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Hinter den Türen Roman nach einer wahren Geschichte von Lind, Hera (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Hinter den Türen

Juliane Bressin hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Vollwertkost, Biomüll, Bullerbü. Warum also nicht 'drei ganz normale Kinder' aufnehmen, die übergangsweise eine Pflegefamilie suchen? Doch bald nach Ankunft der Kinder stürzt Julianes hellblauer Himmel ein. Was haben die kleinen Wesen mit thailändischen Wurzeln erlebt? Woran ist der Vater gestorben und warum liegt die Mutter im Koma? Hüten sie ein dunkles Geheimnis? Schon nachwenigen Monaten steht Juliane mit ihrer eigenen Familie an einem Abgrund ...

Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie 'Kuckucksnest', 'Die Frau, die zu sehr liebte', 'Mein Mann, seine Frauen und ich' und 'Der Prinz aus dem Paradies' eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 23.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641203115
    Verlag: Diana Verlag
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Hinter den Türen

1

Köln, Samstag, 17. März 2007

Nebenan öffnete sich das Garagentor. Die kleinen Öhrchen von unserer temperamentvollen Zwergschnauzerdame schossen elektrisiert in die Höhe. Das schwarze Wollknäuel stürzte sich wie ein Wurfgeschoss vom Sofa und kläffte begeistert die Haustür an, während das rotierende Schwänzchen die Schirme im Schirmständer aus dem Gleichgewicht brachte.

Die schweren Schritte Jonathans, der den Großeinkauf ins Haus schleppte, brachten das helle Wohnzimmerparkett zum Zittern. Dazu das Gepolter von Tim und Lilli, das die Wände zum Wackeln brachte. Vorbei war es mit der seligen Ruhe. Seufzend ließ ich die Samstagszeitung aufgeschlagen auf dem Sofa liegen und rappelte mich auf, um meine Lieben zu begrüßen.

Was ich da gerade gelesen hatte, hatte mich tief berührt. Ich musste minutenlang auf die Anzeige gestarrt und darüber Zeit und Raum vergessen haben.

Okay. Showtime und Action. Ich atmete einmal tief durch und riss die Haustür auf. "Hallo, ihr Mäuse! War es schön bei den Pfadfindern?"

"Wir haben gelernt, wie man Feuer macht!" Tim stürmte an mir vorbei zum Gästeklo. Sein elfjähriges Bubengesicht wies Rußspuren auf, seine Augen leuchteten vor Begeisterung und Stolz. "Aber ich hab mich nicht getraut, in den Wald zu kacken, dabei musste ich schon die ganze Zeit so dringend!"

"Tim!" Ich verbiss mir ein lautes Lachen. "Wir kennen doch andere Wörter dafür!"

"Meine Notdurft verrichten", verbesserte er sich mit den gestelzten Worten, die ich ihm offensichtlich einmal irgendwann beigebracht haben musste, während er die Tür zuschlug und hektisch verriegelte.

"Lass mich mal vorbei, Schatz." Mein Hüne von Mann schleppte zwei Mineralwasserkisten in die Küche und ließ noch eine Großpackung Toilettenpapier, die er unters Kinn geklemmt hatte, vor die Klotür fallen. Jon hätte aus einem Cowboyfilm entsprungen sein können: groß, zupackend, verdammt gut aussehend und sexy. Flanellhemd, Jeans, Boots, Dreitagebart und Grübchen am Kinn. Statt eines Cowboyhuts trug er allerdings einen lässigen Männerdutt, und statt Pferd hatte er unsere Familienkutsche in der Garage geparkt.

Grinsend drückte er mir einen stacheligen Kuss auf die Lippen und klopfte lässig an die Klotür.

"Großer? Hier draußen liegt Nachschub!"

"Lass mich! Ich muss mich konzentrieren!"

"Aber hinterher Hände waschen!"

"Abziehen, Klodeckel zu, Hände waschen, lüften", hallte es genervt durch die Tür.

"Juliane, hilfst du mir mal eben?" Jon war schon wieder auf dem Weg in die Garage, umkläfft von Socke, die ihm mit spitzen Welpenzähnchen an den Schuhbändern nagte. "Im Auto sind noch ein Karton Milch und die üblichen Kleinigkeiten."

"Das kann ich doch machen!" Meine neunjährige Lilli rannte hilfsbereit hinter ihm her und versuchte tatsächlich, mit ihrer zierlichen Figur den Karton aus dem Kofferraum unseres Vans zu wuchten.

Ich schlüpfte in die Clogs, die vor unserer Haustür standen, und half meiner eifrigen Tochter, während Socke inzwischen kampfeslustig das liebevoll bereitgestellte Klopapier zerbiss und mit der daraus resultierenden Papierflut kämpfte.

"Kinder, ihr macht mich fertig!" Ich nahm Lilli den Karton ab. "Lilli, gib mir das und kümmre dich lieber um den Hund."

Sofort trippelte das liebe Kind davon. Meine Kinder gehorchten mir aufs Wort. Der Hund weniger, der Mann gar nicht.

"Socke!" Lilli pulte durchgespeichelte Papierballen aus dem Hundemäulchen.

Wie ein Storch im Salat balancierte ich mit der Großpackung Milchtüten über das Knäuel hinweg und nahm die feuchten Fetzen aus der Hand meiner Tochter entgegen.

"Danke, Lilli. Du bist ein gutes Kind."

"Jeden Tag eine gute Tat", trumpfte Lilli auf. "Das lernen wir bei den Pfadfindern!"

Dann kletterte sie auf einen Hocker und wusch sich brav die Hände. Verzückt sah ich das eifrige Mädchen von der Seite an und hoffte, sie würde immer so bleiben. Ni

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