuren und jagte den ein oder anderen aus Amt und Würden.

Nichts blieb, wie es war. Ungeheuerlich: Es sprach eine Frau. Kompetent, engagiert, noch mit leiser Stimme ins Mikrofon. Wahrheiten. Unangenehme Themen. Deutliche Anklagen. Irrsinnige Vorschläge, Neuerungen. Umsturz. Revolution. Die kriegen ihr Geld aus Moskau. Das Feindbild perfekt. Zunächst ignorieren, überhören, nicht antworten, weglassen im Protokoll. Das Mikrofon abgeschaltet mitten im Wort. Das stärkte meine Stimme. Ich wurde lauter, noch deutlicher, bewusst: meine Sache ist richtig. Und die Pressevertreter notierten, trugen Gesagtes, Erlebtes hinaus in die begierige Öffentlichkeit. Die ersten v

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