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Driving Miss Norma Sag Ja zum Leben von Bauerschmidt, Tim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.08.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Driving Miss Norma

Als bei Miss Norma 2015 im Alter von 90 Jahren Gebärmutterkrebs diagnostiziert wurde, riet man ihr zu einer Operation, zu Bestrahlung und Chemotherapie. Doch Norma - nach sieben Ehejahrzehnten erst frisch verwitwet - dachte nicht daran, ihrem Ende in einem Krankenhausbett entgegen zu dämmern. Sie richtete sich zu ihrer vollen Größe von eineinhalb Metern auf und sagte ihrem Arzt: "Ich bin neunzig Jahre alt, ich gehe auf Reisen!" Sie packte das Nötigste und begab sich zusammen mit drei Vollzeitnomaden - ihrem pensionierten Sohn Tim, seiner Frau Ramie und ihrem Pudel Ringo - in einem zehn Meter langen Wohnmobil auf eine unvergessliche Reise. Driving Miss Norma erzählt voller Charme und ansteckender Lebensfreude von ihren Erlebnissen.

Tim Bauerschmidt und Ramie Liddle entschlossen sich nach ihrer beruflichen Laufbahn dazu, mit ihrem Pudel Ringo ein Leben als reisende Nomaden zu führen. Im Jahr 2011 begannen sie ihre Fotos und Reisegeschichten auf einem Blog namens www.poodleinapod.blogspot.com mit der Welt zu teilen. Als Miss Norma sich im August 2015 diesen Reisen anschloss, startete Ramie die sensationell beliebte Facebook-Seite "Driving Miss Norma", die über eine halbe Millionen Follower rund um den Globus verfolgen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 28.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641215255
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Driving Miss Norma
    Größe: 10636kBytes
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Driving Miss Norma

Prolog

Daheim

Baja California, Mexiko Februar

[Tim]

F ür Nomaden wie uns ist "daheim" ein relativer Begriff, und unser Zuhause liegt weit ab vom Schuss an einem Strandstück zwischen zerklüfteten vulkanischen Felsen und den azurblauen Wassern der Sea of Cortez in Baja California in Mexiko. An diesem einzigartigen Fleck unseres Planeten koppeln wir jeden Winter unseren sechs Meter langen Airstream-Wohnwagen ab und kommen für eine Weile zur Ruhe.

An einem besonders schönen Morgen gegen Ende Februar waren wir schon früh auf dem Wasser. Ringo, unser fast fünfunddreißig Kilo schwerer Standardpudel, hockte vorn auf dem Paddle Board meiner Frau Ramie. Um uns herum tummelten sich ein paar Delfine, die Ringo offenbar dazu bringen wollten, ins Wasser zu springen. Die Fontänen, die aus ihren Blaslöchern spritzten, schimmerten im Gegenlicht der aufgehenden Sonne und boten ein atemberaubendes Schauspiel. Ich schmeckte das Salzwasser ihres Sprühnebels auf den Lippen. Fischadler und Blaufußtölpel tauchten nach ihrem Frühstück, und unter unseren Boards filterte ein Walhai Plankton. Schließlich erhob sich die Sonne über den Bergen und tauchte die Bay of Conception in leuchtendes Gold.

Als wir später zusammen mit einigen Strandgenossen im Wasser dümpelten und eine Pause vom Stand Up Paddling machten, entspannten sich unsere Muskeln, und unsere Lebensgeister erwachten. Wir kamen auf Grundsätzliches zu sprechen. Es ging ums Älterwerden, speziell das Älterwerden unserer Eltern. Wir malten uns aus, was wir tun und wie wir uns verhalten würden, machten Pläne, stellten uns eine Zukunft vor, die in weiter, weiter Ferne lag.

Was würden Ramie und ich tun, wenn ihre Mutter Jan, die im Westen Pennsylvanias wohnte, oder meine Eltern Leo und Norma aus Michigan nicht mehr für sich selbst sorgen konnten? Wann wäre die Zeit gekommen, im Interesse unserer Eltern tätig zu werden? Und wie würde das aussehen? Welche Art von Pflegeeinrichtung wäre angemessen? Gab es Patientenverfügungen? Welche Hoffnungen, welche Ängste hatten unsere Eltern? Ramies Mutter, die sehr gesellig war und eine passionierte Bridgespielerin, wäre wahrscheinlich in einer betreuten Wohngemeinschaft gut aufgehoben. Aber meine Eltern - die praktisch unter freiem Himmel in ihrem Garten lebten und die sehr stark mit ihrem Heim verbunden waren - würden sich in einer solchen für sie neuen Umgebung womöglich quälen.

Ein Nomadendasein zu führen und Eltern zu haben, die langsam ins Alter kommen, verträgt sich nicht miteinander, und deswegen war ich immer davon ausgegangen, dass sich meine jüngere Schwester Stacy, wenn es soweit wäre, um Mom und Dad kümmern würde. Aber Stacy war vor acht Jahren an Krebs gestorben. "Wir müssen das noch nicht bis in alle Einzelheiten planen, zumindest nicht heute. Wir haben Zeit. Noch sind alle gesund. Genießen wir den Augenblick." Ich schob meine Ängste und Fragen beiseite, um mich dem Genuss des Augenblicks hinzugeben, und vertraute darauf, dass ich tatsächlich die Zeit hatte. Hoffte, dass ich die Zeit hatte.

Wir waren nicht immer Nomaden gewesen, aber ich glaube, diese einfache und ungebundene Lebensweise hatte uns schon lange gereizt. Als Ramie und ich uns kennenlernten, stellten wir fest, dass wir zusammen genommen in vierzehn verschiedenen Staaten gewohnt hatten. Dass wir zur selben Zeit denselben Ort aufsuchten, dass wir einander begegneten, betrachteten wir als Fügung.

Ich hatte mir selbst das Bauhandwerk beigebracht und fuhr in meinem alten Ford Pickup durch die Lande, renovierte Häuser oder gestaltete sie um; Ramie war Beraterin im Non-Profit-Bereich und hatte zuvor auf Kreuzfahrtschiffen und in Ferienresorts gearbeitet, um ihrer Reiselust zu frönen. Wir hatten beide in jungen Jahren enge Verwandte verloren. Wir hatten unseren Anteil an Kummer und Schmerz gehabt und versuchten ganz bewusst, ein Leben zu führen, in dem es

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