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Ich mit ohne Mama Knüller Jonas wird erwachsen von Zachmann, Jonas (eBook)

  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
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Ich mit ohne Mama

'Knüller Jonas' ist 19 Jahre alt. Er ist mit Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen. Was ihn aber nicht davon abhält, die Hürden des Alltags auf seine unverwechselbar originelle Weise zu meistern. Gemeinsam mit seiner Mutter - Jonas kann lesen und schreiben - erzählt er vom Erwachsenwerden. Mit seinem Charme findet er den direkten Weg in die Herzen der Leser und zeigt: Das Leben ist absolut lebenswert, egal mit wie viel Chromosomen man auf die Welt kommt. Doro Zachmann, Jahrgang 1967, ist diplomierte Sozialpädagogin. Die beliebte Autorin erzählte in 'Bin Knüller' (drei Auflagen) vom Leben mit Jonas. Sie ist verheiratet, hat drei weitere erwachsene Kinder und lebt bei Karlsruhe. Jonas Zachmann wurde 1992 als viertes Kind von Doro und Wolfgang Zachmann geboren. Er hat Down-Syndrom und einen schweren Herzfehler. Durch seinen natürlichen Charme als 'Knüller' hat er sich die Herzen vieler Leser erobert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775171144
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 11844 kBytes
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Ich mit ohne Mama

Prolog

Es ist Samstagmorgen. Jonas kommt in Socken und Schlafanzug in die Küche geschlurft, reibt sich die noch sehr müden Augen, gähnt anhaltend und ausgiebig. "Morge, Familie!" Familie sind gerade jetzt nur wir Eltern, die Schwestern sind ausgeflogen.

"Machs ihr heute?", fragt Jonas und setzt sich zu uns an den Frühstückstisch.

"Ich muss gleich arbeiten gehen und komm auch erst heute Abend wieder heim", erklärt der beste aller Papas.

"Und du Pogramm, Mama?", wendet sich Jonas an mich, und ich sehe neben seiner Neugier auch einen Funken Hoffnung im Blick.

"Na ja, ich muss heute Morgen einiges erledigen, aber den Nachmittag habe ich noch nichts vor."

"Cool! Können wir sammen machen, du un ich? Mutta-Sohn-Tag? "

"Ja, wir können was zusammen machen. Aber dann hast du die schwere Aufgabe, dir bis zum Mittagessen etwas einfallen zu lassen, okay?"

Jonas reibt sich vor Freude die Hände. "Nich schwer, weiß schon: Kino gehn!"

Abgemacht. Im Internet stöbern wir später durchs aktuelle Kinoprogramm und einigen uns auf Footloose, eine brandaktuelle Neuverfilmung eines Jugend-Tanzfilms. "Aber bevor wir losfahren, Jonas, musst du noch duschen gehen und deinen Job machen."

"Oh, Mama, immer du wills! Lass mich meine Leben, nich immer einmische! Is Wochnen-Ende, is frei!"

"Ja, das stimmt, aber du hast gestern schon nicht geduscht, und heute muss jeder seinen Wochenjob im Haushalt machen, das weißt du doch. Ich will das nicht jeden Samstag aufs Neue diskutieren."

"Oh, Mama, is plöt, Schobb su mache. Dusche auch plöt!"

"Okay, dann finde ich Kinogehen mit Jonas auch blöd!", entgegne ich plump. "Ich gehe jedenfalls nur mit einem geduschten jungen Mann aus dem Haus, der seine Aufgaben erledigt hat. Ende der Durchsage."

Jonas zieht verärgert ab, knallt seine Zimmertür zu.

Am Nachmittag fahren wir dann tatsächlich los. (Es wurde geduscht und gesaugt.) Wir fahren einen großen Umweg, weil ich noch bei Bekannten etwas abgeholt habe. Diese Strecke ist Jonas unbekannt und äußerst interessiert liest er alle Straßenschilder laut vor. Plötzlich stutzt er: "Malsch? Kenns ich?", fragt er verunsichert.

"Nein, ich glaube, du warst noch nie in Malsch."

"Aba bore bin!"

"Ach, stimmt ja, du bist in Malsch geboren." Ich wundere mich, dass er das weiß.

"Is hier? Unser Nähe? Malsch nich Berlin?"

"Nein, Malsch ist hier, nur ein paar Kilometer von Pfinztal weg. Berlin ist viel weiter."

"Aba Berlin is Hauptstadt! Is wichtich! Bin auch wichtich!"

"Ja, natürlich bist du auch wichtig. Aber du bist dennoch nicht in Berlin zur Welt gekommen!"

"Und Fankreich?"

"Nein, Jonas, du bist auch nicht in Frankreich zur Welt gekommen, sondern hier."

"Ach soooo, doch hier!", scheint er erleichtert zu sein. Ich habe eine plötzliche Eingebung.

"Weißt du was, ich zeig es dir."

"Au ja, Mama!", und wieder reibt sich Jonas voller Vorfreude die Hände. Ich wende den Wagen und fahre der Beschilderung nach. Als wir in Malsch ankommen, suchen wir vergeblich das Krankenhaus. Ich halte am Straßenrand, kurble das Fenster herunter, frage einen jungen Mann nach dem Weg.

"Ein Krankenhaus gibt es hier nicht. Nur ein Altenheim.Aber das war früher mal ein Krankenhaus." Er beschreibt den Weg.

Als ich losfahre, fragt Jonas: "Mama, kenns er mich?"

"Wer, der Mann?"

Jonas nickt: "Ich Malsch bore. Er kenns mich, oder?"

"Nein, er kann dich nicht kennen. Du warst ja damals ein neugeborenes Baby, und ich war ja nur einen Tag mit dir hier im Krankenhaus, bevor uns Wolfgang abgeholt hat."

"Mama, zähl mal! Alles!"

Und ich erzähle von den Umständen der Geburt meines jüngsten Kindes, aber nicht alles. Ich lasse die Verzweiflung, den Schock und den Schmerz beiseite, jene Gefühle, die ich damals vor neunzehn Jahren erdrückend und vordergründig erlebte, als mir sechs Minuten n

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